Berlin

Faeser will rasche Verabschiedung des Demokratiefördergesetzes

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) Foto: picture alliance / Flashpic

Bundesinnenminister Nancy Faeser dringt vor dem Hintergrund antisemitischer Ausschreitungen in Deutschland auf eine schnelle Verabschiedung des von der Regierung vorgelegten Demokratiefördergesetzes. »Wir müssen daher gerade jetzt die Initiativen stärken, die sich schützend und unterstützend an die Seite der Jüdinnen und Juden stellen«, sagte sie.

»Deshalb brauchen wir jetzt das Demokratiefördergesetz, das Familienministerin Lisa Paus und ich schon vor Monaten in den Bundestag eingebracht haben«, erklärte Faeser gegenüber der »Rheinischen Post«.

»Die parlamentarischen Beratungen sind weit fortgeschritten, es sollte jetzt schnell beschlossen werden«, mahnte die SPD-Politikerin. Mit dem Gesetz könnten gerade auch Initiativen gegen Antisemitismus verlässlich gefördert und nachhaltig gestärkt werden. »Das ist gerade jetzt unbedingt notwendig«, unterstrich Faeser.

Bessere finanzielle Grundlage

Das Demokratiefördergesetz soll Vereine und Organisationen, die sich für die Stärkung der Demokratie und die Prävention von Extremismus einsetzen, künftig mit einer besseren finanziellen Grundlage ausstatten. »Den Kampf gegen Antisemitismus können wir nicht nur mit starken Sicherheitsbehörden führen, sondern wir müssen auch alle gesellschaftlichen Kräfte stärken. Wir müssen dem Hass den Raum nehmen - überall, ob in sozialen Medien, in Schulen und auf den Straßen«, sagte Faeser der Zeitung.

Der Antisemitismusexperte Benjamin Steinitz befürchtet angesichts des andauernden Gaza-Krieges eine weitere Radikalisierung pro-palästinensischer Proteste in der Bundesrepublik: »In Berlin, in Nordrhein-Westfalen, aber auch in anderen Teilen Deutschlands wurde in den vergangenen Tagen ganz offen bei Demonstrationen der Terror der Hamas als legitimer Widerstand verherrlicht«, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

»Meine große Sorge ist, dass diese Versammlungen anwachsen werden, je länger der Krieg dauert. Und je größer sie werden, umso mehr werden diese Positionen normalisiert, und die Teilnehmer können sich radikalisieren«, fügte er hinzu. dpa

Washington

Trump: Iran muss sofort seine Stellvertreter im Libanon stoppen

Der Iran muss seine Proxys im Libanon unter Kontrolle bringen, fordert Trump. Andernfalls müsse Teheran mit harten Konsequenzen rechnen

 21.06.2026

Potsdam

Linke sucht Kontakt mit Juden im Kampf gegen Antisemitismus

Der Partei wird immer wieder Antisemitismus vorgeworfen. Nun heißt es in einem Beschluss, dass der Parteivorstand mit jüdischen Verbänden in den Austausch gehen soll

 21.06.2026

Iran-Verhandlungen

US-Vizepräsident Vance sieht »große Fortschritte«

In der Schweiz wird über ein Ende des Iran-Kriegs verhandelt. US-Vizepräsident Vance bewertet den Auftakt der Gespräche offenbar als Erfolg

 21.06.2026

Teheran

Iran: Verhandlungen mit USA auf einen Tag begrenzt

Die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington in der Schweiz wurden mit Spannung beobachtet. Nun dämpft der Iran die Erwartungen

 21.06.2026

Meinung

Die Linkspartei ist für Juden unwählbar geworden

Jede Hoffnung, »Die Linke« könnte ein vernünftiger Partner werden, wurde enttäuscht. Die Partei unterstützt konsequent die Kräfte, die jüdisches Leben unmöglich machen wollen

von Sigmount A. Königsberg  21.06.2026

Berlin

Mann mit Kippa beleidigt und bespuckt

Laut eines Medienberichts kam es am Samstag in Berlin-Charlottenburg zu einem antisemitischen Vorfall

 21.06.2026 Aktualisiert

Kiew

Selenskyj schickt polnischen Orden zurück

Weil er eine Einheit ehrt, die im Zweiten Weltkrieg Massaker an Polen und Juden begangen hat, entzieht Polens Präsident Nawrocki dem ukrainischen Staatschef Selenskyj die höchste Auszeichnung des Landes. Der schickt den Orden jetzt per Post zurück

 21.06.2026

Potsdam

Neuer Linken-Chef: Kein Unterschied zwischen CDU »und den Faschisten selbst«

Luigi Pantisano sorgte am Wochenende auf dem Linken-Parteitag in Brandenburg mit einer Aussage für Empörung. Kurz darauf wurde er mit lediglich 53 Prozent zum Co-Vorsitzenden der Partei gewählt

 21.06.2026

Luzern

Gespräche zwischen Iran und USA starten

Es geht um Teherans Atomprogramm und ein Ende der Kämpfe zwischen der Terrormiliz Hisbollah und Israel: Heute wollen Vertreter der USA und des Irans in der Schweiz Lösungen für diese heiklen Probleme näherkommen

 21.06.2026