Meinung

Demokratie sucht Basis

Das Christentum ist ein Teil Deutschlands. Der Islam auch. Und das Judentum sowieso. Nach einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung muss diese Aufzählung jedoch um einen Punkt ergänzt werden: Der Rechtsextremismus gehört ebenfalls zu uns. Er ist offenbar in allen Bevölkerungsgruppen weiter verbreitet, als man sich eingestehen möchte. Und: Rechtsextreme Einstellungen haben sich in der ach so liberal gesinnten gesellschaftlichen Mitte festgesetzt. Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit, Judenfeindlichkeit, Amerikafeindlichkeit und eine gehörige Portion Sozialdarwinismus – auch das ist Deutschland im Jahr 2010. Ein Deutschland, das womöglich seiner demokratischen Basis verlustig geht. In Krisenzeiten lassen nicht wenige Bundesbürger eine Sympathie für autoritäre Führung erkennen. Zumindest ein Teil der Gesellschaft hat sich von der Demokratie verabschiedet. Nach dem Motto: Die da oben gegen uns hier unten. Die Funktionseliten sind daran nicht ganz unschuldig. Dennoch muss gefragt werden, ob es nicht tiefer liegende Gründe für diese antidemokratischen Ressentiments gibt. Wissen wir Deutschen unsere Freiheit wirklich zu schätzen? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Da hilft statt Alarmgeschrei und blindem Aktionismus nur eins: Bildung und nochmals Bildung, gerade in Krisenzeiten. Selbst, wenn’s was kostet.

Hannover

Anklage gegen Niedersachsens AfD-Chef erhoben

Ihm werden Verstöße gegen das Parteiengesetz vorgeworfen, wie die Behörde mitteilte

 21.10.2026

Jerusalem

Schicksalswahl in Israel: Es geht um mehr als Netanjahu

Kann der heutige Ministerpräsident trotz des Versagens vom 7. Oktober und dreier harter Kriegsjahre seine Macht behaupten? Oder gelingt es der liberaleren Opposition, ihn nach Jahren an der Regierungsspitze abzulösen?

von Sara Lemel  21.10.2026

Israel

Eizenkot liegt vor Netanjahu, doch Mehrheit bleibt außer Reichweite

In dieser Situation könnten besonders die kleineren Parteien und die arabischen Listen entscheidenden Einfluss auf die Regierungsbildung gewinnen

 21.10.2026

Paris

Antisemitische Verschwörungsmythen machen Juden für Ausschreitungen verantwortlich

Die NGO Combat Antisemitism Movement untersuchte Hunderte Beiträge auf der Plattform X. Das Ergebnis ist alarmierend, aber nicht überraschend

 21.10.2026

Washington D.C./Jerusalem

Trump soll Netanjahu von neuem Großangriff auf Iran abgehalten haben

Die geplante Offensive sollte umfangreicher ausfallen als der gemeinsame israelisch-amerikanische Militäreinsatz im Februar

 21.10.2026

Berlin

Demonstranten kleben sich vor Rüstungsunternehmen fest

Die Aktivisten wollen damit gegen Waffenlieferungen nach Israel protestieren

 21.10.2026

Berlin/Augsburg

Volker Beck: Agieren von Grünen und SPD »unverständlich«

»Bei der Berliner Linken hat keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Judenhass und Antizionismus in den eigenen Reihen stattgefunden«, sagt der DIG-Präsident

 21.10.2026

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 20.10.2026

Reaktionen

Ein Hausmeister für die Mullahs

Die Bundesregierung habe zu lasch auf die iranischen Mordkomplotte in Deutschland reagiert, finden jüdische und pro-israelische Organisationen. Sie fordern tiefgreifende Konsequenzen

von Stefan Laurin  20.10.2026