Meinung

Demokratie sucht Basis

Das Christentum ist ein Teil Deutschlands. Der Islam auch. Und das Judentum sowieso. Nach einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung muss diese Aufzählung jedoch um einen Punkt ergänzt werden: Der Rechtsextremismus gehört ebenfalls zu uns. Er ist offenbar in allen Bevölkerungsgruppen weiter verbreitet, als man sich eingestehen möchte. Und: Rechtsextreme Einstellungen haben sich in der ach so liberal gesinnten gesellschaftlichen Mitte festgesetzt. Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit, Judenfeindlichkeit, Amerikafeindlichkeit und eine gehörige Portion Sozialdarwinismus – auch das ist Deutschland im Jahr 2010. Ein Deutschland, das womöglich seiner demokratischen Basis verlustig geht. In Krisenzeiten lassen nicht wenige Bundesbürger eine Sympathie für autoritäre Führung erkennen. Zumindest ein Teil der Gesellschaft hat sich von der Demokratie verabschiedet. Nach dem Motto: Die da oben gegen uns hier unten. Die Funktionseliten sind daran nicht ganz unschuldig. Dennoch muss gefragt werden, ob es nicht tiefer liegende Gründe für diese antidemokratischen Ressentiments gibt. Wissen wir Deutschen unsere Freiheit wirklich zu schätzen? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Da hilft statt Alarmgeschrei und blindem Aktionismus nur eins: Bildung und nochmals Bildung, gerade in Krisenzeiten. Selbst, wenn’s was kostet.

Reaktion

»Juden können sich in Berlin nicht mehr sicher fühlen, wenn Elif Eralp gewählt wird«

Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt SPD und Grüne vor Regierung mit Linken

 24.09.2026

Berlin

Özdemir: »An die Linke muss derselbe Maßstab angelegt werden wie an die AfD«

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Bündnis90/Die Grünen) hat seine Partei vor einer Regierungskoalition in Berlin mit der Linkspartei gewarnt. Als Grund nannte er antisemitische Tendenzen

 24.09.2026

Debatte

Hamburgs zweite Bürgermeisterin warnt vor Linken in Berlin

Katharina Fegebank (Grüne): »Eine Regierung, die abhängig ist von Antisemiten und Terrorunterstützern darf es in Deutschland niemals geben«

 24.09.2026

Berlin

»Diese Flut an Anschuldigungen zielt darauf ab, andere Meinungen zu unterdrücken und das internationale Völkerrecht auszuhöhlen«

Jüdische Aktivisten kritisieren den Umgang mit der von zahlreichen Antisemitismusvorfällen geprägten Linkspartei

 24.09.2026

Gedenkstunde

In Auschwitz geboren: Holocaust-Überlebende spricht im Bundestag

Angela Orosz-Richt wurde 1944 im NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau geboren. Im Januar wird sie in der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag sprechen

 24.09.2026

München

Haft für mehrfach vorbestraften Holocaustleugner

Selbst im Gerichtssaal tätigte der Verurteilte weitere strafrechtlich relevante Äußerungen

 24.09.2026

Gespräch

Antisemitismusbeauftragter: Linke muss sich von Antisemiten trennen

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner fordert von der Linken einen entschlosseneren Umgang mit Antisemitismus. Im Interview spricht der frühere Linken-Politiker darüber, was die Partei ändern müsse

 24.09.2026

Berlin-Wahl und ihre Folgen

Katherina Reiche: Linke-Regierung in Berlin gefährlich für Standort

Enteignungen und Judenhass seien für den Investitionsstandort Deutschland gefährlich, sagt die Bundeswirtschaftsministerin

 24.09.2026

Berlin

CDU bringt Verfassungsschutz-Prüfung der Linken ins Spiel

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Alexander Throm, begründete seinen Vorstoß mit Verbindungen einzelner Linken-Politiker zur organisierten Kriminalität sowie mit Antisemitismus

 24.09.2026