Würzburg

»Gegen Stimmungsmache vorgehen«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR / Lohnes

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hält die »Pegida«-Bewegung für brandgefährlich: »Mit verbalen Attacken fängt es an und mündet in Anschläge wie jetzt in Bayern auf das geplante Flüchtlingsheim.« Gruppen vom ganz rechten Rand würden die Verunsicherung vieler Bürger schamlos ausnützen.

Berichte über Salafisten, über geplante Anschläge islamistischer Terroristen und über Syrien-Rückkehrer würden gemeinsam mit steigenden Flüchtlingszahlen Ängste schüren, so Schuster. Die Politik müsse diese Ängste ernst nehmen und Aufklärung leisten.

flüchtlinge Die Bürger müssten mit einbezogen werden, wenn in ihrer Nachbarschaft eine Unterkunft für Flüchtlinge eingerichtet werden soll. »Vor allem aber ist unsere ganze Gesellschaft gefordert. Klar und deutlich müssen wir sagen: Muslime gehören zu unserem Land. Religiöse Minderheiten wie Muslime sind keine Bedrohung für dieses Land, sondern eine Bereicherung.«

Deutschland stehe als eines der reichsten Länder der Erde in der moralischen Pflicht, Menschen aufzunehmen, die aus ihrer Heimat fliehen müssen, meint der Zentralratspräsident. »Zu anderen Zeiten mussten Tausende von Menschen Deutschland verlassen, um ihr Leben zu retten.« Jetzt sei Deutschland an der Reihe, Menschlichkeit zu zeigen, betont Josef Schuster. »Wir alle sind jetzt aufgefordert, gegen die Stimmungsmache von Pegida vorzugehen und uns schützend an die Seite der bedrohten Menschen zu stellen.« ja

Andenken

Vier Schulen und mehrere Plätze nach Margot Friedländer benannt

Vor einem Jahr - am 9. Mai - starb die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer mit 103 Jahren. Für viele war sie ein Vorbild. Inzwischen tragen immer mehr Schulen, Straßen und Plätze ihren Namen. Eine Übersicht

von Karin Wollschläger  08.05.2026

Essay

Wenn meine Töchter mich fragen

Am 8. Mai 1945 wurde der NS-Staat besiegt, aber nicht das Denken, das ihn ermöglicht hat. Der Hass wächst heute wieder. Werde ich meinen Kindern einmal sagen können, dass ich nicht geschwiegen, sondern widersprochen habe?

von Andreas Albrecht  08.05.2026

Initiative

Antisemitismusbeauftragter Klein begrüßt Gesetzentwürfe im Bundesrat

Im Bundesrat geht es an diesem Freitag um den Handel mit Nazi-Opfer-Gegenständen und um das Leugnen des Existenzrechts Israels. Der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein begrüßt die Vorstöße

von Anita Hirschbeck  08.05.2026

Meinung

Der »Tag des Sieges« und der Krieg heute

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges müssen wir die Geschichte neu aufrollen und hinterfragen, wie wir mit dem stets pompös begangenen 9. Mai umgehen sollen

von Irina Bondas  08.05.2026

Washington D.C./Teheran

USA fordern Freilassung von Nobelpreisträgerin Mohammadi

Der Gesundheitszustand der inhaftierten iranischen Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist schlecht

 08.05.2026

Boulder/Washington D.C.

Brandanschlag auf Solidaritäts-Demo für Hamas-Geiseln: Täter bekennt sich schuldig

Nach dem tödlichen Angriff in Colorado auf eine Solidaritätskundgebung für israelische Geiseln droht dem mutmaßlichen Täter nach seinem Geständnis nun lebenslange Haft

 08.05.2026

Washington D.C.

USA laden Israel und Libanon zu neuer Gesprächsrunde ein

Nach israelischen Angaben soll es bei den Treffen unter anderem um konkrete Schritte zur Entwaffnung der Hisbollah gehen

 08.05.2026

Washington D.C.

Trump nach Eskalation in Straße von Hormus: USA gaben dem Iran »nur einen kleinen Klaps«

Nach Angaben des US-Zentralkommandos gerieten drei Zerstörer während ihrer Passage durch die Meerenge unter Beschuss. Das amerikanische Militär reagierte

 08.05.2026

Meinung

LMU München: Ein Abschiedsbrief an meine geliebte Alma Mater

Ein Liebesbrief aus Enttäuschung an eine Universität, die sich selbst zu verlieren droht

von Guy Katz  08.05.2026