Parteien

Josef Schuster warnt vor »Gewöhnung an die AfD«

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Foto: Thomas Lohnes/Zentraltrat der Juden

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, beklagt in Deutschland »eine Schieflage nach rechts«. Im niederbayerischen Landshut warnte er am Mittwochabend davor, »sich an die AfD zu gewöhnen«.

Die Partei hatte bei den vergangenen Wahlen besonders viele Stimmen im Osten des Freistaats erzielt. Schuster gab der Hoffnung Ausdruck, dass es sich um Protestwähler handele, »die bald zur Vernunft zurückkehren«.

Erinnerung Evangelische und katholische Kirche sowie die Stadt Landshut erinnerten mit einem Vortrag des Zentralratspräsidenten an die Pogromnacht vor 80 Jahren.

Deutschland als »stabile Demokratie« könne diese Schieflage korrigieren, sagte Schuster. Mut mache ihm dabei eine »demokratische Aufbruchstimmung« im Land. In vielen Städten sei in jüngster Zeit für Toleranz und gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus demonstriert worden. Er habe den Eindruck, dass die Menschen aufgewacht seien und das Erstarken des rechten Randes nicht einfach hinnähmen, sagte er.

Sieben Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs sei das jüdische Leben in Deutschland wieder vielfältig, erklärte der Zentralratspräsident. Das habe auch mit dem Thema Einwanderung zu tun. Mit dem Fall der Mauer seien viele jüdische Kontingentflüchtlinge aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion nach Deutschland gekommen.

Selbstbewusstsein In den Gemeinden habe sich eine jüdische Willkommenskultur etabliert, die zu einer Weiterentwicklung der Gemeinden und zu einem neuen jüdischen Selbstbewusstsein geführt habe, sagte er.

In Landshut gibt es heute keine eigene jüdische Gemeinde mehr. Vor der Schoa hatten laut Schuster knapp 50 Juden mit ihren Familien in der Stadt gelebt. Die Nationalsozialisten löschten diese Gemeinde jedoch vollständig aus. epd

Debatte um Erklärung

Hickhack bei Rot-Grün-Rot: Das steht in den Antisemitismus-Papieren

Die Berliner Regierungsbildung stockt, nachdem die Linke im Abgeordnetenhaus ein eigenes Papier zum Kampf gegen Antisemitismus gebilligt hat. Wo sich die zwei Erklärungen unterscheiden

 14.10.2026

Umfrage

66 Prozent der Unionswähler für Prüfung von AfD-Verbot

Eine Campact-Umfrage zeigt, dass die Wähler der Unionsparteien mehrheitlich für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens sind. Auch eine Koalition mit der AfD wird von Anhängern der Mitte-Parteien deutlich abgelehnt

 14.10.2026

Sachsen-Anhalt

Eine Woche voller Eklats

Nach der Wahl des Landtagspräsidiums bröckelt die »Brandmauer« in der CDU weiter. Das Gedenken in Halle bot einen Vorgeschmack auf ein Land unter AfD-Regierung

von André Anchuelo  14.10.2026

Ministerpräsident Sven Schulze (CDU)

Landtag von Sachsen-Anhalt

Ministerpräsidenten-Wahl: CDU will im dritten Wahlgang im Plenarsaal sein

Bei der Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt will die CDU den Plenarsaal zunächst verlassen. Für einen möglichen dritten Wahlgang kündigt Fraktionschef Sven Schulze ein anderes Vorgehen an. AfD und BSW beschließen derweil einen Antrag zur Ukraine

 14.10.2026

Berlin

»Eine gute Wahl«: Bundesregierung ernennt von Schnurbein zur Beauftragten für jüdisches Leben

Die 52-jährige EU-Beamtin ist am Mittwoch offiziell zur Nachfolgerin von Felix Klein bestellt worden. Aus den jüdischen Verbänden und Gemeinden kamen unisono positive Reaktionen

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Banaszak: Emdes Fraktions-Aus war Grundlage für Sondierungen

Die Grünen-Landesvorsitzende Stahr betont hingegen, dass ihre Partei weiter »am Tisch sitzt« und auf eine Erklärung der Linken wartet

 14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Schwerdtner bedauert Gesprächspause in Berlin

Die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung in Berlin liegen auf Eis. Linken-Bundeschefin Ines Schwerdtner hält die Erklärung ihrer Fraktion zu Antisemitismus dennoch für ausreichend

 14.10.2026

Berlin

Julia Klöckner: AfD-Verbotsverfahren nicht »aus dem Bauch heraus starten«

Die CDU-Bundestagspräsidentin warnt davor, die Rechtsaußen-Partei zum »Märtyrer« zu machen

 14.10.2026

Unterbrochene Sondierungen

Berliner CDU an Grüne und SPD: »Hand ist ausgestreckt«

Die Regierungsbildung zwischen Linken, Grünen und SPD in Berlin stockt. Nach der überraschenden Unterbrechung der Sondierungen meldet sich ein Wahlverlierer zu Wort

 14.10.2026