Meinung

Durban endlich ohne Deutschland

Ein Aufatmen in den jüdischen und deutsch-israelischen Netzwerken unseres Landes war zu vernehmen, als in der vergangenen Woche nun auch endlich die deutsche Bundesregierung ihre Entscheidung bekannt gab, die bevorstehende umstrittene »Anti-Rassismus-Konferenz« der Vereinten Nationen in New York, auch bekannt als Durban III, boykottieren zu wollen. Bereits Wochen zuvor hatten unter anderem der Zentralrat der Juden und die Deutsch-Israelische Gesellschaft öffentlich zum Boykott geraten.

Israelfreunde Seine Entscheidung zum Fernbleiben hat Außenminister Guido Westerwelle mit dem Hinweis begründet, man könne »leider nicht ausschließen, dass die Veranstaltung in New York für antisemitische Äußerungen missbraucht wird«. Diese Begründung ist bemerkenswert.

Denn im Grunde steht bereits seit Langem fest, dass – ebenso wie bei der letzten Konferenz in Genf vor zwei Jahren – das iranische Regime im Konzert mit gleichgesinnten Verbündeten versuchen wird, Israel als rassistischen Staat zu brandmarken. Deshalb hatten sich die USA, Kanada, Australien, die Niederlande, Italien, Tschechien und Österreich für einen Boykott von Durban III entschieden. Ausschlaggebend für den Beschluss der Bundesregierung waren offensichtlich die Aufrufe des Zentralrates und der deutschen Israelfreunde.

Schade, denn damit hat sich die Bundesregierung und vorneweg der Außenminister um die Chance gebracht, zu einem frühen Zeitpunkt ein deutliches Zeichen zu setzen; nach innen und nach außen. Die Absage kam leider etwas zu spät, um die viel beschworene »Besonderheit der deutschen Beziehungen mit Israel« eindrucksvoll unterstreichen zu können.

Der Autor ist Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

Nahost

US-Flugzeugträger soll in Haifa anlegen, Militärflugzeuge sind bereits in Israel

Neben der die USS Gerald R. Ford sind Tank-, Versorgungs- und Transportflugzeuge des US-Militärs vor Ort

 24.02.2026

Berlin

Innenminister Dobrindt: Asylbewerber sollen schneller arbeiten dürfen

Einen Antrag auf Asyl in Deutschland stellen und nach wenigen Wochen eine Arbeit aufnehmen? Das könnte bald möglich werden

 24.02.2026

Parteien

Merz: Wollen Zusammenarbeit weder mit AfD noch mit Linken

Nach den ostdeutschen Landtagswahlen könnte eine Regierungsbildung ohne AfD und Linke unmöglich sein. Der Kanzler und CDU-Chef will sich darüber aktuell noch keine Sorgen machen

 23.02.2026

London

Epstein-Skandal: Peter Mandelson festgenommen

Nach Ex-Prinz Andrew wird nun auch das frühere Kabinettsmitglied Peter Mandelson wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Sexualstraftäter Epstein festgenommen

 23.02.2026

Debatte

Europäische Rabbiner für Social-Media-Verbot für Kinder

Parteien, Wissenschaftler und nun auch Rabbiner - die Unterstützung für ein Social-Media-Verbot für Minderjährige wächst. Gleichzeitig mehren sich auch die mahnenden Stimmen, die betonen: Ein Verbot allein reicht nicht.

von Johannes Peter Senk  23.02.2026

Nahost

US-Botschaftspersonal soll Libanon verlassen

Das amerikanische Außenministerium hat alle Mitarbeiter, die »nicht für den Notfall« benötigt werden, nach Hause beordert

 23.02.2026

Wiesbaden/Mainz 

AfD-Familienbande zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen

Vorwürfe der Vetternwirtschaft: Auch zwischen den AfD-Landtagsfraktionen in Mainz und Wiesbaden gibt es familiäre Verbindungen. Nur wegen der Fachkompetenz, betont die Partei

 23.02.2026

Düsseldorf

Proteste gegen Höcke-Reden in NRW - Machtkampf in der AfD

Begleitet von Protesten reist AfD-Politiker Höcke durch NRW. Das stärkt den rechten Flügel der nordrhein-westfälischen AfD - und das kurz vor einem womöglich richtungsweisenden Landesparteitag

von Marc Herwig  23.02.2026

Göttingen

Ehrendoktortitel für Holocaust-Überlebenden Leon Weintraub

Auch Ehrung mit Friedenspreis geplant

 23.02.2026