Ron Prosor

Die Linke und ihr blinder Fleck

Ron Prosor, Israelischer Botschafter in Berlin Foto: picture alliance/dpa

Im Vorgehen gegen Antisemitismus aus dem rechten Spektrum machen die deutschen Behörden nach Worten des israelischen Botschafters Ron Prosor eine gute Arbeit. Aus dieser Richtung werde Hass gegen Juden offen ausgelebt, und der Antisemitismus sei daher leichter zu erkennen, sagte Prosor im Interview der »Augsburger Allgemeinen«.

»Mit dem Antisemitismus von links wird es schon schwieriger, er wird schleichend salonfähig und tarnt sich häufig mit dem Hinweis auf die Freiheit der Presse, der Meinung oder der Kunst«, erklärte der Botschafter. In dem Zusammenhang erinnerte er an den Eklat rund um die vergangene Kasseler Kunstausstellung documenta und die Debatte um die jüngsten Auftritte des Musikers Roger Waters in Deutschland.

Muslimischer Antisemitismus sei beispielsweise bei bestimmten Aktionen in Berlin-Neukölln zu sehen. »Generell ist jede Art von Antisemitismus gefährlich für die deutsche Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die Hetze gegen Minderheiten billigt, tritt ihre Werte mit Füßen«, betonte der Botschafter. kna

Interview

»Ich bezweifle, dass Claudia Roth es ernst meint mit dem Kampf gegen Antisemitismus«

JSUD-Präsident Ron Dekel geht mit der Grünen-Politikerin hart ins Gericht und wirft ihr vor, antisemitische Narrative salonfähig zu machen

von Michael Thaidigsmann  06.11.2026

Israelfeindliche Politikerin

Berliner Linke fordert Vanessa Emde zum Mandatsverzicht auf

Nach Wochen der Diskussion über den Umgang mit der direkt gewählten Abgeordneten, scheint die Parteispitze nun durchgreifen zu wollen

 06.11.2026

Vorwurf der Kampagne

Eklat um Claudia Roth: Nun reagiert der Zentralrat

Die Grünen-Politikerin bereut es, israelfeindliche Regisseure auf der Berlinale kritisiert zu haben und sieht die Schuld dafür beim Zentralrat der Juden

 06.11.2026

Berlin

Gregor Gysi für Rauswurf von Vanessa Emde

»Ich hoffe, dass wir sie ausschließen«, sagt Gysi über die wegen israelfeindlicher Aussagen umstrittene Abgeordnete

 06.11.2026

Bayern

Charlotte Knobloch wünscht sich Ilse Aigner als Bundespräsidentin

Die bayerische Landtagspräsidentin »lebt mit den Menschen, nicht über ihnen«, so Knobloch

 06.11.2026

USA

Trump will bald Entscheidung zum Iran-Krieg verkünden

Nach der Wahlniederlage seiner Republikaner beschäftigt sich US-Präsident Trump mit der Frage, ob er den Krieg mit dem Iran wiederaufnehmen soll. Die Bemühungen der Vermittler laufen auf Hochtouren

 06.11.2026

Berlin

Emde erschien mit radikaler Anti-Israel-Aktivistin zur Fraktionssitzung

Während die Linke weiter um den Umgang mit der Neuköllner Abgeordneten ringt, provozierte diese erneut

 05.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026

Hintergrund

Claudia Roth und der »unfassbare Druck vom Zentralrat«

Die Ex-Kulturstaatsministerin bezeichnet es als »totalen Fehler«, auf der Berlinale Regisseure wegen ihrer israelfeindlichen Aussagen kritisiert zu haben und sucht dafür die Schuld beim Zentralrat der Juden

von Michael Thaidigsmann  05.11.2026