Ausladung

DGB will keine Israelfreunde

Foto: dpa

Als die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann von einer Nahostreise zurückkam, betonte sie in ihrem Lokalblatt Ems-Zeitung Israels Recht auf Selbstverteidigung. Prompt bekam sie Post vom DGB, Kreisverband Nördliches Emsland. »Ihre einseitige Stellungnahme zum Krieg in Israel widerspricht unseren DGB-Grundsätzen«, formulierten die Gewerkschafter Dorothee Jürgensen und Anton Henzen. Daher werde Connemann als Rednerin einer Antikriegsveranstaltung am 7. September in der Gedenkstätte des früheren KZ Esterwegen wieder ausgeladen.

Eingeladen worden war sie zwei Jahre zuvor, gerade weil Connemann Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) ist und sich gegen Antisemitismus einsetzt.

existenzrecht Gegen ihre Ausladung wehrt sich Connemann nun: »Ich bin keine Kriegstreiberin. Ihre Unterstellung ist angesichts des Leides der Opfer und ihrer Familien unerträglich«, schrieb sie in einem Offenen Brief. Der Jüdischen Allgemeinen sagt sie: »Das Bekenntnis zum Existenzrecht Israels war bislang nicht nur Staatsräson, sondern wurde von allen gesellschaftlich bedeutsamen Gruppierungen getragen, auch vom DGB. Dass wir uns jetzt hier nicht mehr zum Existenzrecht eines Staates bekennen dürfen sollen, ist erschreckend.«

DGB-Frau Jürgensen will die Sache gerne mit der CDU-Politikerin persönlich besprechen. »Da wurden wir völlig missverstanden«, sagt sie. »Es ging uns nur darum, dass eine UN-Schule angegriffen wurde.« Weil sich Connemann davon nicht eindeutig distanziert habe, sei sie ausgeladen worden.

Was so unklar an Connemanns Worten sein soll, dass man daraus ein Lob des Tötens hätte herauslesen können, verrät Jürgensen nicht. Connemann hatte gesagt: »Jeder Tote ist zu viel. Aber seit 2006 wird Israel beschossen und hat ein Recht auf Selbstverteidigung. Die Hamas-Terroristen nutzen Schulen und Altenheime als Raketenlager.«

Die Diskussion, die Jürgensen vermeiden wollte, bekommt sie nun erst recht. Nicht nur die Schlagzeile der Bild-Zeitung »DGB lädt Hamas-Gegnerin aus« ärgert sie. Auch viele E-Mails von Gewerkschaftsmitgliedern drücken Empörung aus: Man könne ruhig Israel kritisieren, aber gegen Raketenangriffe müsse man doch etwas unternehmen, ist der Tenor.

distanz Der DGB-Bundesvorstand geht ebenfalls auf Distanz. Es sei ein »unglückliches Missverständnis«, teilt er mit, »das auch von den Verantwortlichen vor Ort aus der Welt geschafft werden sollte«.

Michael Fürst vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden Niedersachsens sprach von einem »unglaublichen Vorgang«. Und DIG-Präsident Reinhold Robbe nennt das Verhalten »absurd und unerträglich«.

Berlin

»Yalla Intifada«: Gewaltaufruf bei Veranstaltung der Linken Neukölln

Bei einer Wahlkampfkundgebung der Linkspartei in Berlin-Neukölln performte der umstrittene Rapper Dahabflex. Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp distanziert sich von dessen Auftritt

 30.08.2026

Querfurt

AfD-Politiker verteidigt russische Armeetasse im Büro

Der AfD-Politiker Tillschneider empfängt einen Journalisten in seinem Wahlkreisbüro. Dort gerät eine Tasse mit rotem Stern in den Blick. Der Politiker will eine Veröffentlichung verhindern? Warum?

 30.08.2026

Förderung

Prien: Hohe Beteiligung bei »Demokratie leben!«

Für den Umbau des Förderprogramms hat die Familienministerin viel Kritik eingesteckt. Doch die CDU-Politikerin sieht sich bestätigt. Zugleich sagt sie: »Ich habe verstanden«

 30.08.2026

Iran-Krieg

Chamenei wirbt für gemeinsame Front gegen USA und Israel

Irans oberster Führer fordert die muslimischen Staaten auf, sich gegen die USA und Israel zu verbünden. Dazu wendet er sich mit einer seltenen Nachricht an die Öffentlichkeit

 30.08.2026

Berlin

Insa-Umfrage: AfD in Sonntagsfrage weiter vorn

Stünde jetzt eine Bundestagswahl an, entschiede sich nur knapp jeder dritte Wähler für eine der Regierungsparteien CDU, CSU und SPD. Vorn liegt unverändert eine andere politische Kraft

 30.08.2026

Ina Czyborra

Berlin

Kein Antisemitismusbeauftragter vor der Abgeordnetenhauswahl

Das Auswahlverfahren für eine Ansprechperson an Hochschulen der Bundeshauptstadt ist vorerst gescheitert

 28.08.2026

Birmingham

Ermittlungen gegen früheren Polizeichef wegen Ausschluss israelischer Fußballfans

Der Ausschluss von Anhängern des israelischen Fußballclubs Maccabi Tel Aviv bei dessen Auswärtsspiel im November vergangenen Jahres in Großbritannien hat ein Nachspiel

 28.08.2026

Interim

Christoph de Vries übernimmt zeitweise Amt von Felix Klein

Der langjährige Antisemitismusbeauftragte Felix Klein wechselt als deutscher Vertreter zur OECD nach Paris. Bis seine Nachfolge geklärt ist, übernimmt der Parlamentarische Staatssekretär seine Aufgaben

von Anna Mertens  28.08.2026

Social Media

Prozess: Mark Zuckerbergs Meta will knapp 17 Milliarden Dollar zahlen

Das historische Verfahren zwischen Tech-Gigant Meta und fast allen US-Bundesstaaten gilt rechtlich nur für die USA. Doch es könnte auch globale Auswirkungen haben

 28.08.2026