Meinung

Democracy First!

Der Slogan »America First« wurde erstmals 1940 von führenden Isolationisten benutzt, die gegen einen Kriegseintritt der USA kämpften. Der Sprecher der Bewegung, Charles Lindbergh, äußerte gar Sympathien für die Verfolgung von Juden unter den Nazis und bezeichnete Juden und Briten als Hauptkriegstreiber. Die Phrase fand später via Pat Buchanan, einen rechten Hardliner, im Jahr 2000 mit der neuen »America First«-Bewegung den Weg zurück in die Öffentlichkeit. Danach verschwand der Slogan wieder von der Bildfläche.

Deshalb haben viele Menschen in der jüdischen Welt mit Unbehagen reagiert, als Donald Trump diesen Slogan bei seiner Amtseinführung erneut benutzte. Präsident Trump hat zwar recht, wenn er sagt, dass jedes Land seine eigenen Interessen in der Außenpolitik behaupten müsse. Denn Amerika kann nicht alleine für die globale Ordnung sorgen. Europa muss mehr in seine eigene Sicherheit investieren. Aber dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich Amerika der globalen Verantwortung entziehen soll, denn dies würde seine Rolle als führende Weltmacht gefährden.

NATO Amerika hat in der Vergangenheit einen starken Beitrag für eine robuste NATO und ein vereinigtes Europa geleistet, beides Garanten für Sicherheit und Stabilität. Im globalen Zeitalter sind die Sicherheit der Vereinigten Staaten und Europas untrennbar miteinander verbunden. Daher müssen wir gemeinsam uneingeschränkt die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität unserer Verbündeten in Mittel- und Osteuropa schützen und müssen jene populistischen und rechten Kräfte zurückweisen, welche die demokratischen Errungenschaften niederreißen und den Kern liberaler Grundrechte aushöhlen wollen.

Während Antisemitismus und Rassismus auf beiden Seiten des Atlantiks an Boden gewinnen, ist die amerikanische Führungsrolle stärker gefragt denn je. Unter dem Banner »Democracy First« sollten wir die Spitze einer Bewegung sein und uns gemeinsam daran erinnern, dass unsere demokratischen Werte Errungenschaften sind, die uns erlauben, in Frieden und Freiheit zu leben.

Ja, wir brauchen ein starkes Amerika. Doch nur als Vorreiter der transatlantischen Kooperation, als Motor der globalen Wirtschaft und als Vorbild für demokratische Werte und Grundrechte zeigt Amerika seine wahre Stärke.

Die Autorin ist Direktorin des American Jewish Committee (AJC) Berlin.

Magdeburg

AfD-Veranstaltung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Steimle

Ein Auftritt des Kabarettisten Uwe Steimle auf einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau hat die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Zudem gab es Kritik wegen des Singens der DDR-Nationalhymne

 15.07.2026

Kalenderblatt

Der Marschall war vieles, aber kein Judenretter: Philippe Pétain taugt auch 75 Jahre nach seinem Tod für einen Skandal

Marschall Pétain, Verdun, Vichy-Regime - war da was? Über einen Mann, der im Nachbarland Frankreich vom Helden zum Verfemten wurde und über das Schicksal von Tausenden Juden im Zweiten Weltkrieg mitbestimmte

von Joachim Heinz  15.07.2026

Wahlen

Friedrich Merz: Werde alles tun, damit AfD nicht in Verantwortung kommt

Viele sorgen sich vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern vor möglichen Wahlsiegen der AfD. Kanzler Merz hingegen gibt sich zuversichtlich, dass das zu verhindern sei

 15.07.2026

Meinung

Die Fußball-WM war ein voller Erfolg

Schon jetzt steht fest, dass die Weltmeisterschaft 2026 unvergesslich bleiben wird. Zumindest, wenn man die Kriterien des Fußballphilosophen Nick Hornby zugrunde legt

von Elke Wittich  15.07.2026

Kommentar

Sichere Hochschule auch für Jüdinnen und Juden!

Sicherheit ist zentral, aber auch Respekt vor Arbeitsruhegeboten. Wer Prüfungen auf hohe jüdische Feiertage legt, verlangt von Juden, für ihre Religionsausübung Nachteile beim Studienfortschritt in Kauf zu nehmen

von Volker Beck  15.07.2026

Iran

Propagandaplakat in Teheran zeigt Trump im Sarg

Auf dem Plakat wird Vergeltung gefordert. Doch viele Iranerinnen und Iraner stehen den Racheaufrufen kritisch gegenüber

 15.07.2026

Chemnitz

Neonazi Liebich nach Deutschland gebracht

Schon Ende August 2025 sollte er die Haft antreten, floh jedoch stattdessen. Einige Monate später wurde der Neonazi gefasst, nun ist er wieder in Deutschland. Wo kommt Liebich nun hinter Gitter?

 15.07.2026

Erfurt

Hape Kerkeling für Anhörung zu AfD-Verbot geladen

Der Kabarettist ist auf Betreiben der Linken eingeladen. Der Komiker werde sich aber »zu dieser Angelegenheit derzeit nicht äußern«, teilt sein Büro mit

 15.07.2026

Washington D.C.

USA starten Kampagne gegen Internationalen Strafgerichtshof

US-Außenminister Marco Rubio wirft dem ICC einen Angriff auf die amerikanische Souveränität vor. Er plant eine koordinierte Reaktion verschiedener US-Behörden

 15.07.2026