Europäische Union

Kauft nicht bei Siedlern

Label auf einer Weinlflasche aus den Jerusalem Mountain Vineyards Foto: dpa

Der Termin für den »Israel Allies European Summit« am vergangenen Wochenende war doppelt gut gewählt. Die Abgeordneten aus den USA, Israel und Europa wollten zum einen in Berlin der Novemberpogrome gedenken. Zum anderen fällt ihr Bekenntnis zum jüdischen Staat in die Woche, in der die umstrittene Kennzeichnungspflicht der Europäischen Union beschlossen wird. Die EU will mit ihrer Verordnung verhindern, dass Waren, die in Ost-Jerusalem, Westjordanland und Golan hergestellt wurden, als »Made in Israel« gelten.

Entsprechend formulierten die Teilnehmer des Israel Allies European Summit am Montag in einer gemeinsamen Resolution die dringende Bitte an die EU-Kommission, die Kennzeichnungspflicht, die nicht nur von israelischer Seite als Stigmatisierung und versteckte Boykottaufforderung begriffen wird, noch einmal zu überdenken.

Brüssel Dies war so vergeblich wie der am Dienstag von drei Dutzend US-Senatoren unterzeichnete Brief gegen diese EU-Maßnahme. Israel sei, so argumentieren die amerikanischen Politiker, »ein wichtiger Alliierter und die einzige Demokratie im Nahen Osten«. Was die EU jetzt durchführe, sei ein »De-facto-Boykott«. Auch dass gerade viele palästinensische Arbeiter ihre Jobs verlören, wenn aufgrund der Kennzeichnungspflicht und steuerlichen Schlechterstellung, Märkte wegbrächen, wurde vorgetragen – nichts davon beeindruckte Brüssel. Die EU-Kommission hat den Beschluss gefasst. Dies sei aber »keine neue Gesetzgebung oder neue Politik«, wie eine Sprecherin der Kommission der Jüdischen Allgemeinen mitteilte.

Die Kennzeichnungspflicht war nicht das einzige Thema der nach Berlin gereisten Abgeordneten, zu denen auch Yair Lapid, der frühere israelische Finanzminister, gehörte, aber das wichtigste. Yoel Hasson, Vizepräsident der Knesset und Abgeordneter der oppositionellen Zionistischen Union, erklärte, dass es in der Knesset einen breiten Konsens gegen die EU-Verordnung gibt. »Die Kennzeichnung israelischer Produkte ist etwas, das wir schlichtweg nicht akzeptieren können.« Dies zerstöre bestehende Kontakte zwischen Arabern und Palästinensern. »Wer das kaputt macht, macht auch den Frieden kaputt.«

Auf der Berliner Tagung fand er dafür Beifall. Volker Beck von Bündnis 90/Die Grünen und Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe, sagte, er sehe zwar nach europäischem Recht durchaus eine Grundlage für solche Maßnahmen, halte sie aber für problematisch: »Ich denke nicht, dass in der Herkunft von Artischocken der Schlüssel zum Frieden im Nahen Osten liegt.« Die SPD-Bundestagsabgeordnete Michaela Engelmeier argumentierte, man müsse »auch die arabischen Nachbarstaaten und die Palästinenser selbst mehr in die Pflicht nehmen, wenn es um den Friedensprozess geht«.

Sicherheitslage

Merz sieht keine »sehr große Gefährdung« in Deutschland

Der Bundeskanzler versichert: »Wir werden antisemitische oder antiamerikanische Angriffe auf deutschem Boden nicht dulden«

 01.03.2026

Krieg zwischen Iran und Israel

»Als sich das Blatt wendete«

Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt zum Tod von Ali Chamenei: »Dies ist der Moment, auf den das iranische Volk seit einem halben Jahrhundert gewartet hat«

 01.03.2026

Krieg

Schiffe vor Küste Omans angegriffen

Der Öltanker »Skylight« soll etwa neun Kilometer vor der omanischen Küste bei Musandam getroffen worden sein

 01.03.2026 Aktualisiert

Krieg

Bericht: Irans Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad getötet

Die staatliche Nachrichtenagentur Ilna berichtet, der Politiker sei bei einem Luftangriff in Teheran ums Leben gekommen

 01.03.2026 Aktualisiert

Luftfahrt

Bericht: Israels Staatsflugzeug zum Berliner Flughafen gebracht

Wegen des Kriegs gegen den Iran: »Flügel Zions« parkt nun am Flughafen BER

 01.03.2026

Deutschland

Klein warnt vor Bedrohung für Juden in Deutschland

Wegen des Krieges in Nahost rechnet der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, mit einer »gesteigerten Bedrohungslage für jüdisches Leben in Deutschland«

 01.03.2026

Iran

Britischer Verteidigungsminister: »Iran verliert die Kontrolle über seine Kommandostrukturen«

Großbritannien beteiligt sich am Militäreinsatz gegen den Iran. Verteidigungsminister Healey warnt vor wahllosen iranischen Angriffen

 01.03.2026

Türkei

Exil-Iraner im Glück

Nach dem Tod Chameneis feiern Exil-Iraner in der Türkei die Möglichkeit ihrer Rückkehr. Doch schwingt auch Sorge mit

 01.03.2026

Iran

Iran bestätigt Chameneis Tod und droht mit Vergeltung

Die staatlichen Medien des Iran haben Chameneis Tod bestätigt. Die Angriffe gehen beidseitig weiter - auch auf Golfstaaten

 01.03.2026