Bevorstehende Landtagswahlen

»Demokratie, muss.«: Plakatkampagne will Demokratie stärken

Oliver Polak Foto: picture alliance / dpa

Mit einer bundesweiten Plakatkampagne weisen zwölf Prominente aus Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft auf die Bedeutung der Demokratie hin. »Die Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg stehen vor der Tür. In einer Zeit, in der radikale Positionen weltweit an Einfluss gewinnen, stehen wir in Deutschland vor der Herausforderung, unsere Demokratie aktiv zu verteidigen«, teilte die Initiative »DNA of Democracy« am Dienstag in Berlin mit.

Es sei wichtiger denn je, »sich bewusst zu machen, was unsere Verfassung und unsere demokratischen Prinzipien bedeuten«, so die Initiatoren der Kampagne.

In zwölf verschiedenen Plakatmotiven appellieren seit Dienstag Prominente wie Rapper Eko Fresh, die amtierende Miss Germany Api Schönauer, Sängerin Sarah Bora und Bahn-Vorständin Sigrid Evelyn Nikutta an die Gesellschaft und formulieren, was für die politische Kultur des Landes unerlässlich ist. Auch der jüdische Comedian Oliver Polak ist dabei.

Lesen Sie auch

Rechtsextremisten stark

Die Tinte, die sie dafür verwendeten, enthalte das Grundgesetz vollständig in Form von synthetischer DNA. Somit werde mit jedem Strich das Grundgesetz tausendfach auf das Papier übertragen. Das Grundgesetz feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen.

Zum Hintergrund der Kampagne mit dem Namen »Demokratie, muss.« heißt es: Mit Stift und Tinte habe Konrad Adenauer vor 75 Jahren das Grundgesetz besiegelt. »Doch Demokratie muss mehr sein als nur der Moment ihrer Begründung. Sie muss leben und gelebt werden. Demokratie muss kämpfen, und wir müssen für sie kämpfen. Sie muss lernen, respektieren, streiten und ja - manchmal auch wehtun. Für uns steht fest: Demokratie ist nicht verhandelbar. Demokratie muss.«

Jüngsten Umfragen zufolge könnte die AfD in Brandenburg und Thüringen stärkste Partei werden, in Sachsen könnte sie auf Platz 2 landen, hinter der CDU. In drei Bundesländern, nämlich Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, wurde sie vom Verfassungsschutz als »gesichert rechtsextremistisch« eingestuft. epd/ja

Stuttgart

»Der Nationalsozialismus war wunderschön«: AfD-Gemeinderat droht Parteiausschluss

Niels Foitzik behauptete in Videos, unter Adolf Hitler sei jeder willkommen und wertgeschätzt gewesen. Sein Landesverband will ihn ausschließen. Nach wie vor ist er Stadtrat der AfD

 07.05.2026

Hamburg

»Nakba«-Protestcamp am Ort der Judendeportation?

Auf dem ehemaligen Juden-Sammelplatz soll wieder ein antiisraelisches Camp errichtet werden. Die Jüdische Gemeinde und die Stadt Hamburg fordern die Verlegung an einen anderen Ort

von Michael Thaidigsmann  07.05.2026

Berlin

Wegner: Kannte Liste mit Antisemitismus-Projekten nicht

Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson war im Zusammenhang mit der umstrittenen Vergabe von Fördermitteln zurückgetreten. Der Regierende Bürgermeister wusste laut eigener Aussage über einen wichtigen Aspekt nicht Bescheid

 07.05.2026

München

»Hitlergruß«-Collage? AfD-Politiker Bystron freigesprochen

AfD-Mann Bystron teilt in sozialen Medien eine Fotomontage - unter anderem mit Angela Merkel mit ausgestrecktem Arm. Strafbar? Geschmacklos? Das Landgericht sieht die Sache anders als die Vorinstanz

 07.05.2026

Redaktion

Die Menschen hinter der Jüdischen Allgemeinen

Wer textet und redigiert, gestaltet, illustriert und organisiert heute die Jüdische Allgemeine? 19 Menschen, neun Ressorts – wir stellen uns vor

 07.05.2026

Bayern

»Antisemitismus ohne mich«: Parteiübergreifende Kampagne

Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Ministerpräsident Markus Söder sowie die Landtagsabgeordneten von CSU, Grünen, Freien Wählern und SPD nehmen Teil

 07.05.2026

Sachsen-Anhalt

Umfrage zur Landtagswahl: Rechtsextreme AfD stärkste Kraft

Die selbsternannte »Alternative« baut ihren Vorsprung zur CDU vor der Landtagswahl aus. Das zeigt eine Umfrage von Infratest dimap. BSW, Grüne und FDP wären nicht im mehr Landtag

 07.05.2026

Berlin

Gericht stoppt geplante Abschiebung israelfeindlicher Aktivistin aus Irland

Im Oktober 2024 dringen 20 Aktivisten in das Präsidium der Hochschule ein, beschädigten Büros und verletzten mindestens einen Mitarbeiter. Die Irin soll dabei gewesen sein

 07.05.2026

Meinung

Die Angst, als Jude erkannt zu werden

Der Lagebericht des Zentralrats offenbart, wie unsicher sich Juden in Deutschland fühlen. Eine Gemeindevorsitzende beschreibt, was das für den Alltag der jüdischen Gemeinschaft bedeutet

von Jeanne Bakal  07.05.2026