Meinung

Israel braucht einen Befreiungsschlag

Feiern zum Nakba-Tag Foto: Flash 90

Nicht erst seit dem »Tag der Katastrophe«, sondern schon seit Monaten knarrt und knackt es ohrenbetäubend im nahöstlichen Gebälk, vor allem bei Israels direkten Nachbarn. In Jerusalem aber scheint man etwas mit den Ohren zu haben. Zu den Freiheitsbewegungen in Tunesien, Ägypten oder Syrien schwieg sich die Regierung aus, als tangiere sie das Geschehen in der Region höchstens am Rande.

Nach dem Motto: nichts hören, nichts sehen, nichts sagen – dann werden die Folgen des arabischen Frühlings schon an uns vorüberziehen. Und jetzt, wo der Protest die eigenen Grenzen überschritten hat, gibt man sich verwundert. Wie das? Israel ist keine einsame Insel in ruhiger See, sondern liegt tief in feindlichen Gewässern, wo jede Regung Wellen der Gewalt heraufbeschwören kann.

Szenario Mit der normativen Kraft des Faktischen werden sich die Demonstrationen auf Gaza und das Westjordanland ausweiten. Vor allem in Hinblick auf September mit der von den Palästinensern angestrebten Anerkennung ihres Staates durch die UN. Zugegeben, dieses Szenario ist äußerst beunruhigend: Vereint durch Facebook und Co. drängen Massen an die Grenzen, bedrohen die Souveränität des Staates. Doch Draufhauen wird sie nur entschlossener machen. Jerusalem würde daher gut daran tun, zu akzeptieren, dass der arabische Frühling gekommen ist um zu bleiben. Jetzt ist die Zeit für einen mutigen Sprung in Richtung Frieden. Nicht zuletzt um der Freunde des jüdischen Staates willen. Damit sie noch da sind, wenn man sie wirklich braucht

Entscheidung

Bundesverfassungsgericht stoppt Reiche-Video über Kritik an Linken

Die Linke hat mit einer Klage gegen die Bundeswirtschaftsministerin zumindest vorläufig Erfolg gehabt: Katherina Reiche muss bis zu einer endgültigen Entscheidung einen Instagram-Post löschen, in dem sie der Partei Antisemitismus vorwirft

 15.10.2026

Untersuchung

ADL: Manipulierte Wikipedia-Einträge über Israel immer noch nicht korrigiert

Die Anti-Defamation League wirft den Betreibern der Online-Enzyklopädie vor, zu wenig gegen die Manipulation von Einträgen zu unternehmen, die sich mit Themen wie dem Nahostkonflikt und dem 7. Oktober befassen

 15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026

Berlin

Trotz vieler Hürden: Berliner Parteien sondieren weiter

»Kommunikationsdesaster« oder heilsamer Weckruf? Nach dem Streit um das Vorgehen gegen Antisemitismus sprechen Linke, Grüne und SPD weiter über eine Regierung. Aber es bleibt schwierig

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Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Nach Eklat von Halle

Polizei ermittelt gegen jüdische Studenten

Aktivisten der Jüdischen Studierenden Union hatten sich dem rechtsextremen AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider in den Weg gestellt, als dieser an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des rechtsextremen Anschlags teilnehmen wollte. Das hat ein juristisches Nachspiel

 15.10.2026

Rechtsterrorismus

Zwickau gedenkt NSU-Opfern

Der »Nationalsozialistische Untergrund« ermordete zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Zuletzt lebte die Terrorzelle in Zwickau. Die Stadt gedenkt der Terroropfer

 15.10.2026

Hamburg

Attentate auf Josef Schuster und Volker Beck geplant: Iranische Spione müssen ins Gefängnis

Zwei Männer haben im Auftrag Teherans jüdische und proisraelische Ziele in Deutschland für Anschläge ausgespäht. Das Oberlandesgericht hat sie deshalb nun zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

von Nils Kottmann  15.10.2026 Aktualisiert

Golf von Oman

US-Militär: Schiff mit Iran-Verbindungen zerstört

Immer wieder greifen der Iran und die USA gegenseitig Handelsschiffe und Tanker an. Was ist nun passiert?

 15.10.2026

Berlin

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Das von den Sondierern beschlossene Antisemitismus-Papier soll auch in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden

 15.10.2026