Berlin

Härtere Bestrafung von Antisemitismus gefordert

Erst kürzlich wurden auf einem jüdischen Friedhof im Elsass zahlreiche Gräber mit Hakenkreuzen geschändet. Foto: dpa

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung hat von den Gerichten eine härtere Bestrafung judenfeindlicher Straftaten gefordert. »Polizei und Justiz sollten die bestehenden Instrumente häufiger anwenden«, sagte Felix Klein der »Welt am Sonntag«.

Zentralrat Er äußerte sich angesichts einer Reihe antisemitischer Vorfälle in Frankreich, die auch den Zentralrat der Juden in Deutschland mit Sorge erfüllen. »Die antisemitischen Vorfälle in Frankreich beunruhigen und erschrecken auch die jüdische Gemeinschaft in Deutschland«, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster der Zeitung.

Klein erklärte zu seiner Forderung: »Wenn zum Beispiel Gewaltdelikte aus antisemitischer, rassistischer oder anderer Hassmotivation begangen werden, sollten die Täter besonders hart bestraft werden. Von dieser Möglichkeit, die unser Strafrecht bereits vorsieht, machen viel zu wenige Gerichte Gebrauch.«

flaggen Er verlangte darüber hinaus, das Verbrennen ausländischer Flaggen aller Art unter Strafe zu stellen. In der Vergangenheit waren von pro-palästinensischen Demonstranten häufig israelische Flaggen verbrannt worden.

In Frankreich war die Zahl judenfeindlicher Vorfälle in den vergangen Monaten sprunghaft angestiegen. Erst kürzlich wurden auf einem jüdischen Friedhof im Elsass zahlreiche Gräber mit Hakenkreuzen geschändet.

eu-parlament Der Spitzenkandidat der konservativen Parteienfamilie EVP bei der Europawahl, Manfred Weber, kündigte in der Zeitung an: »Ich werde im Europäischen Parlament eine gemeinsame Initiative anregen, um eine klare Botschaft zu senden, dass Antisemitismus in Europa keinen Platz hat.« Sollte er zum EU-Kommissionspräsidenten gewählt werden, wolle er einen Pakt gegen den Antisemitismus in Europa auf den Weg bringen.

»Ein entsprechendes Maßnahmenpaket werde ich in den kommenden Wochen vorschlagen«, sagte der CSU-Politiker. Nötig seien eine europaweit geltende gemeinsame Definition von Antisemitismus, strikte Regeln in den sozialen Medien und mehr Engagement der Internetkonzerne.  dpa

 

Meinung

Wie London die Verweigerungshaltung der Palästinenser belohnt

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  11.09.2026

Deutschland

Morddrohung gegen Charlotte Knobloch nach AfD-Wahlsieg

Die Gewaltandrohung steht in explizitem Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD. Knobloch sagt aus Sicherheitsgründen Veranstaltung ab

 11.09.2026

Berlin

Juden im Visier? Mutmaßliche Hamas-Leute in Berlin angeklagt

Sturmgewehr, Pistolen, Munition: Mutmaßliche Mitglieder der Hamas sollen von Deutschland aus Waffen für Anschläge der Terrorvereinigung besorgt haben. Die Bundesanwaltschaft zieht erneut vor Gericht

 11.09.2026 Aktualisiert

Meinung

Droht in Sachsen-Anhalt eine Allianz der Antisemiten?

In Sachsen-Anhalt könnte es zu einer Zusammenarbeit zwischen AfD und BSW, die potenziell gravierende Folgen hat für die jüdische Gemeinschaft

von Igor Matviyets  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026

Hamburg

Senator Grote unterstützt Prüfung von AfD-Verbotsverfahren

Nach dem Wahlerfolg der rechtsextremistischen AfD in Sachsen-Anhalt könnte die Partei an die Regierung kommen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz hält es für einen logischen Schritt, nun ein Verbot zu prüfen

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Tel Aviv

Antisemitische 9/11-Verschwörungsmythen tauchen zum 25. Jahrestag wieder auf

Die israelische Organisation CyberWell dokumentiert entsprechende Beiträge auf mehreren großen Social-Media-Plattformen

 11.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  11.09.2026