Rechtsextremismus

»Eklatantes Versagen«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR

Nach dem Neonazi-Aufmarsch in Dortmund hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, die dortige Polizei scharf kritisiert. Er habe kein Verständnis und keine Erklärung dafür, dass Rechtsextremisten dort unbehelligt antisemitische Parolen rufen durften, sagte Schuster der »Passauer Neuen Presse«.

»Das sieht nach einem eklatanten Polizeiversagen aus«, so Schuster weiter. Offenbar würden nicht nur in den neuen Bundesländern, sondern auch in den alten Bundesländern die Beamten nicht richtig geschult, betonte der Zentralratspräsident. »Sie scheinen mit solchen Situationen überfordert zu sein.«

Demonstration Wenn offen antisemitische Parolen gebrüllt werden können, ohne dass die Polizei schnell und entschlossen eingreife, sei das inakzeptabel, sagte Schuster. Dies dürfe die Gesellschaft nicht akzeptieren. Für Donnerstag hatten Rechtsextremisten erneut eine Demonstration in Dortmund angemeldet, wie die dortige Polizei mitteilte.

Zur geplanten Gründung der Gruppe »Juden in der AfD« sagte Schuster, dies sei für ihn nicht überraschend. Dass jüdische Menschen der AfD angehören und für Ämter kandidieren, sei nichts Neues. »Ich kann es aber überhaupt nicht verstehen«, erläuterte der Zentralrats-Chef: »Ich kann keinen einzigen Juden verstehen, der Sympathien für die AfD hegt oder sich in dieser Partei engagiert.« epd

Teheran

Iran richtet Mann wegen angeblicher Israel-Spionage hin

Die iranische Justiz hat ein weiteres Todesurteil vollstreckt. Menschenrechtler werfen den Behörden vor, die Todesstrafe zur Unterdrückung von Kritik einzusetzen

 16.08.2026

Berlin

Prien: Differenzierte Haltung zu Israel kann ein Wagnis sein

Der Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat Gräben in der Gesellschaft verdeutlicht - und teils auch vertieft. Wer dagegen differenziert argumentiere, habe es oft nicht leicht, sagt Ministerin Prien

 16.08.2026

Magdeburg

Will AfD-Spitzenkandidat Siegmund den Verfassungsschutz abschaffen?

AfD-Spitzenkandidat Siegmund will nach der Landtagswahl die Zukunft des Verfassungsschutzes in Sachsen-Anhalt prüfen lassen. Diese Optionen fasst er ins Auge

 16.08.2026

Washington/Teheran

Frist verstreicht: Iran-Krieg vor ungewisser Zukunft

Während US-Präsident Trump mit einer Übernahme der Straße von Hormus kokettiert, gehen die Angriffe auf zivile Schiffe weiter. Dabei sollte in diesen Tagen ein finales Abkommen stehen

 16.08.2026

Essay

Politische und moralische Bankrotterklärung

Die Literaturkritikerin Maha El Hissy hat kein Problem damit, die populärste antisemitische Ritualmordlegende unserer Gegenwart zu verbreiten. Trotzdem wurde sie in die Jury des renommierten Deutschen Buchpreises berufen

von Daniel Neumann  15.08.2026

Dresden/Königstein

Mutmaßliche Kämpfer des Islamischen Staates festgenommen

Zwei Männer sollen als Kämpfer für den IS aktiv gewesen sein und dafür Geld erhalten haben. Nun sitzen die beiden Iraker in Sachsen in Untersuchungshaft

 14.08.2026

Deutschland

Anti-Israel-Aktivisten krachen in Hafenmauer

Ein Kleinschiff mit »pro-palästinensischen« Seefahrern will im Herbst die Gaza-Küste erreichen. Zwischen ihnen und dem Ziel liegen 3000 Kilometer Luftlinie – und eine wachsende Anzahl an Problemen

von Imanuel Marcus  14.08.2026

Erfurt/Berlin

BSW-Spitze fordert Voigts Rücktritt – und Ende der Koalition

Das Bündnis Sahra Wagenknecht regiert in Thüringen mit CDU und SPD – zum Missfallen der Parteizentrale. Schluss damit, verlangt ein Vorstandsbeschluss

 14.08.2026

Iran-Krieg

Vance: Kriegsziel Nummer Eins besteht darin, Öl und Gas für Amerikaner billig zu halten

Der amerikanische Vizepräsident sagt, die Verhinderung einer iranischen Atomwaffe stehe an zweiter Stelle. Derweil schickt das Pentagon einen neuen Flugzeugträger in die Region

 14.08.2026