Berlin/Hamburg

Gedenkstunden an Befreiung von Auschwitz

Der Pianist Igor Levit 2019 in Köln Foto: imago images / Future Image

Mit einer Gedenkstunde hat das Land Niedersachsen am Sonntag an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 76 Jahren erinnert. In der auf Youtube aus der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin live übertragenen Veranstaltung spielte der Pianist Igor Levit von Überlebenden ausgewählte Musikstücke. Rund 600 Zuschauer verfolgten die Veranstaltung

BOTSCHAFT Der Vize-Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, sagte bei der Veranstaltung, 76 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee seien Antisemitismus, Rechtsextremismus und Hass weiterhin nicht besiegt und erledigt. Den Auschwitz-Überlebenden sei deshalb die Botschaft an heutige und künftige Generationen wichtig: »Erinnert euch, hört zu!« Das deutsche Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee befreit worden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Mit einer Open-Air-Ausstellung in der Nähe des Berliner Holocaust-Mahnmals erinnert das Internationale Auschwitz Komitee seit Mittwoch an die Befreiung des Konzentrationslagers vor 76 Jahren. Die Ausstellung an der Landesvertretung von Niedersachsen steht unter der Überschrift »Was habe ich erreicht? - Überlebende von Auschwitz ziehen Bilanz«. Sie ist bis zum 31. Januar zu sehen. Gezeigt werden knapp 20 Porträts von ehemaligen KZ-Häftlingen. Sie sind mit jeweils einem Zitat versehen.

HAMBURG Unterdessen hat die KZ-Überlebende Esther Bejarano (96), Vorsitzende des Auschwitz-Komitees in Hamburg, vor dem Holocaust-Gedenktag am 27. Januar an die Deutschen appelliert, sich stärker gegen Antisemitismus, Antiziganismus und Rassismus zu engagieren. Sie forderte, den 8. Mai als »Tag der Befreiung vom NS-Regime« zum gesetzlichen Feiertag zu erklären. Dieser Feiertag sollte den großen Hoffnungen der Menschen »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit« gewidmet werden, sagte Bejarano während einer digitalen Gedenkveranstaltung des Auschwitz-Komitees zum Holocaust am Sonntag in Hamburg.

Ein Vergessen des Holocaust sei für Juden derzeit gar nicht möglich, sagte die Schweizer Regisseurin Eva Stocker, deren Film »Der Krieg gegen die Juden« im vergangenen Herbst in der Schweiz Premiere hatte. Jedes Hakenkreuz an einer Synagoge und jede Hassbotschaft von Rechtsextremen erinnere die Juden ihre Geschichte in der NS-Zeit. Stocker wuchs bei ungarischen Adoptiveltern auf. Per Zufall erfuhr sie erst Jahrzehnte später, dass sie als Säugling aus einem der Deportationszüge gereicht wurde, die nach Auschwitz fuhren. Ein Bahnbeamter nahm sie entgegen und rettete so ihr Leben.

CORONA-LEUGNER Bejarano kritisierte die Corona-Leugner. Das Tragen einer Maske werde von ihnen als »Freiheitsberaubung« abgelehnt. Bejarano: »Die wissen nicht, wovon sie sprechen.« Die Geschichte habe gezeigt, dass Verschwörungsideologien leicht in Vernichtungsideologien münden könnten.

Sie kritisierte zudem, dass Antifa-Gruppen immer häufiger drangsaliert würden und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) die Gemeinnützigkeit abgesprochen werde. Bejarano hatte im KZ Auschwitz-Birkenau im Mädchen-Orchester Akkordeon gespielt. Nach dem Krieg lebte sie in Israel und zog 1960 nach Hamburg. epd

Österreich

Israelische Familie wegen Herkunft nicht bedient?

An einem Imbissstand im Salzburger Land wurden Touristen mutmaßliche Opfer antisemitischer Diskriminierung

 29.09.2026

Jahrestag

Terrorunterstützer planen für den 7. Oktober israelfeindliche Demos

In Duisburg, Frankfurt, Hannover und Köln sind Kundgebungen vorgesehen. Aufrufe zur Teilnahme enthalten unverblümte Terroraufrufe

von Imanuel Marcus  29.09.2026

UNO

Francesca Albanese korrigiert umstrittene Holocaust-Aussage

In einem Interview hatte die Sonderberichterstatterin für die palästinensischen Gebiete behauptet, Juden seien in Konzentrationslagern auf dem Weg in die Gaskammern als »Muslime« bezeichnet worden

 29.09.2026

Washington D.C.

Sanktionserleichterungen für Iran? Trump dementiert Bericht

Wie geht es weiter im US-Krieg gegen den Iran? Im Gespräch sollen Sanktionserleichterungen für Teheran sein. Der US-Präsident bestreitet das

 29.09.2026

Berlin

Berliner Linke gerät wegen weiterer Clan-Kontakte unter Druck

Welche Großfamilie war noch auf der Wahlparty der linken Wahlgewinner vertreten?

 29.09.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD sprechen ab Donnerstag

Nach dem Willen von Grünen und SPD soll es sich um ein »gemeinsames Vorgespräch« zur Verständigung bei dem zuletzt heftig diskutierten Thema Antisemitismus handeln

 29.09.2026

25 Jahre nach Durban-Erklärung

Wegen Judenhass: Deutschland bleibt UN-Treffen zu Rassismus fern

Die Bundesrepublik hat nicht an einem umstrittenen UN-Treffen zum Kampf gegen Rassismus in New York teilgenommen

 29.09.2026

Terrorismus

»Wenn sie einen Raum betrat, ging die Sonne auf« - Zwei Mütter, ihre verlorenen Töchter und der 7. Oktober 2023

Ricarda Louks Tochter Shani und Sonja Bohl-Denckers Tochter Carolin wurden vor drei Jahren von der islamistischen Hamas ermordet. Ihre Mütter schildern, wie sie mit dem Verlust zurechtkommen - und was sie sich wünschen

von Nina Schmedding  29.09.2026

Geschichte

Zwölf Todesurteile - und nur wenig Schuldbewusstsein: Nürnberger Prozess gegen Hauptkriegsverbrecher endet vor 80 Jahren

Er ist der Vater aller Kriegstribunale. Vor 80 Jahren endete in Nürnberg der Prozess gegen die deutschen Hauptkriegsverbrecher. Erstmals wurden Staatsmänner für ihre Taten verantwortlich gemacht. Und hingerichtet

von Christoph Arens  29.09.2026