Zentralrat der Juden

Josef Schuster »persönlich entsetzt« über Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Foto: picture alliance/dpa

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, zeigt sich vom guten Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt schockiert. Die Partei wolle »eine Abkehr vom bundesrepublikanischen Konsens«, sagte er am Sonntagabend. »Ich bin von diesem Wahlergebnis persönlich entsetzt.«

Die AfD hat die Wahl klar gewonnen und strebt an die Regierung. Doch für eine Alleinregierung reichen nach dem vorläufigen Ergebnis ihre knapp 44 Prozent nicht. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze kommt auf gut 17 Prozent. Die Linke, die Grünen und die SPD rangieren jeweils bei Werten um 9 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht schafft es mit gut 5 Prozent knapp in den Landtag - die FDP hingegen nicht.

Zentralratspräsident Schuster warnt nun vor einer Regierungsbeteiligung der AfD in Sachsen-Anhalt. »Der Schaden, den die sogenannte Alternative für Deutschland jetzt anrichten würde, wenn Sie in Verantwortung gelangt, ist immens.« Er fürchte insbesondere »den Einfluss, den sie durch eine radikal veränderte Bildungspolitik auf so viele Kinder und Jugendliche nehmen werden«. Bildung sei »der wichtigste Grundstein für den Erhalt unserer offenen Gesellschaft und den Kampf gegen Antisemitismus.«

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Schuster weiter: »Über die letzten Monate war klar ersichtlich, welche Ziele die AfD verfolgt. Wer sie heute gewählt hat – trotz oder wegen dieser Ziele – trägt die Verantwortung für dieses Ergebnis.«

Dem vorläufigen Ergebnis zufolge erhält die AfD 39 Sitze, die CDU 15, die drei Parteien SPD, Grüne und Linke jeweils 8, das BSW 5. Die absolute Mehrheit in dem 83 Sitze umfassenden Landtag liegt bei 42. ja/dpa

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