Meinung

Definitiv gegen Hass

Aycan Demirel Foto: Uwe Steinert

Mit dem Beschließen einer Arbeitsdefinition Antisemitismus hat die scheidende Bundesregierung ihr Engagement gegen den Hass auf Juden noch einmal bekräftigt. Das ist richtig und notwendig, weil Antisemitismus immer noch ein großes Problem ist, das auch in absehbarer Zeit nicht kleiner werden wird.

Daher ist dieses Signal der höchsten politischen Instanz besonders wichtig. Dass es Kritik an der Definition gibt, ist nicht unbedingt schlecht. Schließlich lässt sich die Grauzone zwischen legitimer Kritik an Israels Politik und israelbezogenem Antisemitismus nicht einfach mit einer Checkliste klären. Auch nicht per Regierungsbeschluss.

diskriminierung Wenn jetzt jedoch eine offen rassistische Partei in Ostdeutschland zur zweitstärksten, in Sachsen gar zur stärksten politischen Kraft werden konnte, ist offensichtlich, dass wir uns Diskriminierung entgegenstellen müssen. Wenn es in einer Gesellschaft, die sozioökonomisch und politisch eine der stabilsten der Welt ist, geschehen konnte, mit dem Beschwören einer vermeintlichen Islamgefahr Ängste zu schüren, muss man für den Fall einer wirklichen Krise tatsächlich das Schlimmste befürchten.

Angesichts der politischen Zäsur, die diese Wahl darstellt, erscheinen Kämpfe um die genaue Definition der besagten Grauzone nicht mehr so relevant. Hier und jetzt geht es um die gemeinsame Aufgabe, antimuslimische und antisemitische Strömungen zu bekämpfen.

rechtspopulismus Es ist jetzt an der Zeit, gemeinsam nachzudenken: Staat, Zivilgesellschaft, Juden, Muslime – wir alle. Welchen Beitrag haben wir zum Erstarken des Rechtspopulismus geleistet? Wie sind wir mit Muslimen umgegangen, die Hauptangriffsziel der Rechten sind?

Die neue Bundesregierung muss dringend die Forderungen des Expertenkreises Antisemitismus umsetzen. Das heißt: Projekte, die sich der Bekämpfung von Judenhass widmen, müssen gesichert werden. Und: Ein Antisemitismusbeauftragter muss berufen werden. Von der Person, die dieses wichtige Amt übernimmt, erwarten wir auch die nötige Sensibilität gegenüber antimuslimischen Entwicklungen in Deutschland.

Der Autor ist Direktor der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA) in Berlin.

Meinung

Nein, Frau Pillay hat den Friedensnobelpreis nicht verdient!

Die Südafrikanerin hat Israel vorverurteilt und Antisemitismus in den Reihen ihrer Kommission nicht ernstgenommen. Ihre Auszeichnung durch das Nobelpreiskomitee ist ein großer Fehler, meint der Direktor von UN Watch

von Hillel Neuer  09.10.2026

Sachsen-Anhalt

Zentralratspräsident Josef Schuster: Tillschneider »verhöhnt die Opfer« von Halle

Der rechtsextreme Politiker hatte am Freitag versucht, am Gedenken für die Opfer des Anschlags von Halle teilzunehmen

 09.10.2026

Oslo

Israel-Kritikerin Navanethem Pillay erhält den Friedensnobelpreis

Für ihren Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen und für das Völkerrecht: Mit dem Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay geehrt

 09.10.2026

Eklat in Halle

AfD-Mann Tillschneider will an Anschlags-Gedenken teilnehmen

Aktivisten der Jüdischen Studierendenunion Deutschland verhinderten, dass der Landtags-Vizepräsident die Synagoge betrat

von André Anchuelo  09.10.2026 Aktualisiert

Magdeburg

Landtagspräsident Rausch plant außenpolitische Initiativen

Mit Tobias Rausch ist erstmals ein AfD-Politiker zum Präsidenten eines deutschen Landtags gewählt. Während noch über die Hintergründe seiner Wahl diskutiert wird, plant der 35-Jährige bereits außenpolitische Initiativen

 09.10.2026

Sondierungen

Lauterbach gegen Rot-Grün-Rot in Berlin

Karl Lauterbach hält den Antisemitismusvorwurf gegen die Linke in Neukölln für gerechtfertigt. Dennoch warnt er vor einer Gleichsetzung mit der AfD

 09.10.2026

Washington D.C.

Trump: Bis zu den Midterms keine Angriffe auf Iran

Am 3. November wird in den USA gewählt. Medien berichteten über mögliche neue Angriffe gegen den Iran noch vor dem Urnengang. Dem widerspricht der Präsident nun

 09.10.2026

Berlin

Zentralrat der Juden kritisiert Antisemitismus-Papier von Linken, Grünen und SPD

Die mutmaßliche neue Regierung will mit Gremien gegen antisemitische Ausfälle von Abgeordneten der Koalition vorgehen. Den Zentralrat der Juden, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die WerteInitiative überzeugt das nicht

 09.10.2026 Aktualisiert

Nahost

Huthis greifen Flughafen in Riad an

Die Huthi und die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung bekämpfen sich im Jemen weiter. Auch Saudi-Arabien gerät immer wieder selbst in die Schusslinie. Droht eine weitere Eskalation am Golf?

 08.10.2026