Nahost

»Kampf zwischen Gut und Böse«

US-Präsident Donald Trump vor dem muslimischen Weltgipfel in Riad Foto: dpa

US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag eine Grundsatzrede vor dem muslimischen Weltgipfel in Riad gehalten, an dem rund 50 Staatsoberhäupter vorwiegend muslimischer Länder teilnehmen, darunter auch Abdel-Fattah al-Sisi aus Ägypten.

Er rief dabei die muslimischen Staaten zu mehr Engagement im Kampf gegen den Terror auf. »Dies ist kein Kampf zwischen verschiedenen Religionen«, so Trump. Es gehe um den Kampf gegen die Ermordung unschuldiger Muslime, die Unterdrückung von Frauen, die Verfolgung von Juden und das Abschlachten von Christen: »Dies ist ein Kampf zwischen Gut und Böse.«

Weltreligionen Am Samstag landete der US-Präsident mit der Air Force One in Saudi-Arabien, das den Auftakt zu seiner ersten Auslandsreise bildet. Die neuntägige Tour führt Trump in die Hauptstädte der drei Weltreligionen. Am Montag wird er weiter nach Israel und in die Palästinensergebiete reisen, anschließend in den Vatikan und zu Treffen mit europäischen Staatsoberhäuptern.

Gelegenheit für Fotos gab es bei der ersten Station mehrfach: bei der Begrüßung Trumps durch König Salman mit Blaskapelle und meterlangen roten Teppichen am Flughafen, während der Verleihung der höchsten zivilen Auszeichnung des Landes, der goldenen Medaille oder beim Tanz mit den Säbeln am Abend. Trump war in seinem Element.

Rabbiner Auf der Reise wird der Präsident von seiner Ehefrau Melania, Tochter Ivanka – die beide in Saudi-Arabien auf eine Kopfbedeckung verzichteten – und Schwiegersohn Jared Kushner begleitet. Das Weiße Haus hatte vorher erklärt, für das jüdische Paar habe ein Rabbiner eine Reiseerlaubnis am Schabbat ausgesprochen. Rabbiner Haskel Lookstein, der Ivanka Trump vor ihrer Heirat mit Kushner konvertiert hatte, erklärte nach Angaben der israelischen Internetzeitung »Times of Israel« jedoch, dass er keine Erlaubnis erteilt habe.

In Israel sorgt man sich derweil vor allem um den Waffen-Deal, den die USA mit den Saudis am Wochenende unterzeichnet hatten. Die Lieferungen im Wert von 110 Milliarden Dollar sollen die Verteidigung des sunnitischen Königreiches vor allem im Hinblick auf den Iran unterstützen. Nach Meinung in Jerusalem könne das aber auch Israels militärischen Vorsprung gefährden. Saudi-Arabien gilt in Israel als Feindesland. Energieminister Yuval Steinitz gab zu bedenken, dass Washington das Abkommen vorher nicht mit Jerusalem abgesprochen habe.

Offensichtlich hofft Trump auch auf den »ultimativen Deal« in Israel. Vor dem Abflug in Washington sagte er selbstbewusst in Bezug auf ein Abkommen zwischen Israelis und Palästinensern: »Ich hoffe, dass dies schneller geschehen wird, als alle erwartet haben«.

Ramallah

Palästinensische Parlamentswahl könnte verschoben werden

Die für den 28. November geplante Abstimmung steht auf der Kippe. Sie wird möglicherweise auf unbestimmte Zeit vertagt

 30.09.2026

New York

Rebeca Grynspan baut Vorsprung im Rennen um UN-Spitze aus

In einer vierten informellen Abstimmung des Sicherheitsrats erhielt sie zehn Stimmen. Was das bedeutet

 30.09.2026

Moskau

In Putins Falle: US-Reporter Evan Gershkovich erzählt seine Story

Vor gut zwei Jahren kam der als »Spion« gefasste jüdische US-Journalist bei einem großen Gefangenen-Austausch frei. Nun erzählt er in einem Buch, wie er Putins Agenten in die Falle ging

von Ulf Mauder  30.09.2026

New York

Mamdani legt Antisemitismus-Plan vor, jüdische Organisationen üben scharfe Kritik

Das Konzept des Bürgermeisters blende den Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Juden in New York und antiisraelischer Propaganda bewusst aus, sagt einer der Kritiker

 30.09.2026

Berlin

Linke geht rechtlich gegen weitere Politiker vor

Die Berliner Linkspartei sieht sich nach der gewonnenen Wahl mit Vorwürfen des Antisemitismus und der Nähe zu kriminellen Clans konfrontiert. Sie wehrt sich politisch - und auch juristisch

 30.09.2026

Kiew

85. Jahrestag: Selenskyj gedenkt ermordeter Kyjiwer Juden

Vor 85 Jahren besetzten deutsche Truppen die heutige ukrainische Hauptstadt. Sie ermordeten zehntausende Menschen. Präsident Selenskyj stellt bei einer Gedenkfeier den Bezug zur Gegenwart her

 30.09.2026

Erfurt

Kerkeling und Maaßen bei erster Anhörung zu AfD-Verbot dabei

Thüringens AfD mit Björn Höcke an der Spitze gilt als besonders radikal. Ist das der Grund, warum erstmals ein Landesparlament Juristen und einen Promi zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren anhört?

von Simone Rothe  30.09.2026

Luftfahrt

Passagierflugzeug setzt auf Weg nach Tel Aviv Notrufsignal ab: Was geschah an Bord?

Der Notfallcode »7500« wurde registriert, der auch bei Flugzeugentführungen gesendet wird. Der Vorfall löste einen israelischen Abfangalarm aus

von Imanuel Marcus  30.09.2026 Aktualisiert

Berlin

Antisemitische Vorfälle mit islamistischem Hintergrund oft mit Gewalt

Eine neue Analyse von RIAS zeichnet ein alarmierendes Bild

 30.09.2026