Meinung

Drei-Staaten-Lösung

Gefühlt ist es der 22.375 Versuch, das schier Unmögliche doch noch möglich zu machen: Frieden zwischen Israelis und Palästinensern. Barack Obama hat offenbar trotz zahlloser Rückschläge in der Vergangenheit nicht alle Hoffnung fahren lassen. Zumindest wagt er einen neuen Versuch: Am 2. September sollen nach dem Willen des US-Präsidenten Israels Premier Benjamin Netanjahu und Palästinenserchef Mahmud Abbas in Washington zusammenkommen und den Weg für weitere direkte Gespräche frei machen. Zwei-Staaten-Lösung lautet nach wie vor die diplomatische Zauberformel. Doch abgesehen von den ohnehin kaum überwindbaren Hindernissen – es müsste eine Drei-Staaten-Lösung her. Denn in Gaza herrscht die Hamas. Die Islamisten sind nicht nur erklärtermaßen tödliche Feinde des jüdischen Staates, sondern hassen auch Abbas’ Fatah. Für Israel bedeutet das: Man müsste eigentlich mit zwei Gegnern verhandeln, damit etwas Konstruktives dabei herauskommt. Aber der eine – Abbas – redet nur, wenn er von Washington dazu genötigt wird. Der andere – Hamas – führt lieber Krieg gegen den »zionistischen Teufel«. So ist kein neuer Staat zu machen, geschweige denn zwei. Deshalb wird es am 2. September wie immer sein: Ein Israeli und ein Palästinenser reichen sich widerwillig die Hand, und ein US-Präsident lächelt etwas gequält. Goodbye, bis zum nächsten Mal.

Leer

Holocaust-Überlebender Weinberg mit 101 Jahren gestorben

Albrecht Weinberg hat drei Konzentrationslager und Todesmärsche überlebt. Für Aufsehen sorgte er mit der Rückgabe des Bundesverdienstkreuzes. Nun ist er in Leer gestorben

 12.05.2026

Berlin

Verfassungsschutz will über Antisemitismus aufklären

Wassermelone, Krake und Demo-Parolen: Der Verfassungsschutz erklärt, welche Symbole und Slogans seiner Einschätzung nach auf Extremismus und Antisemitismus hindeuten können.

 12.05.2026

Brüssel

Pride Parade nimmt Auflagen für jüdische Teilnehmer zurück

Eine Gruppe war mitgeteilt worden, ihre Mitglieder dürften weder Davidsterne noch das Wort »jüdisch« auf Bannern oder Symbolen zeigen

 12.05.2026

New York

Festnahmen bei Zusammenstößen vor Synagoge in Brooklyn

Israelfeindliche Demonstranten skandieren »Palästina gehört nur uns« und »Fuck Israel«. Es kommt zu Rangeleien mit Gegendemonstranten

 12.05.2026

Meinung

Wer definiert das Judentum?

Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg im Üechtland verleiht dem messianischen Rabbiner Mark S. Kinzer die Ehrendoktorwürde. Das belastet das jüdische Verhältnis zu einem katholischen Partner

von Zsolt Balkanyi-Guery  12.05.2026

Nahost

Bericht: Vereinigte Arabische Emirate griffen den Iran heimlich an

Eine der Attacken soll Anfang April ein großes Feuer auf einer Raffinerie auf der iranischen Insel Lavan verursacht haben

 12.05.2026

Washington D.C.

Trump erwägt neue Militärschläge gegen Iran

Der US-Präsident bezeichnete die Antwort Teherans auf seinen jüngsten Vorschlag für eine dauerhafte Waffenruhe als »Müll«

 12.05.2026

Essay

Warum ich Zionist bin

Heute ist Zionismus für viele ein Schimpfwort und gleichbedeutend mit Rassismus. Da muss eine Verwechslung vorliegen. Antizionismus ist Rassismus. Der Zionismus ist die selbstverständlichste Antwort auf zweitausend Jahre Verfolgung, Vertreibung und Völkermord

von Mathias Döpfner  12.05.2026

Berlin

Mehr Straftaten gegen Gedenkstätten im vergangenen Jahr

Sachbeschädigung, Volksverhetzung, Diebstahl, Hausfriedensbruch: Die Zahl der Straftaten in und gegen Gedenkstätten ist im vergangenen Jahr gestiegen

 11.05.2026