Würzburg

»Gegen Stimmungsmache vorgehen«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR / Lohnes

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hält die »Pegida«-Bewegung für brandgefährlich: »Mit verbalen Attacken fängt es an und mündet in Anschläge wie jetzt in Bayern auf das geplante Flüchtlingsheim.« Gruppen vom ganz rechten Rand würden die Verunsicherung vieler Bürger schamlos ausnützen.

Berichte über Salafisten, über geplante Anschläge islamistischer Terroristen und über Syrien-Rückkehrer würden gemeinsam mit steigenden Flüchtlingszahlen Ängste schüren, so Schuster. Die Politik müsse diese Ängste ernst nehmen und Aufklärung leisten.

flüchtlinge Die Bürger müssten mit einbezogen werden, wenn in ihrer Nachbarschaft eine Unterkunft für Flüchtlinge eingerichtet werden soll. »Vor allem aber ist unsere ganze Gesellschaft gefordert. Klar und deutlich müssen wir sagen: Muslime gehören zu unserem Land. Religiöse Minderheiten wie Muslime sind keine Bedrohung für dieses Land, sondern eine Bereicherung.«

Deutschland stehe als eines der reichsten Länder der Erde in der moralischen Pflicht, Menschen aufzunehmen, die aus ihrer Heimat fliehen müssen, meint der Zentralratspräsident. »Zu anderen Zeiten mussten Tausende von Menschen Deutschland verlassen, um ihr Leben zu retten.« Jetzt sei Deutschland an der Reihe, Menschlichkeit zu zeigen, betont Josef Schuster. »Wir alle sind jetzt aufgefordert, gegen die Stimmungsmache von Pegida vorzugehen und uns schützend an die Seite der bedrohten Menschen zu stellen.« ja

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