Justiz

Gericht will Urteil gegen AfD-Politiker Höcke im Mai fällen

Björn Höcke (AfD), Co-Vorsitzender der AfD in Thüringen, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird Foto: picture alliance/dpa

Das Urteil gegen Björn Höcke vor dem Landgericht in Halle soll Mitte Mai fallen. Der Vorsitzende Richter sagte am Freitag, er erwarte, dass es am nächsten Prozesstag verkündet werden kann. Dieser ist für den 14. Mai angesetzt. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft aus »prozessökonomischen Gründen« am Ende des dritten Verhandlungstages einen Antrag zurückgezogen, der vorsah eine weitere Anklage mitzuverhandeln. 

Dadurch hätte sich im Falle einer Verurteilung die Strafe für Höcke ändern können. Nun soll es erst einmal nur um eine Rede von Höcke gehen, die er im Mai 2021 in Merseburg (Sachsen-Anhalt) gehalten und dabei einen verbotenen Nazi-Spruch verwendet hat. Er hat dabei maximal eine Geldstrafe zu befürchten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 52-Jährigen vor, in der Rede wissentlich eine Parole der Sturmabteilung (SA) der NSDAP verwendet zu haben. Ihm wird das Verwenden Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen zur Last gelegt. Höcke - früherer Geschichtslehrer - hatte die Vorwürfe vor Gericht entschieden zurückgewiesen. 

Der dritte Prozesstag am Freitag verlief kürzer als erwartet. Es war denkbar gewesen, dass die Beweisaufnahme geschlossen und Schlussvorträge gehalten werden. Nichts davon war der Fall. Während der Verhandlung stellten sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung verschiedene Anträge. Sie verhinderten, dass die Beweisaufnahme geschlossen werden konnte. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass unter anderem verschiedene Videos zeigen sollten, welche »Gesinnung aus der Tat spricht«. Außerdem beantragten beide Seiten den Einbezug mehrerer Presseberichte über Höcke. 

Die zuständige Kammer des Landgerichts sah sich nach Angaben von Gerichtssprecherin Adina Kessler-Jensch nicht in der Lage, über alle Anträge zu entscheiden. Im Hinblick auf einzelne Berichte und die Videos ist deshalb derzeit noch offen, ob sie in dem Prozess als Beweismittel dienen. Am nächsten Verhandlungstag Mitte Mai sollen dann die Schlussvorträge und das Urteil folgen.

Eines der Videos, das laut Antrag der Staatsanwaltschaft als Beweismittel einbezogen werden soll, zeigt eine Rede, die Höcke im thüringischen Gera gehalten hat. Wegen ihr hatte die Staatsanwaltschaft die zweite Anklage gegen den Politiker erhoben, die nun nicht mehr Teil des Prozesses wird. 

Nach Angaben des Gerichts ist davon auszugehen, dass der Fall in Gera zeitnah in einem zweiten Verfahren verhandelt wird. Der Prozess werde voraussichtlich »zu einem Zeitpunkt, der nicht so in weiter Ferne liegt« stattfinden, sagte Kessler-Jensch am Freitag. Höcke wird also auf die Anklagebank des Landgerichts Halle zurückkehren müssen. 

Der Prozess gegen den 52-Jährigen wurde Mitte April eröffnet. Es ist der erste dieser Art gegen Höcke. Bei der Landtagswahl am 1. September in Thüringen will der in Nordrhein-Westfalen geborene AfD-Politiker als Spitzenkandidat seiner Partei antreten. Vor Gericht beantwortete er am Freitag Detailfragen zu seinem Lebenslauf - machte unter anderem Angaben zu seinem Werdegang. 

In Zukunft wird sich Höcke außerdem wegen weiterer Vorwürfe vor Gericht verantworten müssen. Am Landgericht Mühlhausen wurde eine Anklage gegen ihn wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung zugelassen – Termine für die Verhandlung gibt es dort auch noch nicht. 

Straße von Hormus

US-Marine soll jeden Minenleger versenken

Der amerikanische Präsident Donald Trump verschärft seinen Kurs gegen den Iran

 23.04.2026

Berlin

Bundesregierung sieht Chance bei Verhandlungen zwischen USA und Iran

Kehren die Washington und Teheran zurück an den Verhandlungstisch? Die Bundesregierung sieht in Verhandlungen eine Chance für den Frieden

 23.04.2026

Parteien

Streit um Israel: Linke auf der Sandbank?

Die Linke ringt weiter über ihre Haltung zu Israel und zum Nahostkonflikt. Der Parteivorstand will mit einem Leitantrag für den Parteitag in Postdam im Juni den Streit befrieden. Doch auch eine Personalie sorgt für Diskussionen

von Michael Thaidigsmann  23.04.2026

Zukünftige Führung

Schah-Sohn Reza Pahlavi wirbt in Berlin für härteren Kurs gegen Mullahs

Reza Pahlavi sieht keine Reformer in der iranischen Führung und wirbt für einen politischen Wandel. Vor seinem Auftritt wurde er mit Tomaten beworfen

 23.04.2026 Aktualisiert

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Arlington (Virginia)

Pentagon warnt: Räumung von Minen in Straße von Hormus könnte ein halbes Jahr dauern

Der Streitkräfteausschusses im Repräsentantenhaus wird darüber informiert, dass Teheran mindestens 20 Minen in und um der wichtigen Meerenge platziert haben soll

 23.04.2026

China

Viraler Judenhass in China

Im Zuge des Iran-Kriegs nimmt der Antisemitismus im Diskurs der asiatischen Großmacht dramatisch zu. Eine Analyse

von Sven Benentreu  23.04.2026

Magdeburg

Landtag setzt mit Staatsvertrag Zeichen gegen Antisemitismus

Am 12. Dezember 2025 hatten das Land und die jüdischen Gemeinden Sachsen-Anhalt den geänderten Staatsvertrag unterzeichnet. Am Mittwochabend hat der Landtag den Vertrag beschlossen

 23.04.2026

Houston

Jüdisches Gemeindezentrum nach Drohungen geschlossen

Betroffen ist auch die Shlenker School, eine zur Gemeinde gehörende Gesamtschule. Das FBI und die Polizei ermitteln

 23.04.2026