Frankfurt

Kein Ort für rechte Stimmungsmache

Proteste gegen die Anti-Corona-Maßnahmen der Bundesregierung (Archiv) Foto: dpa

Trotz des Verbots einer für Samstag geplanten Demonstration der sogenannten Querdenker-Bewegung durch die Stadt befürchtet die Jüdische Gemeinde Frankfurt einen Aufmarsch der Gruppierung.

»Sollte das Verbot gar gekippt werden, müssen strengste Auflagen gestellt werden, die nicht nur die Einhaltung der Corona-Vorschriften gewährleisten, sondern auch eine Instrumentalisierung durch Geschichtsrevisionisten und Rechtsextreme verhindern«, forderte die Gemeinde in einem Statement.

RELATIVIERUNG »Die Querdenker-Bewegung hat bundesweit bereits mehrfach bewiesen, dass ihre Anhänger nicht vor taktlosen Vergleichen mit Opfern des Nationalsozialismus zurückschrecken. Im Gegenteil stellen sie ganz bewusst verzerrte und völlig widersinnige Parallelen auf, die sich nicht nur jeglichem Rechtssinn und Geschichtsbewusstsein entziehen, sondern das Leid der Opfer der Schoa relativieren und verhöhnen sowie Antisemitismus schüren«, heißt es weiter. Es sei auch »kein Geheimnis, dass Neonazis die Demonstrationen als Plattform für ihre rechte Agitation nutzen und auf den Protestzügen mit Nazi-Symbolen durch deutsche Städten ziehen«.

»Es ist kein Geheimnis, dass Neonazis die Demonstrationen als Plattform für ihre rechte Agitation nutzen und auf den Protestzügen mit Nazi-Symbolen durch deutsche Städten ziehen.«

Jüdische Gemeinde Frankfurt

Frankfurt dürfe weder zum Ort rechter Stimmungsmache noch zum Schauplatz gefährlicher Geschichtsklitterung werden, erklärte die Jüdische Gemeinde. Das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Versammlungsfreiheit seien ein hohes Gut, es dürfe jedoch nicht auf Kosten der Würde der Holocaust-Opfer durchgesetzt werden. »Wer gegen die politischen Corona-Auflagen demonstrieren möchte, sollte dabei seine moralische Verpflichtung nicht vergessen, die Lehren aus der Geschichte zu ziehen und derartigen Bestrebungen eine klare Absage erteilen.«

DRESDEN Unterdessen bereitet sich in Dresden die Polizei trotz des derzeitigen Verbotes einer für Samstag geplanten »Querdenker«-Demonstration auf einen Großeinsatz vor. Sie gehe von einer bundesweiten Mobilisierung der sogenannten »Querdenker«-Szene aus, teilte die Polizeidirektion Dresden am Donnerstag mit. Beworben werde das Datum in der Hooliganszene Sachsens und benachbarter Bundesländer sowie in europäischen Ländern.

Der Personenkreis der Teilnehmer sei heterogen und weit gefächert. Aufgrund bundesweiter Erfahrungen geht die Dresdner Polizei davon aus, dass ein Großteil der Teilnehmer vorsätzlich gegen Auflagen und Beschränkungen wie etwa Mundschutz und Mindestabstände verstoßen werde. Die Stadt Dresden hatte die Versammlung verboten.

Eine Begrenzung der Teilnehmerzahl ist aus Sicht der Polizei kein geeignetes Mittel, auch vor dem Hintergrund der überregionalen Mobilisierung von Versammlungsteilnehmern. Die Personen würden sehr wahrscheinlich anreisen und dann auch vor Ort sein, hieß es. ja/epd

Berlin

Berliner Holocaust-Mahnmal beschmiert

Wieder ist ein antisemitischer Schriftzug in Berlin aufgetaucht. Dieses Mal traf es das Holocaust-Mahnmal

 06.05.2026

Analyse

»Kill all Jews« - Neue und alte Bedrohungen für Juden - Terrorexperte erwartet härtere Anschläge

Fast täglich konnte man zuletzt Nachrichten über Attacken und Hass gegen Juden in Europa lesen - nicht nur, aber auch im Zusammenhang mit Gruppen, die in Verbindung zum Iran stehen. Was das mit Betroffenen macht

von Leticia Witte und Christoph Schmidt  06.05.2026

München

Bayern: Zahl antisemitischer Vorfälle bleibt auf Rekordhoch

»Antisemitische Ausdrucksformen wurden enthemmter, bedrohlicher und direkter«, sagt Annette Seidel-Arpacı, die Leiterin von RIAS Bayern

 06.05.2026

Washington/Teheran

Bericht: USA und Iran nähern sich Vereinbarung zur Beendigung des Krieges

Kern der laufenden Gespräche ist ein auf einer einzigen Seite untergebrachtes, knappes Memorandum, das auf wenigen Punkten basieren soll

 06.05.2026

Berlin

Hubig besorgt über Zulauf zu militanten Rechtsextremisten

In mehreren Bundesländern laufen Durchsuchungen gegen Rechtsextremisten. Was die Bundesjustizministerin dazu sagt

 06.05.2026

New York

USA unterstützen UN-Resolution zu möglichen Iran-Sanktionen

Dem Regime in Teheran werden in einem von den USA unterstützten Entwurf »wirksame Maßnahmen entsprechend der Schwere der Lage, einschließlich Sanktionen« angedroht

 06.05.2026

Washington D.C.

Trump stoppt Marineeinsatz in der Straße von Hormus

Der Präsident begründet dies mit angeblichen Fortschritten in Gesprächen mit Teheran über ein Abkommen. Außenminister Rubio hatte zuvor dagegen erklärt, das »Project Freedom« stelle nun den Schwerpunkt dar

 06.05.2026

Berlin/Tel Aviv

Israel: Liefern Deutschland Kerosin

Trotz hoher Kerosinpreise hieß es zuletzt, dass die Vorräte in Deutschland reichen. Experten warnen derweil vor Engpässen. Nun helfen die Israelis eigenen Angaben zufolge aus

 06.05.2026

Berlin/Düsseldorf

Durchsuchungen bei mutmaßlichen Neonazis

Die Polizei durchsucht Objekte in zwölf Bundesländern. Warum die neuen Rechtsextremen jetzt ins Visier geraten

 06.05.2026 Aktualisiert