Meinung

Hassgrüße aus Ankara

Jeder vierte Türke hält den Staat Israel für eine Bedrohung. Das ergab eine Umfrage des Wall Street Journal. Und bald könnten die Zahlen noch beängstigender ausfallen. Denn die anti-israelische Propaganda bekommt jetzt eine massenkompatible Grundlage: Tal der Wölfe – Palästina lautet der Titel eines türkischen 10-Millionen-Dollar-Machwerks, das – was für ein blöder Zufall – am Holocaust-Gedenktag in die deutschen Kinos kommen sollte. Doch daraus wird nichts. Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) hat den Streifen vorerst auf den Index gesetzt. Recht so. Bereits der Trailer hämmert dem Zuschauer ein, dass das Böse in der Welt nur einen Namen hat: Israel. Es geht in diesem blutrünstigen Baller-Spektakel um den Agenten Polat Alemdar, der die Erstürmung des Gaza-Flottillen-Schiffs Mavi Marmara durch Zahal-Soldaten im Mai 2010 in dumpfester James-Bond-Manier rächen soll. »Antisemitische Grüße aus Ankara« wäre ein passenderer Titel gewesen. Juden? Beherrschen die Welt! Israel? Keine Existenzberechtigung! O-Ton Alemdar: »Ich weiß nicht, welcher Teil dieses Landes euch versprochen wurde, aber ich verspreche euch den unteren Teil dieser Erde.« Und ich verspreche, dass die FSK-Entscheidung in einschlägigen Kreisen eine Erklärung auf Tal-der-Wölfe-Niveau finden wird: Die Juden sind schuld.

Erfurt

Erkenntnisse aus dem AfD-Parteitag

Während draußen Tausende protestieren, sieht sich die AfD drinnen bereit fürs Regieren. Wer gefeiert wird, wer an Einfluss gewinnt und was es mit einem rätselhaften Star-Wars-Moment auf sich hat

von Jörg Ratzsch, Anne-Beatrice Clasmann und Stefan Hantzschmann  06.07.2026

Berlin

Kommission soll Unrecht an Sinti und Roma aufarbeiten

Auch nach 1945 haben Sinti und Roma in Deutschland Unrecht erlebt. Schon bald soll eine Kommission diesen Teil der Geschichte aufarbeiten. Das hat die Bundesregierung beschlossen

von Alexander Riedel  06.07.2026

Berlin

Wadephul: Irans Zahlung für Minenräumung wäre gerechtfertigt

»Der Iran hat rechtswidrig eine internationale Seefahrtsstraße vermint«, sagte der Bundesaußenminister

 06.07.2026

Berlin

Wegen Kritik an Passage zu Judenhass: CDU entfernt Wahlkampfvideo vorübergehend

In den sozialen Medien schreiben Kritiker, die Wahlwerbung setze friedliche Demonstrationen mit Antisemitismus gleich. Die Partei weist dies zurück

von Imanuel Marcus  06.07.2026

Vermummte Menschen mit Holzlatten

Berlin

Antisemitismus-Streit in linkem Jugendzentrum eskaliert

In Berlin-Hellersdorf ist es am Wochenende zu gewalttätigen Auseinandersetzungen wegen konträrer Positionen zu Israel gekommen

 06.07.2026

Gaza

Hamas kündigt Auflösung der De-facto-Regierung an

Auf einer Pressekonferenz verkündet die Terrororganisation die Abgabe der Koordination der zivilen Verwaltung. Die saudi-arabische Zeitung »Asharq Al-Awsat« schreibt, dies könnte den Weg für eine Übergangsverwaltung aus Fachleuten ebnen

 06.07.2026 Aktualisiert

Jerusalem

NGO Monitor wirft Ärzte ohne Grenzen tief verwurzelten Antisemitismus vor

Einem neuen Bericht zufolge erlebten zahlreiche jüdische Beschäftigte ein Arbeitsumfeld, in dem israelfeindliche Einstellungen weit verbreitet seien

 06.07.2026

USA

»Wir kommen zurück« – Wieso New Yorker Juden Deutsche werden

Mehr und mehr New Yorker Jüdinnen und Juden beantragen als Nachfahren von NS-Verfolgten die deutsche Staatsangehörigkeit. Viele sehen darin eine Rückkehr zu ihren Wurzeln – und auch eine Absicherung

von Anne Pollmann  06.07.2026

Jerusalem

Netanjahu widerspricht Vance: Israel hat »sehr viele Freunde«

Zuvor hatte US-Vizepräsident JD Vance behauptet, dass die USA der einzige internationale Verbündete Israels seien. Der israelische Präsident entgegnete, dass die internationalen Beziehungen des Landes deutlich besser seien, als es der öffentliche Eindruck vermuten lasse

 06.07.2026