Bundestagswahl

»Größte demokratische Herausforderung seit 1949«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR

Dass die AfD mit einem zweistelligen Ergebnis ins Parlament einzieht, bezeichnet der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, als größte demokratische Herausforderung seit 1949.

»Leider sind unsere Befürchtungen wahr geworden: Eine Partei, die rechtsextremes Gedankengut in ihre Reihen duldet und gegen Minderheiten in unserem Land hetzt, ist jetzt nicht nur in fast allen Länderparlamenten, sondern auch im Bundestag vertreten.« Erstmals sei eine rechtspopulistische Partei mit starken Überschneidungen zur rechtsextremen Szene in dieser Größenordnung in den Bundestag gewählt worden.

parlament Er erwarte von den demokratischen Kräften, so Schuster, dass sie das wahre Gesicht der AfD enthüllen und die leeren, populistischen Versprechen der Partei entlarven. Jetzt gelte es, im Parlament selbst für die Demokratie zu kämpfen und ihre Werte vehement zu verteidigen.

Die anderen im Bundestag vertretenen Parteien dürften sich von der AfD weder gegeneinander ausspielen noch provozieren lassen, so der Zentralratspräsident. »Ein Ziel sollte alle demokratischen Parteien vereinen: den Wählern zu verdeutlichen, dass die AfD keine Alternative ist, damit sie dort landet, wo sie hingehört – unter der Fünf-Prozent-Hürde!«

Reaktionen Der Präsident des World Jewish Congress (WJC), Ronald S. Lauder, nannte es abscheulich, dass die AfD nun im Bundestag eine Bühne bekomme. Die Partei sei beschämend und reaktionär, sie erinnere an die dunkelsten Seite der deutschen Geschichte.

Der European Jewish Congress (EJC) rief die großen Parteien im deutschen Parlament auf, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten. »Wir vertrauen darauf, dass die Parteien der Mitte im Bundestag dafür sorgen werden, dass die AfD in der künftigen Regierungskoalition nicht vertreten sein wird«, sagte der Präsident des EJC, Moshe Kantor.

Auch Jonathan Arkush, Vorstandsvorsitzender des britischen Board of Deputies, äußerte massive Bedenken hinsichtlich des Abschneidens der AfD: »Wir teilen die weit verbreitete Sorge, dass die rechtsaußen stehende AfD rund 13 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte und rund 90 Sitze im Parlament haben wird.« Die AfD sei »eine reaktionäre Bewegung«, die mit rassistischen Themen spiele und die Nazi-Zeit verharmlose. Arkush rief die übrigen Parteien auf, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten. ja/epd

Gaza

Hamas lehnt Entwaffnungsplan ab

Die Terrororganisation wirft dem Vermittler Mladenov eine »israelfreundliche Haltung« vor. Fortschritte bleiben aus

 16.04.2026

Washington D.C.

Republikaner stoppen Iran-Resolution – mehr Demokraten gegen Waffen für Israel

Die Demokraten wollen Präsident Trumps Militäreinsätze gegen das iranische Regime bremsen und Rüstungslieferungen an Israel stoppen, aber die Republikaner blockieren die Vorhaben

 16.04.2026

Brandenburg/Ravensbrück

Schulen sagen Besuche in KZ-Gedenkstätten ab: Der Grund ist beunruhigend

 16.04.2026

London

Zwei Festnahmen nach versuchtem Brandanschlag auf Synagoge

Die Polizei spricht von einem antisemitischem Hassverbrechen

 16.04.2026

Meinung

Ein Boykott, der auch den Palästinensern schadet

Das Studierendenparlament der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf würde gerne die akademische Kooperation mit Israel beenden. Dabei ist interkultureller Austausch nicht zuletzt für die Friedensbemühungen in Nahost essenziell

von Michael Ilyaev  15.04.2026

Meinung

Große Worte, leiser Rückzug – und Israel bleibt zurück

Für Israel war US-Präsident Trumps harte Linie gegen Iran eine sicherheitspolitische Rückendeckung. Jetzt, wo Trump den Rückzug angedeutet hat, entsteht ein strategisches und militärisches Vakuum

von Roman Haller  15.04.2026

Interview

»Auch Clickbait spielt eine Rolle«

Wie kommt es zu den israelfeindlichen und antisemitischen Narrativen in deutschen Medien? Lukas Uwira hat dazu geforscht

von Chris Schinke  15.04.2026

Nahost

Iran droht USA mit Angriffen

Die USA blockieren Schiffe mit Ziel iranischer Häfen. Teheran droht mit Konsequenzen für die fragile Waffenruhe

 15.04.2026

Berlin

Immer mehr Israelis beantragen deutsche Staatsbürgerschaft

Innerhalb weniger Jahre vervierfacht sich die Einbürgerung von Menschen aus dem jüdischen Staat

 15.04.2026