Auszeichnung

»Er würde sich riesig freuen«

Gert Rosenthal Foto: Rolf Walter

Auszeichnung

»Er würde sich riesig freuen«

Gert Rosenthal über den Paul-Spiegel-Preis für Tennis Borussia und die Fußballbegeisterung seines Vaters

von Helmut Kuhn  03.07.2022 09:49 Uhr Aktualisiert

Herr Rosenthal, Tennis Borussia Berlin wird am Sonntag mit dem Paul-Spiegel-Preis geehrt. Das Eintreten gegen Judenhass und Rechtsextremismus gehöre zum Markenkern des Vereins, heißt es in der Begründung. Warum liegt dieses Engagement Tennis Borussia so am Herzen?
Bei Tennis Borussia war früher rund ein Viertel der Mitglieder jüdisch, und es ist für mich der Verein, der am fantastischsten auf homophobe, rassistische, insbesondere antisemitische Angriffe reagiert. Der Klub hat Mitglieder, die so vielfältig sind, wie man sie bei keinem anderen Verein in Berlin findet – und entsprechend handelt er auch.

Anlass ist der Einsatz für den Opferfonds Cura. Was hat es damit auf sich?
2021 hatte Tennis Borussia durch seinen Einsatz für den Fonds Cura für Opfer rechter Gewalt eine Änderung der Spielordnung des Nordostdeutschen Fußballverbands erreicht. Seitdem ist Trikotwerbung gestattet, die diskriminierenden Bestrebungen entgegenwirkt. Eine gute Sache.

Wie politisch darf oder wie politisch sollte der Fußball Ihrer Ansicht nach sein?
Es gibt Grundregeln in dieser Gesellschaft. In der Politik ist es das Grundgesetz, es gibt Grenzen, die dürfen nicht überschritten werden. Was allgemein anerkannt und durch das Grundgesetz abgesichert ist, was jede Partei, die in Deutschland zugelassen ist, vertreten sollte, das muss auch auf Trikots nach außen getragen werden dürfen.

Ihr Vater, der legendäre Showmaster Hans Rosenthal, liebte Tennis Borussia und war auch jahrelang Präsident des Vereins. Würde er sich über diese Ehrung freuen?
Er würde sich riesig freuen. Und der Verein hat es auch wirklich verdient, weil er über Jahre konstant gezeigt hat, dass man gegen Antisemitismus ist. Als mein Vater noch Vorsitzender des Vereins war, bekam er sehr viele antisemitische Schreiben, und es ist schön, dass dieser Verein bis heute an ihn erinnert und hinter einer pluralen Gesellschaft steht.

Namensgeber des Preises ist der ehemalige Zentralratspräsident Paul Spiegel sel. A., Ihr Vater war selbst lange für die jüdische Gemeinschaft aktiv. Wie war die Verbindung der beiden?
Die beiden waren befreundet. Paul Spiegel sel. A. war aber nicht so fußballbegeistert wie mein Vater, insofern gab es viele lustige Situationen mit den beiden.

Sie wurden schon im Kinderwagen ins Mommsenstadion geschoben. Jetzt kehrt – mit Ihnen im lila-weißen Trikot – die legendäre Hans-Rosenthal-Elf zurück. Welche Position spielen Sie?
Ich bin kein guter Fußballer, muss ich dazu sagen, ich bin Hockey-Spieler. Ich habe immer in der Verteidigung gespielt, rechts oder links hinten. Mein Vater war richtiger Fußballer. Er war immer besser als ich – auch als ich 20 war und er schon 50, hat er noch besser gespielt als ich.

Mit dem Ehrenmitglied von Tennis Borussia Berlin sprach Helmut Kuhn.

Nahost

Europa darf Israel nicht im Stich lassen

Keine israelische Regierung darf riskieren, die Existenz Zions vom guten Willen seiner Feinde abhängig zu machen - oder sich auf seine untätigen Freunde zu verlassen

von Rafael Seligmann  10.04.2026

Washington

Berichte: Iran bricht Kontakt mit US-Seite ab

Wenige Stunden vor Ablauf seines Ultimatums droht US-Präsident Trump dem Iran mit harschen Worten. Laut Berichten zieht Teheran daraus Konsequenzen

 07.04.2026

New York

Russland und China stimmen gegen UN-Resolution zur Straße von Hormus

Seit dem Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran ist die Meerenge für die Handelsschifffahrt weitgehend blockiert. Eine UN-Resolution zur Entschärfung der Lage ist nun gescheitert

 07.04.2026

Washington

Trump: »Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen«

Mit Drohungen hat der US-Präsident bereits in den Tagen vor Ablauf seiner Frist versucht, den Druck auf den Iran zu erhöhen. Nun legt er noch einmal nach

 07.04.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragter gegen »Kufiyas in Buchenwald«

Vor dem Gedenken an die Befreiung des früheren NS-Konzentrationslagers wird über angekündigten propalästinensischen Protest gestritten. Felix Klein solidarisiert sich mit der Gedenkstättenleitung

 07.04.2026

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke

Israels Militär droht mit Angriffen auf das iranische Schienennetz. Nur wenige Stunden später meldet der Iran die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke

 07.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Iran-Krieg

Medien: USA greifen Dutzende Ziele auf Ölinsel Charg an

Bereits Mitte März hat das US-Militär die Insel Charg im Persischen Golf bombardiert. Nun berichten US-Medien über neue Angriffe

 07.04.2026 Aktualisiert