Meinung

Der Rede Freiheit

Der Star in ihrem Kabinett – ein (inzwischen zurückgetretener) Schummel-Baron. Die Wahl in Hamburg – ein Desaster. Die arabische Welt – ein einziges Pulverfass. Und dann ruft auch noch Benjamin Netanjahu an und nörgelt rum, weil Deutschland sich im UN-Sicherheitsrat gegen Israels Siedlungspolitik ausgesprochen hat. Kein Wunder, dass der Kanzlerin der Geduldsfaden gerissen ist. Gereizt habe Angela Merkel auf die Vorhaltungen ihres israelischen Kollegen reagiert, wird berichtet. Und das will schon etwas heißen bei einer Politikerin, deren ostentative Nüchternheit Programm ist. Denn in den Augen der Regierungschefin läuft Jerusalem zunehmend Gefahr, sich von den Sorgen über die Zukunft lähmen zu lassen. Während Netanjahu befürchtet, die Umbrüche in der arabischen Welt könnten Islamismus und Israelfeindlichkeit befördern, sieht Merkel in den Freiheitsbestrebungen durchaus eine Chance für Frieden in Nahost. Deshalb müsse der Amtskollege endlich mehr Flexibilität an den Tag legen. Aber steht es einer deutschen Regierung überhaupt zu, einer israelischen Ratschläge zu erteilen? Ist das nicht ein klarer Widerspruch zur viel beschworenen Staatsräson? Nein, Merkel gehört fraglos zu Jerusalems zuverlässigsten Fürsprechern in der Welt. Und als enge Verbündete nimmt sie sich das Recht, Tacheles zu reden. In aller Freundschaft.

Karlsruhe

Waffen für Hamas? Verdächtiger nach Deutschland überstellt

Seit Monaten geht die Bundesanwaltschaft gegen mutmaßliche Hamas-Anhänger vor, die Waffen für die Organisation geschmuggelt haben soll. Ein weiterer Beschuldigter ist jetzt in deutscher U-Haft

 03.07.2026

Iran

Wollte Israel iranische Unterhändler töten?

Wie die »New York Times« berichtet, fürchtete die Trump-Administration bei den Iran-Verhandlungen die gezielte Tötung der iranischen Delegierten Abbas Araghchi und Mohammad Bagher Ghalibaf durch Israel

 03.07.2026

Studie

AJC warnt vor AfD-Regierungsübernahme

Zum AfD-Bundesparteitag hat das American Jewish Committee eine Analyse über den Landesverband in Sachsen-Anhalt veröffentlicht. Die Aussage ist eindeutig

 03.07.2026

Gesellschaft

Filmproduzentin Brauner: Erinnerungskultur ist gescheitert

Symbolpolitik statt echter Auseinandersetzung - Alice Brauner hält die deutsche Erinnerungskultur für gescheitert. Ihr neuer Film über Menschenversuche in Auschwitz soll die Vergangenheit schonungslos sichtbar machen

von Hannah Krewer  03.07.2026

Vereinigte Staaten

Trump: »Warum Juden Demokraten wählen, ist mir ein Rätsel«

Im CNBC-Interview hat sich der US-Präsident erneut abschätzig über amerikanische Juden geäußert, die seine Politik nicht goutieren

 03.07.2026

Iran

Trauerfeierlichkeiten für Ajatollah Chamenei beginnen Samstag

Rund vier Monate nach seiner Tötung soll Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei beerdigt werden. Mehrere Tage lang herrscht dafür im Iran Ausnahmezustand

 03.07.2026

Interview

»Ich nehme die Kritik sehr ernst«

Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antisemitismus, wechselt nach Paris. Im Interview blickt er zurück und zieht Bilanz

von Leticia Witte  03.07.2026

Migration

Mehr Juden, bitte!

Ein Plädoyer

von Tobias Kühn  03.07.2026

Thüringen

Simson-Nachfahren schockiert über Vereinnahmung durch AfD

Die berühmte Moped-Marke wurde von einer jüdischen Familie gegründet. Heute zeigt sich unter anderem Björn Höcke gern mit dem Traditions-Moped

 03.07.2026