Meinung

Der Turm und die Meinung

Im Grunde wollen doch alle dasselbe: Das Recht auf freie Meinungsäußerung soll in Ehren gehalten werden und Grundstein unserer Demokratie sein und bleiben.

Das wollen diejenigen, die man neuerdings gerne links einordnet, obwohl sie vor ein paar Jahren noch als die Mitte beschrieben worden wären, und auch jene, die sich beklagen, ihre zwischen konservativ und rechtspopulistisch einzustufenden Äußerungen seien in der Debatte um unsere Gesellschaft nicht willkommen.

pegida In dieses Horn bläst auch der angesehene Schriftsteller Uwe Tellkamp (Der Turm), der sich bereits im Rahmen der Frankfurter Buchmesse im vergangenen Herbst dafür ausgesprochen hatte, dass auch rechte Verlage ausstellen dürfen, und sich nun im Zusammenhang mit der sogenannten Flüchtlingsdebatte in der Nähe von AfD und Pegida positionierte. Daraufhin hat sich der Suhrkamp-Verlag, der Tellkamps Bücher verlegt, von diesen Äußerungen, wohlgemerkt nicht von seiner Person, distanziert.

Der Verlag hat damit genau das getan, was Tellkamp und andere, die ähnlich denken und sprechen wie er, im Niedergang sehen: Er hat sein Recht auf freie Meinungsäußerung ausgeübt. Tellkamp beklagt unter anderem, dass seine Meinung erduldet, aber nicht erwünscht sei.

demokratie Nun, das Recht auf freie Meinungsäußerung geht nicht mit dem Versprechen einer – im Auge des Meinungsäußerers – angemessenen Reaktion einher. Sprich: Man darf alles sagen, aber man wird nicht immer dafür von allen beklatscht. Und manchmal erzeugt man eine Reaktion, eine Gegenmeinung. Das ist kein Denkverbot, das nennt man Debatte oder, wenn man größer denkt, sogar Demokratie.

Der Suhrkamp-Verlag hat eine Haltung gezeigt, indem er sich von einer anderen Haltung – und die Haltungen seien hierbei nicht bewertet – distanzierte. Eine Ankündigung, man werde Tellkamps Bücher nicht mehr verlegen, gab es nicht; es geht hierbei nicht um Bestrafung. Freie Meinungsäußerung ist ein Grundrecht, für das es sich jederzeit zu kämpfen lohnt, da sind sich ausnahmsweise alle einig.

Die Autorin lebt als Schriftstellerin in München.

Jerusalem/New York

Benjamin Netanjahu: Werde vor UNO die Wahrheit über Mamdani sagen

Israels Ministerpräsident wirft dem New Yorker Bürgermeister Unterstützung der Hamas und Hetze gegen Juden vor

 23.09.2026

Machtgedanke zu verlockend? SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (r.) und Elif Eralp von der Linkspartei bei einer Podiumsdiskussion vor der Wahl

Kommentar

Finaler Tabubruch

Ein persönlicher Appell an die Berliner SPD, sich nicht mit den dunkelroten Judenfeinden von der Linkspartei einzulassen

von Daniel Killy  23.09.2026

Berlin-Wahl

»Die Linke ist keine antisemitische Partei, aber sie hat ein Problem mit Antisemitismus«

Der Comedian äußerte sich im Interview mit dem Tagesspiegel zur Berliner Wahl und eine progressive linke Haltung zu Israel

 23.09.2026

Debatte

»Israel bekämpft Dschihadisten«: Außenminister Gideon Saar kontert Vorwürfe von Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Die Hintergründe

 23.09.2026

Solidarität

LED-Truck gegen Judenhass in fünf deutschen Städten

Mit einer bundesweiten Aktion wollen die »Christen an der Seite Israels« rund um den Jahrestag des Hamas-Massakers vom 7. Oktober auf Antisemitismus aufmerksam machen

 23.09.2026

Düsseldorf

Islamistischer Schüler wegen zweifachem Messerangriff verurteilt

Ein Essener Schüler ist wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Das Oberlandesgericht sprach ihn schuldig

 23.09.2026

Berlin

SPD-Fraktionschef Raed Saleh tritt nicht wieder an

Nach 15 Jahren an der Spitze zieht der Spandauer die Konsequenzen aus dem historisch schlechten Wahlergebnis: Er will nicht erneut für den Vorsitz seiner Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus kandidieren

 23.09.2026

UNO-Vollversammlung

Netanjahus UN-Besuch: Proteste von Regierungskritikern und Israelfeinden erwartet

Mehrere Gruppen wollen auf die Straße gehen, wenn der israelische Ministerpräsident am Donnerstag in New York eintrifft

 23.09.2026

New York

Trump droht Iran mit »Auslöschung«

Die Unterredungen seien »sehr gut« verlaufen, sagt US-Präsident Trump. Kurz darauf schlägt er schärfere Töne an

 23.09.2026