Meinung

Der Turm und die Meinung

Im Grunde wollen doch alle dasselbe: Das Recht auf freie Meinungsäußerung soll in Ehren gehalten werden und Grundstein unserer Demokratie sein und bleiben.

Das wollen diejenigen, die man neuerdings gerne links einordnet, obwohl sie vor ein paar Jahren noch als die Mitte beschrieben worden wären, und auch jene, die sich beklagen, ihre zwischen konservativ und rechtspopulistisch einzustufenden Äußerungen seien in der Debatte um unsere Gesellschaft nicht willkommen.

pegida In dieses Horn bläst auch der angesehene Schriftsteller Uwe Tellkamp (Der Turm), der sich bereits im Rahmen der Frankfurter Buchmesse im vergangenen Herbst dafür ausgesprochen hatte, dass auch rechte Verlage ausstellen dürfen, und sich nun im Zusammenhang mit der sogenannten Flüchtlingsdebatte in der Nähe von AfD und Pegida positionierte. Daraufhin hat sich der Suhrkamp-Verlag, der Tellkamps Bücher verlegt, von diesen Äußerungen, wohlgemerkt nicht von seiner Person, distanziert.

Der Verlag hat damit genau das getan, was Tellkamp und andere, die ähnlich denken und sprechen wie er, im Niedergang sehen: Er hat sein Recht auf freie Meinungsäußerung ausgeübt. Tellkamp beklagt unter anderem, dass seine Meinung erduldet, aber nicht erwünscht sei.

demokratie Nun, das Recht auf freie Meinungsäußerung geht nicht mit dem Versprechen einer – im Auge des Meinungsäußerers – angemessenen Reaktion einher. Sprich: Man darf alles sagen, aber man wird nicht immer dafür von allen beklatscht. Und manchmal erzeugt man eine Reaktion, eine Gegenmeinung. Das ist kein Denkverbot, das nennt man Debatte oder, wenn man größer denkt, sogar Demokratie.

Der Suhrkamp-Verlag hat eine Haltung gezeigt, indem er sich von einer anderen Haltung – und die Haltungen seien hierbei nicht bewertet – distanzierte. Eine Ankündigung, man werde Tellkamps Bücher nicht mehr verlegen, gab es nicht; es geht hierbei nicht um Bestrafung. Freie Meinungsäußerung ist ein Grundrecht, für das es sich jederzeit zu kämpfen lohnt, da sind sich ausnahmsweise alle einig.

Die Autorin lebt als Schriftstellerin in München.

Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat bei der Abgeordnetenhauswahl 2026

Berlin

SPD-Vorstand beschließt Mitgliedervotum zu Koalitionsvertrag

Noch haben die Koalitionsverhandlungen in Berlin nicht begonnen. Klar ist aber schon, dass die Basis der drei potenziellen Regierungspartner eng eingebunden werden soll

 30.10.2026

Friedens-Mission

Woidke lobt Pferdetreck nach Jerusalem als Friedenszeichen

Sechs Monate und mehr als 3.500 Kilometer Reise durch acht Länder: Der Friedenstreck nach Jerusalem im vergangenen Jahr musste viele Hindernisse überwinden

 30.10.2026

Meinung

Elif Eralp und der »Spiegel«: Alles nur eine böse rechte Kampagne!

Die Spitzenkandidatin der Linken in Berlin offenbart aus Versehen ihre Angst vor dem Umfeld der eigenen Partei – und entlarvt den Vorwurf, Opfer einer Kampagne zu sein

von Wiebke Hollersen  30.10.2026

Iran-Krieg

Katarische Unterhändler in Teheran zu Gesprächen

Inmitten von Spannungen und Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus mehren sich diese Woche diplomatische Besuche im Iran. Jetzt sind Vertreter aus Katar eingetroffen

 30.10.2026

Wahl in Israel

Josef Schuster: Regierungswechsel in Israel könnte förderlich sein

Äußerungen rechtsradikaler Minister in Israel sind nicht akzeptabel, sagt der Präsident des Zentralrats der Juden. Was ein möglicher Regierungswechsel im Land für die deutsch-israelischen Beziehungen bedeuten könnte

von Leticia Witte  30.10.2026

SPIEGEL-Affäre

Eralp zu Angst-Eingeständnis: Nehme Rat von Behörden ernst

Mit schriftlichen Anmerkungen zu einem Interview sorgt die Berliner Linken-Frontfrau für Aufsehen. Nun bezieht sie selbst Stellung - und führt ihr Handeln auf den Rat der Sicherheitsbehörden zurück

 30.10.2026

Berlin

Thorsten Frei fordert Abbruch der Koalitionsverhandlungen mit Linken

»Wer in den eigenen Reihen die Zusammenarbeit mit Hamas-Sympathisanten duldet, kann nicht glaubwürdig Verantwortung für die Sicherheit von Millionen Berlinern übernehmen«, so der Fraktionschef der Bundestagsunion

 30.10.2026

Debatte

Nach Eralp-Veröffentlichung: Jetzt meldet sich der »Spiegel« zu Wort

 30.10.2026

Rheinland-Pfalz

CDU, SPD und Grüne fordern Schulterschluss gegen Antisemitismus

Nachdem in einem Brief an die Jüdische Gemeinde Speyer gedroht wurde, die Synagoge in die Luft zu sprengen, wollten die Fraktionen ein Zeichen setzen

 30.10.2026