Nordrhein-Westfalen

»In der Polizei fehlt psychologischer Sachverstand«

NRW will mehr gegen extremistische Haltungen in der Polizei vorgehen Foto: imago images/Tim Oelbermann

Polizisten sollen laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) künftig während der gesamten Laufbahn ihre demokratische Haltung überprüfen und entwickeln.

BERICHT In Einzel- und Team-Gesprächen mit psychologischer Unterstützung, so genannter Supervision, sollen alle Polizei-Bedienteste systematisch und verpflichtend ihre eigenen Haltungen und Erfahrungen reflektieren, wie Reul am Donnerstag in Düsseldorf erklärte. Auch die Polizei-Seelsorge solle sich an diesem Prozess beteiligen. Am Nachmittag stellte Reul den »Abschlussbericht der Stabsstelle Rechtsextremistische Tendenzen in der Polizei NRW« dem Landtag vor.

Die von Reul eingesetzte Stabsstelle hat 18 Handlungsempfehlungen erarbeitet. Sie seien in Gesprächen mit mehr als 1.000 Polizisten entstanden, erklärte der Leiter der Stabsstelle, Uwe Reichel-Offermann. Bemerkenswert sei, dass sich die Forderungen aus den Reihen der Polizei selbst sich mit denen von Experten aus der Gesellschaft deckten.

SEELSORGE »In der Polizei fehlt psychologischer Sachverstand«, sagte Reichel-Offermann. Die Stabsstelle war eingerichtet worden, nachdem im Oktober 2020 bekannt geworden war, dass Polizeibeamte in Nordrhein-Westfalen rechtsextremistisches Material in Chat-gruppen verbreitet hatten.

»Polizisten dürfen keine Extremisten sein«, unterstrich Reichel-Offermann. Bei den vorgeschlagenen Maßnahmen gehe es nicht allein darum, offen rechtsextremen Tendenzen vorzubeugen, sondern auch fremdenfeindliche oder homophobe Haltungen aufzudecken. Diesen Prozess solle auch die Polizeiseelsorge der christlichen Kirchen unterstützen, erläuterte Reichel-Offermann. Sie könne dabei ihre Erfahrungen aus der seelsorgerlichen Begleitung von Polizisten einbringen. epd

Meinung

Orden für den Botschafter: Wie Leo XIV. Irans Regime aufwertet

Mit seinem Orden für den iranischen Botschafter beim Heiligen Stuhl verpasst der Papst den Menschen im Iran symbolisch einen Tritt in die Magengrube

von Michael Thaidigsmann  13.05.2026

Meinung

Linke Luftnummer

Der Fünf-Punkte-Plan gegen Antisemitismus der Berliner Linken ist heuchlerisch. Die Partei ist derzeit nämlich nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems

von Ralf Balke  13.05.2026

TikTok

Antisemitismus per Algorithmus

Antisemitische Inhalte auf der Social-Media-Plattform treten häufig codiert auf. Reichweitenstarke Beiträge sind oft uneindeutig und werden erst im Kontext als antisemitisch erkannt

 13.05.2026

Meinung

Was Sachsen-Anhalt im Herbst droht

Nach den aktuellen Umfragen ist eine Alleinregierung für die AfD zum Greifen nah. Was das allein für die Erinnerungspolitik bedeuten würde, konnte man zuletzt an der Reaktion der Landespartei auf den 8. Mai beobachten

von Mascha Malburg  13.05.2026

Berlin

Ulf Poschardt gibt Herausgeber-Position bei »Welt« auf

Die Hintergründe

von Steffen Trumpf  13.05.2026

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026

London

Sie »fischten« mit Geld nach Juden: Zwei Männer verurteilt

»Fishing for Jews« mit einer Angel, an der ein Geldschein hängt: Im Stadtteil Stamford Hill, in dem viele Charedim wohnen, werden die Verdächtigen von den Shomrim gestellt und später festgenommen

 13.05.2026

Teheran

Weitere Hinrichtung im Iran nach Spionagevorwürfen

Die iranische Justiz hat in den vergangenen Wochen viele Männer exekutieren lassen. Nun wird wieder ein Todesurteil vollstreckt

 13.05.2026

Bern

Mengele-Akten endlich öffentlich

Der Schweizer Nachrichtendienst blockierte den Zugang zu diesen Unterlagen jahrzehntelang. Nun wird diese Sperre aufgehoben

von Nicole Dreyfus  13.05.2026