Baden-Württemberg

Finanzminister kritisiert Zentralrat der Muslime wegen Reaktion auf Terror

Danyal Bayaz (Grüne) Foto: picture alliance/dpa

Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) hat scharfe Kritik am Zentralrat der Muslime in Deutschland geübt. Es ging dabei um eine Erklärung der Organisation zum großangelegten Angriff auf die israelische Zivilbevölkerung durch die palästinensische Terrororganisation Hamas, bei dem Hunderte israelische Zivilisten ermordet wurden.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne), der selbst muslimischer Herkunft ist, hatte die muslimischen Verbände in Deutschland aufgefordert, sich zum Hamas-Terror zu äußern. Der Zentralrat der Muslime tat dies zwar, allerdings fiel der Wortlaut der Erklärung problematisch aus.

»Wir verurteilen die jüngsten Angriffe der Hamas auf Zivilisten und rufen dazu auf, sofort die Gewalt zu beenden«, so die Organisation. »Damit nicht noch mehr Opfer in der Zivilbevölkerung beklagt werden, müssen alle Seiten jetzt die Kampfhandlungen sofort einstellen.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Mehr Vorwürfe an Israel

Mit dieser Aussage versucht das Bündnis, das einen Teil der muslimischen Gemeinden in der Bundesrepublik vertritt, offensichtlich, zumindest einen Teil der Verantwortung auf Israel abzuwälzen. Die Regierung in Jerusalem hat angekündigt, dafür zu sorgen, dass die Hamas nicht mehr in der Lage sein wird, Israel anzugreifen, da dies seit Jahren immer wieder geschieht.

Auch stellte Israel klar, die Terrororganisation habe mit dem großangelegten Terrorangriff ihre eigene Bevölkerung in Gaza in Gefahr gebracht. Dennoch warnen die israelischen Streitkräfte die Einwohner in Gaza jeweils, bevor sie Gebäude zerstören, die auch von Terroristen genutzt werden, um ihnen die Chance zu geben, das Angriffsziel zu verlassen.

Der Zentralrat der Muslime machte Israel in seiner Erklärung mehr Vorwürfe als der Hamas und schien implizieren zu wollen, der jüdische Staat sei für den palästinensischen Terror verantwortlich: »Zutiefst verstörend ist, dass Siedler flankiert durch die israelische Armee seit zwei Jahren palästinensische Dörfer und die Al-Aqsa-Moschee angreifen, ohne dass die internationale Gemeinschaft eingreift.«

Unerwähnte Fakten

Unerwähnt ließ der Zentralrat der Muslime, dass Israel schon vor dem jüngsten Angriff gezwungen war, Anti-Terror-Operationen in palästinensischen Ortschaften durchzuführen, da von dort agierende Terroristen bereits vorher Israelis bedroht und ermordet hatten. Hinzu kommt: Die Al-Aqsa-Moschee wurde nicht angegriffen - schon gar nicht durch Israel.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

«Deutsche Juden und Muslime dürfen sich durch die jüngste Gewaltspirale im Nahen Osten nicht auseinander dividieren lassen», lautet die ZdM-Erklärung weiter. «Sie sind Geschwister im Glauben an den Einen Gott und solidarisieren sich gemeinsam für den Frieden hier und im Nahen Osten.»

Eine «Gewaltspirale» existiert allerdings nicht. Das Wort impliziert, zwei oder mehr Seiten eines Konfliktes würden sich gegenseitig provozieren und einander angreifen. Im Fall des israelisch-palästinensischen Konfliktes trifft dies jedoch nicht zu. Seit seiner Gründung wurde Israel immer wieder von seinen Nachbarn attackiert und terrorisiert. Der jüdische Staat war daher stets gezwungen, zu reagieren. Er griff jedoch nie Staaten oder Terrororganisationen unprovoziert an.

«Beschämender Offenbarungseid»

Die Kritik am Zentralrat der Muslime durch Danyal Bayaz fiel heftig aus: «Dieses Statement ist nicht einfach nur Whataboutism», schrieb der Minister auf X (ehemals Twitter). «Es ist ein beschämender Offenbarungseid. Solidarität mit Israel ist nicht relativierbar, schon gar nicht nach den gestrigen bestialischen Angriffen. Dazu kein Wort zu den Bildern feiernder Menschen in Neukölln. Ihr seid lost!»

Berlin

Brandenburger Tor leuchtet als Zeichen der Solidarität mit Iran-Protesten

»Die gewaltsame Niederschlagung der Proteste ändert nichts daran, dass der Drang nach Freiheit bleibt«, sagt Kai Wegner (CD), der Regierende Bürgermeister

 13.02.2026

Augsburg

Gericht kippt Redeverbot für Höcke im Allgäu

Am Wochenende sollte Thüringens AfD-Landtagsfraktionschef in zwei Hallen in Bayern als Gastredner auftreten. Die Gemeinden wehren sich – aber vorerst nur in einem Fall mit Erfolg

 13.02.2026

Meinung

Danke, Herr Minister!

Johann Wadephul hat sich von Francesca Albanese distanziert und ihren Rücktritt gefordert. Doch jetzt müssen Deutschland und andere Staaten den Druck weiter erhöhen

von Michael Thaidigsmann  13.02.2026

Meinung

Jeffrey Epstein: Ein schlechter Mensch

Der verurteilte amerikanische Sexualstraftäter ist und bleibt ein beliebig formbares Vehikel für jedweden Verschwörungsmythos

von Sophie Albers Ben Chamo  13.02.2026

Diplomatie

Berichte: USA schicken weiteren Flugzeugträger nach Nahost

Der Schritt ist eine Drohung an das Regime im Iran, mit dem US-Präsident Donald Trump gerne ein Atom-Abkommen abschließen möchte

 13.02.2026

Berlin

Internationales Auschwitz Komitee fordert AfD-Verbotsverfahren

Eva Umlauf, die Präsidentin des Komitees sagt, die Partei müsse »endlich vor die Schranken des Bundesverfassungsgerichts« gebracht werden

 13.02.2026

Analyse

Historiker: Dirigent von Karajan kein Hitler-Sympathisant

Opportunist oder Gesinnungsnazi? Das historische Bild des Dirigenten Herbert von Karajan leidet seit Längerem unter seiner NSDAP-Mitgliedschaft. Der Historiker Michael Wolffsohn will ihn nun von mehreren Vorwürfen freisprechen

von Johannes Peter Senk  13.02.2026

Ramallah

Scharia und Unterstützung für »Märtyrer«: PA veröffentlicht Verfassungsentwurf

In dem Entwurf, den Palästinenserpräsident Mahmud Abbas publizieren ließ, wird Jerusalem als »Hauptstadt des Staates Palästina« bezeichnet. Jüdische Bezüge werden im gesamten Text nicht erwähnt

 13.02.2026

München

Lauder fordert Abberufung von Francesca Albanese

Die UNO-Sonderberichterstatterin stehe für eine ideologische Agenda, die Verschwörungstheorien und spaltende, antisemitische Botschaften transportiere, sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses

von Imanuel Marcus  13.02.2026