Einspruch

Einfach nur Fußball spielen

Alon Meyer Foto: Rafael Herlich

Die Bundesregierung will den Fußball in den palästinensischen Autonomiegebieten unterstützen. 400.000 Euro gibt der Bund künftig dem Deutschen Olympischen Sportbund, der damit zwei Jahre lang ein Projekt mit dem erfahrenen deutschen Fußballtrainer Gert Engels im Westjordanland finanziert.

Dagegen ist nichts zu sagen. Doch bereits der Umstand, dass der deutsche Gesandte in Ramallah, Peter Beerwerth, die dazugehörige Erklärung mit Dschibril Radschub unterzeichnete, dem Präsidenten des palästinensischen Fußballverbandes, hätte stutzig machen können. Radschub war als Sicherheitschef schon unter Arafat einer der einflussreichsten palästinensischen Politiker, und noch 2013 hatte er erklärt, einem Spiel zwischen Israelis und Arabern nicht zuzustimmen. Israelis bezeichnete er als die neuen Nazis.

fifa In diesem Sinne wirkt Radschub auch im palästinensischen Fußball. Nachweislich werden Vereine, Turniere und Plätze nach Terroristen benannt, die als Helden und Märtyrer verehrt werden. Radschub war auch federführend beim bisher missglückten Versuch, den israelischen Fußballverband aus der FIFA auszuschließen.

Das Simon Wiesenthal Center in Jerusalem hat auf diese denkwürdigen Umstände hingewiesen und gegen die jüngste deutsche Sportförderung protestiert. Die Kooperation dürfe so lange nicht erfolgen, bis die palästinensische Seite den Sport nicht mehr als Propagandamittel im Kampf gegen Israel missbraucht.

Das Wiesenthal Center hat recht. Die Gelder müssen eingefroren werden, bis die palästinensische Seite den Nachweis erbracht hat, dass sie sich grundlegend ändert. Zudem muss klar sein, dass bei einem Verstoß gegen diese Auflagen das Projekt umgehend eingestellt wird.

Vielleicht besteht dann künftig die Möglichkeit für den Fußball in den palästinensischen Gebieten, eine konstruktive Rolle einzunehmen.

Der Autor ist Präsident von Makkabi Deutschland.

Nahost

US-Militär meldet Angriffe auf Ziele im Iran

USA reagieren auf Beschuss von Schiffen in der Straße von Hormus

 08.07.2026 Aktualisiert

Interview

»Ich würde gerne mit Benjamin Netanjahu sprechen«

Der umstrittene Podcaster Ben Berndt schreibt Mediengeschichte. Sein YouTube-Format »Ungeskriptet« erreicht Millionen. Ein Gespräch

von Sven Gösmann, Stella Venohr  07.07.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Deutschland verfünffacht Beitrag für Yad Vashem

Die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel erinnert an die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden. Die Bundesrepublik will sich künftig verstärkt an der Finanzierung beteiligen

 07.07.2026

Nahost

Schon wieder Tanker in der Straße von Hormus beschossen

Viele Details gibt es zunächst nicht. Klar ist: Normal befahrbar ist die Straße von Hormus noch immer nicht

 07.07.2026

Berlin

Antisemitischer Pöbler soll radikaler Palästina-Aktivist sein

Am Samstag beschimpfte ein Mann ein Pärchen mit Kind mit den Worten »Fuck Jews«. Jetzt stellt sich heraus: Der Täter hat eine politisch bewegte Vergangenheit

 07.07.2026

Frankreich

Präsidentschaftskandidatin mit Fußfessel?

Ein Gericht hat die Gründerin des Rassemblement National wegen massiver Veruntreuung von EU-Geldern verurteilt. Sich für die Nachfolge von Emmanuel Macron bewerben darf Marine Le Pen dennoch - mit einer wichtigen Einschränkung

 07.07.2026

Schweiz

Ein Jahr Gefängnis für jugendlichen Täter

Der Schweizer mit tunesischen Wurzeln hatte am 2. März 2024 auf der Straße einen orthodoxen Juden niedergestochen. Am Dienstag wurde der 17-Jährige verurteilt

von Nicole Dreyfus  07.07.2026

Straßburg

Parteienfamilie der AfD auf EU-Ebene kommt auf den Prüfstand

Die rechte Parteienfamilie Europa der souveränen Nationen (ESN) steht im Visier der Aufsichtsbehörde. Es geht um mögliche Verstöße gegen Kernwerte der EU. Auf dem Spiel stehen Fördermittel

von Valeria Nickel  07.07.2026

Syrien

Damaskus: Explosionen in der Nähe von Macrons Hotel

Der französische Präsident Emmanuel Macron ist aktuell zu einem Besuch in Syrien. Zum Zeitpunkt der Detonationen traf er sich gerade mit dem Präsidenten Ahmed al-Scharaa

 07.07.2026