Nahost

EU warnt Serbien und Kosovo vor Botschaften in Jerusalem

Treffen von US-Präsident Trump am Freitag mit dem serbischen Präsidenten Vucic und dem kosovarischen Ministerpräsidenten Hoti im Weißen Haus Foto: imago

Die EU hat Serbien und das Kosovo vor einer Eröffnung von Botschaften in Jerusalem gewarnt. Ein solcher Schritt könne die Chancen auf eine Aufnahme in die EU untergraben, sagte EU-Kommissionssprecher Peter Stano am Montag, während Serbien und Kosovo unter EU-Vermittlung über eine Normalisierung ihrer Beziehungen verhandelten.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Alle diplomatischen Schritte, die die gemeinsame EU-Position zu Jerusalem infrage stellen, sind ein Grund für ernste Sorge«, sagte Stano.

»Es gibt kein EU-Mitgliedsland mit einer Botschaft in Jerusalem«, betont die EU.

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag verkündet, Serbien und Kosovo wollten ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit ausbauen, dies sei ein historisches Abkommen. Außerdem werde Serbien seine Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen und Israel und Kosovo wollten sich künftig gegenseitig anerkennen.

MUSLIME Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte später, das Kosovo werde seine Botschaft in Jerusalem eröffnen - als erstes Land mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung.

Die gemeinsame Position der EU ist, dass der Status Jerusalems in Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern geklärt werden solle und dass der Aufnahmekandidat Serbien dies respektieren müsse. »Es gibt kein EU-Mitgliedsland mit einer Botschaft in Jerusalem«, betonte Stano. Auch das Kosovo will EU-Mitglied werden.

Der kosovarische Präsident versucht, Befürchtungen in der Türkei und der Arabischen Liga wegen der Anerkennung Israels zu zerstreuen.

Die serbische Regierung nahm von ihrer Zusage gegenüber Trump offenbar etwas Abstand. Außenminister Ivica Dacic sagte, das Kabinett müsse eine endgültige Entscheidung noch diskutieren und diese hänge von »einer Reihe von Faktoren« ab.

SORGE Der kosovarische Präsident Hashim Thaci versuchte derweil, Befürchtungen in der Türkei und der Arabischen Liga wegen der Anerkennung Israels zu zerstreuen. »Eine solche Anerkennung wird unter keinen Umständen die strategische, freundschaftliche und brüderliche Partnerschaft mit der Türkei verletzen«, sagte Thaci nach einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan.

Das Kosovo hatte sich 1998/1999 in einem Krieg von Serbien gelöst und 2008 für unabhängig erklärt. Serbien erkennt diesen Schritt nicht an. Der serbische Präsident Aleksander Vucic und der kosovarische Regierungschef Avdullah Hoti erklärten am Montag, ihre Gespräche zur Normalisierung der Beziehungen sollten unter EU-Vermittlung weitergehen.

Die Integration in die EU und weitere Arbeit am EU-vermittelten Belgrad-Pristina-Dialog hätten höchste Priorität. Auch dies schien Trump Erklärung vom Freitag zu relativieren. dpa

Meinung

Orden für den Botschafter: Wie Leo XIV. Irans Regime aufwertet

Mit seinem Orden für den iranischen Botschafter beim Heiligen Stuhl verpasst der Papst den Menschen im Iran symbolisch einen Tritt in die Magengrube

von Michael Thaidigsmann  13.05.2026

Meinung

Linke Luftnummer

Der Fünf-Punkte-Plan gegen Antisemitismus der Berliner Linken ist heuchlerisch. Die Partei ist derzeit nämlich nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems

von Ralf Balke  13.05.2026

TikTok

Antisemitismus per Algorithmus

Antisemitische Inhalte auf der Social-Media-Plattform treten häufig codiert auf. Reichweitenstarke Beiträge sind oft uneindeutig und werden erst im Kontext als antisemitisch erkannt

 13.05.2026

Meinung

Was Sachsen-Anhalt im Herbst droht

Nach den aktuellen Umfragen ist eine Alleinregierung für die AfD zum Greifen nah. Was das allein für die Erinnerungspolitik bedeuten würde, konnte man zuletzt an der Reaktion der Landespartei auf den 8. Mai beobachten

von Mascha Malburg  13.05.2026

Berlin

Ulf Poschardt gibt Herausgeber-Position bei »Welt« auf

Die Hintergründe

von Steffen Trumpf  13.05.2026

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026

London

Sie »fischten« mit Geld nach Juden: Zwei Männer verurteilt

»Fishing for Jews« mit einer Angel, an der ein Geldschein hängt: Im Stadtteil Stamford Hill, in dem viele Charedim wohnen, werden die Verdächtigen von den Shomrim gestellt und später festgenommen

 13.05.2026

Teheran

Weitere Hinrichtung im Iran nach Spionagevorwürfen

Die iranische Justiz hat in den vergangenen Wochen viele Männer exekutieren lassen. Nun wird wieder ein Todesurteil vollstreckt

 13.05.2026

Bern

Mengele-Akten endlich öffentlich

Der Schweizer Nachrichtendienst blockierte den Zugang zu diesen Unterlagen jahrzehntelang. Nun wird diese Sperre aufgehoben

von Nicole Dreyfus  13.05.2026