Sachsen-Anhalt

Holocaust-Gedenkstunde wegen Bauernprotesten abgesagt

Gunnar Schellenberger (CDU), Präsident des Landtages von Sachsen-Anhalt Foto: picture alliance/dpa

Sachsen-Anhalts Landtagspräsident Gunnar Schellenberger (CDU) hat eine geplante zentrale Gedenkstunde zum nationalen Holocaustgedenktag abgesagt. Hintergrund seien angemeldete Bauernproteste für diesen Samstag auf dem Magdeburger Domplatz vor dem Parlamentsgebäude, teilte die Landtagsverwaltung am Donnerstag mit.

Grünen-Fraktionschefin Cornelia Lüddemann sagte der Deutschen Presse-Agentur vor der Sitzung, die Absage sei »an Instinktlosigkeit kaum zu überbieten«. Sie sprach von einem Alleingang Schellenbergers.

Nach der Absage kam im Parlament kurzfristig der Ältestenrat zusammen. Dort einigte man sich nach Informationen der Jüdischen Allgemeinen, dass immerhin die Kranzniederlegung am Denkmal für die verfolgten und ermordeten Magdeburger Sinti und Roma stattfinden wird. Ursprünglich hatte Landtagspräsident Schellenberger diese Veranstaltung auch abgesagt.

Zu den Bauernprotesten werden Schellenberger zufolge 2500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie rund 300 Traktoren erwartet. Es werde nicht möglich sein, für ein angemessenes Gedenken, eine ungehinderte An- und Abreise sowie eine vollständige Gewährleistung der Sicherheit der Teilnehmer Sorge zu tragen, erklärte der CDU-Politiker.

Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt betonte gegenüber der Jüdischen Allgemeinen, dass es von der Versammlungsbehörde mit Blick auf die Gedenkveranstaltung keine besonderen Auflagen gegeben habe.

Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im besetzten Polen befreit. Die Nazis hatten dort mehr als eine Million Menschen ermordet. Seit 1996 wird das Datum in Deutschland als Holocaust-Gedenktag begangen. An vielen Orten werden an diesem Tag zur Erinnerung Kränze niedergelegt. nko/dpa

Meinung

London belohnt die Verweigerungshaltung der Palästinenser

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht

von Daniel Neumann  08.09.2026

Nahost

Großbritannien wirft Israel »ethnische Säuberungen« im Westjordanland vor

Die britische Labour-Regierung unter Premier Andy Burnham schlägt einen härteren Kurs gegenüber Israels Siedlungspolitik ein. Aus Israel und den USA kommt scharfe Kritik

 08.09.2026

Den Haag

Deutschland verteidigt Waffenexporte nach Israel

Deutschland betont vor dem Internationalen Gerichtshof, dass seine Rüstungsexporte nach Israel internationalen Vorgaben entsprechen. Die Richter müssen entscheiden, ob es zum Hauptverfahren kommt

 08.09.2026

Köln

Merkel ist schockiert über AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt

Die AfD greift in Sachsen-Anhalt nach einem deutlichen Wahlerfolg nach der Macht, die regierende CDU ist dort in der Wählergunst abgestürzt. Was die Altkanzlerin dazu sagt

 08.09.2026

Berlin

Staatsanwaltschaft ermittelt nach antisemitischem Linke-Konzert

Innensenator Iris Spranger (SPD) erklärt im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses, ein Verfahren sei eingeleitet worden

 08.09.2026

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Initiativen warnen vor rechter Gewalt nach AfD-Wahlsieg

Nach dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt mahnen Initiativen mehr Unterstützung gegen rechte Gewalt an. Was lokale Akteure und die Kirche jetzt fordern

 08.09.2026

Frankfurt am Main

Michel Friedman: Union hat seit Jahren völlig falsche AfD-Politik betrieben

»Die CDU hat gerade erlebt: Das Bodenlose ist möglich«, sagt der Publizist. Was hätte die Partei ihm zufolge tun sollen?

 08.09.2026

Ramallah/Washington D.C./New York

Palästinensische Autonomiebehörde beantragt Einreisevisa für Abbas und Delegation

Die Palästinenser testen offenbar das von der amerikanischen Regierung angekündigte Einreiseverbot für Präsident Mahmud Abbas vor der UNO-Generalversammlung

 08.09.2026

Berlin

Wüst bringt Prüfung eines AfD-Verbots ins Spiel

Wie will der nordrhein-westfälische Ministerpräsident vorgehen?

 08.09.2026