Berlin

Herzog kommt - aber wohl nicht nach München

Isaac Herzog will Anfang September zu seinem ersten offiziellen Besuch als Präsident des Staates Israel nach Deutschland kommen. Foto: imago images/Parsons Media

Berlin

Herzog kommt - aber wohl nicht nach München

Israels Präsident reist zu einem heiklen Moment nach Deutschland – Grund ist der 50. Jahrestag des Olympia-Attentats 1972

 19.08.2022 13:32 Uhr

Israels Staatspräsident Isaac Herzog wird Anfang September zu einem Besuch in Deutschland erwartet. Eine Sprecherin des Deutschen Bundestages bestätigte gegenüber dieser Zeitung, Herzog werde am 6. September vor dem Parlament eine Ansprache halten und sich auch mit Bundestagspräsidentin Bärbel Bas treffen. Zuletzt hatte Herzog-Vorgänger Reuven Rivlin im Januar 2020 im Bundestag gesprochen. Anlass war damals der Internationale Holocaust-Gedenktag.

JAHRESTAG Herzog soll bereits am 5. September in Berlin eintreffen und plant, an diesem Tag weitere Termine wahrzunehmen, wie die Jüdische Allgemeine erfuhr. Das Datum fällt auf den 50. Jahrestag des blutigen Anschlags auf die israelische Olympiamannschaft bei der Sommerolympiade in München.  Bislang plant Herzog nicht, an der Gedenkfeier in der bayerischen Landeshauptstadt teilzunehmen, da auch die Angehörigen der damals ermordeten Athleten und Betreuer die Gedenkfeier boykottieren wollen.

Auch Außenministerin Annalena Baerbock will nach jetzigem Stand nicht nach München fahren, wie aus dem Auswärtigen Amt zu hören war. Sie wird sich aber mit Herzog in Berlin treffen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Grund ist ein heftiger Streit über eine angemessene finanzielle Entschädigung der Hinterbliebenen durch den deutschen Staat. Bei der Entführung im Olympiadorf in München und der gescheiterten Befreiungsaktion am Flugplatz Fürstenfeldbruck waren alle elf entführten Israelis ums Leben gekommen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte sich zuletzt in die Debatte eingeschaltet und angeboten, mit den Hinterbliebenen zu sprechen. Das Bundespräsidialamt teilte am Donnerstag mit, Steinmeier wolle zwar die finanziellen Aspekte nicht kommentieren, da dies Sache der Bundesregierung sei. Der Terroranschlag durch das palästinensische Kommando »Schwarzer September« in München am September 1972 habe aber den Familien »unermesslichen Schmerz und Leid« zugefügt. mth

Essay

Ich habe Xavier Naidoos öffentlicher Abbitte geglaubt ...

Da steht er also wieder vor dem Kanzleramt. Nicht als Sänger, nicht als geläuterter Rückkehrer, nicht als jemand, der seine eigenen Irrwege wirklich aufgearbeitet hätte, sondern als Lautsprecher für den nächsten verschwörungsideologischen Ausnahmezustand

von Serdar Somuncu  27.02.2026

Analyse

Hamas-naher Verein organisiert pro-palästinensische Demos

Anadolu Gençlik Derneği gibt sich in Deutschland betont moderat, doch die Mutterorganisation in der Türkei zeigt ihre Terrorverbindungen offen

 27.02.2026

Washington D.C.

Ex-Präsident Clinton sagt vor US-Kongress zu Epstein aus

Erst Ex-Außenministerin Hillary Clinton, nun ihr Mann, Bill Clinton: Erstmals seit mehr als 40 Jahren sagt heute ein Ex-Präsident vor dem US-Kongress aus

 27.02.2026

Ehrung

Bundesverdienstkreuz für Holocaust-Überlebende Renate Aris

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer überreicht am Dienstag mehrere Bundesverdienstkreuze. Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ist die höchste deutsche Anerkennung für Menschen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen

 27.02.2026

Schmähplastik

Straßburg bestätigt deutsche Urteile: Wittenberger »Judensau« bleibt

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte erklärt die Eingabe eines jüdischen Rentners für unzulässig. Die Entscheidung ist endgültig

 27.02.2026

Montréal

Bericht über IDF-Soldaten als Gastredner an jüdischen Schulen löst Angst aus

Kritiker argumentieren, öffentlich geförderte Schulen dürften während eines Krieges keine Plattform für militärnahe Beiträge bieten. Eltern sorgen sich eher darum, dass die Schulen ihrer Kinder bloßgestellt worden seien

 27.02.2026

Washington D.C.

US-Militär legt Trump Optionen für Vorgehen gegen Iran vor

Der Oberbefehlshaber des United States Central Command, Admiral Brad Cooper, soll Trump verschiedene Einsatzvarianten erläutert haben

 27.02.2026

Würzburg

Zentralratschef Josef Schuster: »AfD-Verbot lieber heute als morgen«

Zugleich äußert er Bedenken: Scheitere ein entsprechendes Verfahren, könnte sich die Partei in ihrem demokratie- und menschenfeindlichen Kurs bestätigt fühlen

 27.02.2026

Genf/Washington D.C.

Krieg oder Atomdeal? USA und Iran beenden Verhandlungsrunde

US-Präsident Donald Trump hat der iranischen Führung ein Ultimatum gestellt. In Genf kamen Vertreter beider Staaten zusammen. Es herrscht Misstrauen

 27.02.2026