Den Haag

Jetzt wird ermittelt - gegen den Chefankläger

Der Chefankläger am Internationalen Strafgerichtshof Karim Khan Foto: IMAGO/UPI Photo

Seit Monaten wartet die Welt mit Spannung auf die Entscheidung einer Richterkammer des Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) über die von Karim Khan, dem britischen Chefankläger des Gerichts, beantragten Haftbefehle gegen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und seinen mittlerweile aus dem Amt entlassenen Verteidigungsminister Yoav Gallant. Auch drei Hamas-Terroristen wurden angeklagt – doch sie wurden zwischenzeitlich alle von Israel eliminiert.

Am Montag gab es dann News aus Den Haag – doch die betreffen nicht Netanjahu und Gallant, sondern Khan selbst. Gegen den Chefankläger sei eine externe Untersuchung wegen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens gegen ihn eingeleitet worden, teilte der IStGH mit .

Khan wies die Vorwürfe zurück und erklärte, er werde sich an dem Prozess beteiligen und seine Arbeit fortführen. Er selbst hatte eine Untersuchung durch die interne Kontrollinstanz des Gerichts beantragt. Aber das Leitungsgremium gab nun eine »externe Untersuchung« bekannt.

In den Medien war zuvor ein Dokument bekannt geworden, in dem von »unerwünschten sexuellen Berührungen« und »Missbrauch« die Rede war.

Der britischen Zeitung »Guardian« zufolge hatte eine Anwältin sich Khans Avancen ausgesetzt gesehen. Zudem, so das Blatt, habe Khan auf eine Beschwerde wegen sexuellen Fehlverhaltens hin mit dem Versuch reagiert, das mutmaßliche Opfer davon zu überzeugen, die Vorwürfe fallen zu lassen. Auch das bestreitet der Chefankläger.

Die finnische Botschafterin Paivi Kaukoranta, die auch Vorsitzende des Gremiums der staatlichen Vertreter beim IStGH ist, erklärte am Montag, »angesichts der besonderen Umstände« habe man entschieden, »ausnahmsweise auf eine externe Untersuchung zurückzugreifen«, um »ein völlig unabhängiges, unparteiisches und faires Verfahren zu gewährleisten.«

Khan hatte in einer früheren Einlassung zu den Vorwürfen gegen ihn indirekt die Gegner seines Vorgehens gegen Israel erwähnt und hatte von einem Moment gesprochen, in dem »ich selbst und der Internationale Strafgerichtshof einer Vielzahl von Angriffen und Drohungen ausgesetzt sind.«

Allerdings, so berichtete die BBC, sollen die Vorwürfe wegen sexuellen Fehlverhaltens bereits vor seinem Antrag auf Haftbefehle im Zusammenhang mit dem Konflikt in Gaza erhoben worden sein. mth

Meinung

Hoffentlich wird Viktor Orbán abgewählt

Am 12. April stehen in Ungarn Wahlen an. Unter seinem langjährigen Ministerpräsidenten ist das Land zu einem russischen U-Boot in der Europäischen Union geworden

von Joshua Schultheis  12.04.2026 Aktualisiert

Krieg

»Schlechte Nachrichten für Iran«: Friedensgespräche zwischen USA und Mullahs scheitern

Wie es nun weitergeht, ist unklar

von Gaby Mahlberg  12.04.2026

Beirut

Unruhe im Libanon: Protest gegen Gespräche mit Israel

Die libanesische Regierung hat seit langem Gespräche mit Israel gefordert. Nun soll es bald so weit sein. Anhänger der Terrormiliz Hisbollah gehen dagegen auf die Straße

 11.04.2026

Pakistan

USA und Iran verhandeln in Islamabad

Die Delegationen aus den USA und dem Iran sind mit langen Wunschlisten in die pakistanische Hauptstadt gekommen. Die Gespräche über ein dauerhaftes Ende des Iran-Kriegs versprechen, schwierig zu werden

 11.04.2026

Armin Laschet im Deutschlandfunk

»Jetzt kommt wieder Ihre Israelphobie«

Im Interview wies der CDU-Politiker mit harschen Worten DLF-Moderator Thielko Grieß zurecht, welcher zuvor Israel scharf kritisiert hatte

von Michael Thaidigsmann  10.04.2026

Washington

Warum jetzt? Melania Trumps rätselhafter Epstein-Auftritt

Melania Trump tritt kaum allein vor die Presse. Doch jetzt spricht sie über ein Thema, das ihr Ehemann so gern umschiffen wollte: den Epstein-Skandal

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 10.04.2026

Kiew

Selenskyj: Haben Drohnen über Golfstaaten zerstört

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat die Ukraine Drohnenexperten in die Region geschickt. Dort hat Kiew laut Präsident Selenskyj seine Erfahrung in der Abwehr iranischer Drohnen demonstriert

 10.04.2026