UN-Vollversammlung

Donald Trump kündigt Fortsetzung seiner Iran-Politik an

Donald Trump während seiner Rede am Dienstag in New York vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen Foto: dpa

US-Präsident Donald Trump hat vor den Vereinten Nationen in New York scharfe Kritik an der Führung des Iran geübt und für eine weitere politische wie wirtschaftliche Isolation der Mullahs geworben. Das »korrupte Regime« sei für Chaos, Tod und Zerstörung verantwortlich, erklärte Trump. Teheran dürfe niemals in den Besitz von Nuklearwaffen gelangen.

Der US-Präsident verteidigte in seiner Rede den einseitigen Rückzug der USA aus dem Atomabkommen. Nur so könne verhindert werden, dass der Iran »seine blutigen Absichten verfolgt«. Trump bezeichnete die Führung in Teheran als eine »korrupte Diktatur«, die weder Grenzen noch ihre Nachbarn respektierten.

Syrien »Die Mullahs haben sich auch dank des Atomabkommens selbst bereichert und Chaos im Mittleren Osten und darüber hinaus verbreitet«, sagte Trump. »Die Nachbarn des Iran haben dafür einen hohen Preis bezahlt.« Der US-Präsident spielte damit unter anderem auf die Präsenz Teherans in Syrien nahe der Grenze zu Israel sowie die Unterstützung Irans der Terrororganisation Hisbollah im Libanon an.

Trump übte in seiner Rede auch implizit Kritik an seinem Vorgänger im Amt, Barack Obama. Dieser hatte mit dem Iran das Atomabkommen vereinbart, was nach Ansicht Trumps der iranischen Führung einen »Geldregen« beschert habe. Den Vertrag habe Iran dafür genutzt, sein militärisches Atomprogramm auszubauen und in Syrien und im Jemen ein »Gemetzel« anzurichten. Er hingegen werde eine allumfassende Isolation Irans anstreben; ab November dieses Jahres solle kein Staat mehr Öl vom Iran kaufen dürfen, so Trump.

Die Vereinigten Staaten hatten im Mai 2018 angekündigt, sich aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückzuziehen. Als Begründung führte Trump an, dass der Iran ein militärisches Atomprogramm anstrebe und Israel existenziell bedrohe. Die Entscheidung sorgte bei den Ländern, die den Vertrag 2015 unterzeichnet hatten, für große Kritik. Dabei handelt sich neben dem Iran und den USA um Großbritannien, Frankreich, Russland, China und Deutschland.

»Peinlichkeit« Zuvor hatte Trump in der Rede vor den Vereinten Nationen seine auf Stärke beruhende Außenpolitik gelobt. Die USA würden immer auf ihrer Unabhängigkeit beharren und sich keinem globalen Regelwerk beugen, betonte er. Zugleich kündigte er an, US-Unterstützung nur noch freundlich gesinnten Ländern zu gewähren, und verteidigte die Entscheidung, aus dem UN-Menschenrechtsrat auszutreten. Der Rat mit vielen despotischen Ländern sei eine »Peinlichkeit« für die UN.

Der US-Präsident sprach zum zweiten Mal bei der UN-Vollversammlung. Zu Beginn seiner diesjährigen Rede prahlte er mit den bisherigen Erfolgen seiner Regierung. »In weniger als zwei Jahren hat meine Regierung mehr erreicht, als fast jede andere in der Geschichte der USA«, so Trump. Aus dem Publikum der Vollversammlung ertönte daraufhin kurzes Gelächter, was er mit den Worten kommentierte: »Diese Reaktion hatte ich nicht erwartet, aber okay.«

Regierungschefs Trump sprach zum Auftakt der Generaldebatte der 73. UN-Vollversammlung in New York. Die Debatte, in der die Staats- und Regierungschefs sowie Minister und andere Vertreter der Mitgliedsländer zu Wort kommen, wird bis Montag nächste Woche dauern.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird am Donnerstag vor der UN-Vollsammlung eine Rede halten. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) wird voraussichtlich am Freitag sprechen. epd/ja

Parteien

Was Markus Söder der CDU nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt rät

 07.09.2026

Osnabrück

VW-Werk an israelischen Konzern Rafael verkauft

In der Fabrik, in der bisher das VW T-Roc Cabrio hergestellt wurde, ist die Produktion eines Flugabwehrsystems vorgesehen

 07.09.2026

Wahl in Sachsen-Anhalt

»Gruselig«, »düster«, »Entsetzen«

In der jüdischen Community sowohl in Sachsen-Anhalt als auch darüber hinaus ist die Sorge nach dem AfD-Wahlsieg groß. Wir haben Reaktionen gesammelt

von Michael Thaidigsmann  07.09.2026

KiKA, Kinderkanal, öffentlich-rechtlicher Fernsehkanal von ARD und ZDF (Symbolbild)

Berlin

AfD-Politiker im »KiKa«

Das Internationale Auschwitz-Komitee übt heftige Kritik am Kinderkanal von ARD und ZDF. Der Fernsender hatte den sachsen-anhaltinischen AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund für seine Kindernachrichten interviewen lassen

 07.09.2026

Wahlkampf

Nach »Yalla Yalla Intifada«: Neuer Skandal um Die Linke in Berlin-Neukölln

Sticker mit einem waffenverherrlichenden Motiv und einer Palästina-Flagge wurden an Schüler verteilt

 07.09.2026

Internationale Reaktionen

Tusk: Nur Idioten erfreut über AfD-Triumph

Der Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird auch in den deutschen Nachbarländern Polen und Tschechien aufmerksam beobachtet. Erste Politiker reagieren auf den AfD-Erfolg

 07.09.2026

Nahost

Iran soll Angriff mehrerer Terrorgruppen auf Israel planen

Nach israelischen Einschätzungen könnte das Mullah-Regime einen gleichzeitigen Einsatz an mehreren Fronten vorbereiten – mit Beteiligung der Hisbollah, der Hamas und der Huthi

 07.09.2026

Internationale Presseschau

»Was in Sachsen-Anhalt seinen Höhepunkt erreicht hat, wird nicht in Sachsen-Anhalt enden«

Was schreiben Publikationen im In- und Ausland über das Ergebnis der gestrigen Landtagswahl?

 07.09.2026

Washington D.C.

»Gut gemacht!«: Elon Musk gratuliert AfD zu Wahltriumph

Der Milliardär und Tech-Unternehmer ist seit langem als AfD-Sympathisant bekannt. Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt verzückt ihn. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund macht ihm sogleich ein Angebot

 07.09.2026