Meinung

Jüdisches Leben feiern!

Sophie Albers Ben Chamo Foto: Stephan Pramme

Was für ein wild-wunderbares Fest des jüdischen Lebens in Deutschland! Welch eine Megaparty für die jüdische Zukunft! Drei Tage lang konnten Hunderte jüdische Kinder und Jugendliche auf einem Mini-Machane und bei der anschließenden spektakulären Jewrovision-Show einfach sie selbst sein, ohne Filter, frei und ausgelassen, ohne andauernd checken zu müssen, was gerade um einen herum passiert.

Sich zeigen, ohne sich erklären zu müssen, weil alle anderen ähnliche Gefühle und Erfahrungen kennen. Sie konnten gemeinsam singen, spielen und beten, Witze machen, die auch jeder versteht, und laut und deutlich über ihre Ängste und Sorgen sprechen, ohne in Habachtstellung gehen zu müssen. Ohne Panik vor den neuesten Nachrichten.

Einfach Kraft tanken. Durchatmen. Sich erholen vom aggressiven Draußen. Also das, was – vor allem in diesem Land – normal sein sollte, aber längst nicht mehr ist. Ja, Kind sein ist noch schwieriger geworden.

Denn natürlich waren der 7. Oktober 2023 und der grassierende Antisemitismus auch Thema. Natürlich war der Security-Aufwand enorm. Richtig verstanden, ein elaboriertes Sicherheitskonzept war notwendig, damit jüdische Kinder und Jugendliche in einer deutschen Stadt »Hau den Lukas« spielen, dem Zuckerrausch frönen und übermütig tanzen und singen können!

Es sollte jedes Wochenende so ein Fest geben. Der Safe Space als Dauereinrichtung. Sich die Freiheit nehmen, während die Gesellschaft drum herum nicht einmal merkt, dass diese immer kleiner wird. Das jüdische Leben feiern, gerade weil man weiß, dass es nicht selbstverständlich ist.

Damit die Gesichter strahlen und die Erleichterung alle mitnimmt. Damit die Tage weniger schwer sind. Damit sich alle wieder ein bisschen stärker fühlen, weil sie wissen, dass sie nicht allein sind. Und vielleicht könnten dann auch die Erwachsenen eine Jewrovision haben und einfach mal loslassen. Damit sie nicht verlernen, wie das geht.

BenChamo@juedische-allgemeine.de

Krieg gegen Iran

Großbritannien verlegt Eurofighter nach Katar

Mit der anfänglichen Ablehnung des amerikanisch-israelischen Vorgehens gegen den Iran hatte Premier Keir Starmer den Zorn von US-Präsident Trump auf sich gezogen. Nun weicht er seine Position weiter auf

 05.03.2026

Pforzheim

Antisemitismus im Wahlkampf: »Schabbat schalom, jetzt gibt’s AfD«

In einem Video verkleidet sich der AfD-Lokalpolitiker als »orthodoxer Jude« und bückt sich nach Geld auf der Straße. Inzwischen ist sein Kanal mit mehr als 30.000 Followern gelöscht, die AfD hat ein Auschlussverfahren eingeleitet. Die Jüdische Allgemeine hat sich die Clips genau angesehen

 05.03.2026

Nahost

Iran greift Golfstaaten an

Mehr als 1.000 mutmaßlich iranische Drohnen wurden in den vergangenen Tagen allein von den Vereinigten Arabischen Emirate entdeckt. Auch im Irak gab es Einschläge. Ein Ende der Angriffe ist bisher nicht in Sicht

 05.03.2026

Erlebnisbericht

Und dann war Krieg

Aufgrund des Krieges saß die Aktivistin und FDP-Politikerin Karoline Preisler in Israel fest. »In Tel Aviv wurde jedes Telefonat, jede E-Mail, jede Dusche und jede Mahlzeit von Alarmen unterbrochen.«

von Karoline Preisler  05.03.2026

Iran

Schah-Sohn attackiert mögliche Ajatollah-Nachfolger

Der einflussreiche iranische Oppositionspolitiker Pahlavi erklärt die Suche nach einem neuen Religionsführer für aussichtslos. Der 65-Jährige bringt sich erneut als Übergangsfigur ins Spiel

 05.03.2026

Paris

Frankreich erlaubt USA beschränkte Nutzung von Militärbasen

Paris lässt zu, dass US-Flugzeuge zeitweise französische Stützpunkte nutzen. Es geht aber nicht etwa um Basen am Golf, sondern in Frankreich. Und es gibt klare Bedingungen

 05.03.2026

Brüssel

EU-Chefdiplomatin warnt: Iran-Krieg könnte Putin helfen

Füllen steigende Ölpreise Putins Kriegskasse? Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnt vor unerwünschten Nebenwirkungen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran

 05.03.2026

Teheran

Sicherheitsbedenken im Iran vor Beisetzung von Khamenei

Die iranische Führung zögert mit der Beisetzung von Religionsführer Chamenei. Grund ist ein hohes Sicherheitsrisiko

 05.03.2026

Bewaffnete Konflikte

Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf den Ukraine-Konflikt aus?

Der Krieg im Nahen Osten hat Implikationen für Russlands Invasion in der Ukraine. Moskau und Kiew bekommen dabei die Folgen auf unterschiedliche Weise zu spüren

von André Ballin, Andreas Stein  05.03.2026