Meinung

Der Mörder war immer der Muslim

Ein Mann, ein Messer, ein Mord. Was nicht zu erklären ist, weil es einem so fremd, so aberwitzig, so irrsinnig vorkommt, schreit doch nach Erklärung. Ein Muslim, ein Flüchtling, ein Fremder. Das sind die Kategorien, mit denen Taten, wie zuletzt in einem Hamburger Supermarkt oder einer Konstanzer Diskothek geschehen, eingeordnet werden.

Der bei dieser Kategorisierung mitschwingende Wunsch, ein Motiv zu erkennen, ist nachvollziehbar. Man will es verstehen.

islamisches recht Aber was versteht man, wenn es heißt, der Täter sei Muslim? Oder Jude? Oder Christ? Was, wenn man liest, er sei ein »Palästinenser aus den Vereinigten Arabischen Emiraten«? Und was will uns eigentlich die Konstanzer Polizei mit der Information sagen, der Täter sei »nach islamischem Recht« Schwager des Betreibers der Diskothek? Über dessen Motivation jedenfalls nichts. Religion, Herkunftsland oder Geburtsorte der Eltern – das gaukelt nur eine Erklärung vor, so wie »blauäugig« oder »Autofahrer«.

Aber was ist mit »psychisch krank«? Also mit der Erklärung, die die benutzen, die nicht auf Kollektivzuweisungen zurückgreifen wollen? Genauso wenig. Warum sollte jemand mit psychischen Problemen nicht auch Antisemit sein können, nicht auch Islamist?

invasoren Solche Versuche, künftige Täter zu erkennen, sind zum Scheitern verurteilt. Dass, wer Muslim ist, nicht wegen seines Glaubens – so er überhaupt fromm ist – eine Gewaltdisposition hat, weiß, wer es wissen will. Wer Flüchtlinge primär als Muslime wahrnimmt – manchmal auch, wenn sie Christen sind! –, will sich nicht um deren Herkunft kümmern, interessiert sich nicht für deren Leid, sondern erblickt im Geflohenen einen Invasoren.

Eine Gemeinsamkeit der meisten Täter wird selten hervorgehoben: Es sind Männer, männlich sozialisiert – mal in Syrien, mal in Afghanistan, mal in Deutschland. Dass Männlichsein zum Kollektivverdacht nicht taugt, ist ja richtig. Aber wer nach Motiven sucht, sollte doch bitte auch diesem mal nachgehen. Nicht immer nur Muslim, Messer, Mord.

Teheran

Trotz Angriffen: Iran mobilisiert zu Al‑Kuds‑Protesten

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan findet im Iran immer eine staatlich-inszenierte Großdemonstration gegen Israel statt. Die Führung rief die Bevölkerung auf, es dem »Feind« zu zeigen

 13.03.2026

Andenes

Kanzler Merz sieht keinen Anlass für Militäreinsatz in Straße von Hormus

Der französische Präsident treibt die Idee eines Militäreinsatzes zum Schutz von Öltankern und Handelsschiffen in der Straße von Hormus voran. Kanzler Merz ist da deutlich zurückhaltender

 13.03.2026

Washington D.C.

»Schaut mal, was heute mit diesen geistesgestörten Drecksäcken passiert«

»Wir verfügen über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und viel Zeit«, schreibt der amerikanische Präsident auf seiner Plattform Truth Social

 13.03.2026

Maskat

Bericht: Tote und Verletzte durch Drohne im Oman

Woher die Drohnen kamen, war zunächst nicht bekannt. Trotz Vermittlungsbemühungen wurde der Oman mehrfach zum Ziel iranischer Angriffe

 13.03.2026

Meinung

Iran: Der Verrat des Westens

Die Islamische Republik ist angeschlagen, doch ihre Unterstützer im Westen sind nach wie vor aktiv

von Jacques Abramowicz  13.03.2026

Paris

Nationaler Widerstandsrat will Übergangsregierung im Iran stellen

Die Gruppe exilierter Iraner will nach dem Sturz der Mullahs innerhalb von sechs Monaten Wahlen durchführen. Der Widerstandsrat ist jedoch höchst umstritten

 13.03.2026

Nahost

US-Tankflugzeug bei Einsatz im Irak abgestürzt

Vier der fünf Crew-Mitglieder starben

 13.03.2026

Incirlik

Iranische Rakete auf NATO-Stützpunkt in der Türkei abgefeuert

Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung verstärkt die Allianz ihre Luftverteidigung in der Region. Ankara droht derweil dem Regime in Teheran

 13.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  13.03.2026