Beirut

Hisbollah setzt sich über Verbot der libanesischen Regierung hinweg

Die Projektionen auf einen Felsen vor der Küste der libanesischen Hauptstadt Beirut fanden im Rahmen einer Gedenkfeier für Nasrallah statt. Foto: picture alliance / Anadolu

Die seit dem Krieg mit Israel geschwächte Hisbollah-Miliz hat sich über ein Verbot des libanesischen Ministerpräsidenten hinweggesetzt: Die proiranische Schiitenmiliz projizierte Bilder, die ihren getöteten Anführer Hassan Nasrallah zeigen, auf ein Wahrzeichen in der Hauptstadt Beirut. Ministerpräsident Nauaf Salam forderte die zuständigen Behörden auf, die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft zu ziehen. 

Die Projektionen auf einen Felsen vor der Küste der libanesischen Hauptstadt Beirut fanden im Rahmen einer Gedenkfeier für Nasrallah statt. Er war am 27. September 2024 bei einem israelischen Luftangriff ums Leben gekommen. Etliche Anhänger der Schiitenorganisation versammelten sich während der Aktion entlang der Strandpromenade. 

Projektion von Nasrallah-Bildern auf Felsen

Der Gouverneur von Beirut hatte die Kundgebung zwar genehmigt. Auch er hatte wie Ministerpräsident Salam aber untersagt, dass das Wahrzeichen der Stadt zur Projektionsfläche für Bilder von Hisbollah-Anführern wird. Salam sagte, der Verstoß der Miliz gegen die Anordnung schwäche die Glaubwürdigkeit staatlicher Institutionen. 

Seit dem Krieg mit Israel im vergangenen Herbst gilt die Hisbollah als stark geschwächt. Laut Beobachtern wollte die im Land lange Zeit mächtige Miliz mit der Aktion demonstrieren, dass sie noch immer Einfluss im Libanon habe. Das Kabinett von Salam hatte kürzlich auch einen Plan der USA angenommen, der eine vollständige Entwaffnung der Milizen bis Jahresende vorsieht. dpa

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