Einspruch

Danke, mir fehlt nichts!

Nun habe ich es also amtlich: Ich bin irreversibel geschädigt, und traumatisiert obendrein. Ich war acht Tage alt, zum ersten Mal in meinem Leben etwas betrunken und habe gar nichts gemerkt von der Katastrophe, die über mich hereingebrochen ist. Und was noch schlimmer ist, bis zum Kölner Richterspruch habe ich noch immer nichts davon bemerkt. Nicht einmal an das Zahnen konnte ich mich erinnern, und das war schlimmer.

Nun werde ich aufgeklärt. Nun endlich sollen meine von mir selbst vergessenen Rechte unter Schutz gestellt werden. Klingt toll. Und schon werden Unterschriften gesammelt, von Ärzten und Juristen, Psychologen und anderen Menschen, die es einfach nur gut meinen mit uns armen, irgendwie traumatisch gestörten Muslimen und Juden, deren archaische Bräuche, selbst die harmlosesten darunter, einfach nicht mehr in die heutige Zeit passen. Warum nur bin ich nicht glücklich?

vergleich Natürlich ist es nicht so schön, dass nun schon wieder der Versuch unternommen wird, Deutschland juden- (und nun auch muslim-)frei zu machen. Aber dieser Vergleich hinkt. Die Nazis wollten nicht unsere Vorhaut retten, sondern den Rest loswerden. Warum kommt niemand auf den sehr viel näherliegenden Vergleich?

Das letzte Aufklärungsprojekt, das sich aufschwang, alle archaischen Reste »alter Kulturen« (darunter das Beschneidungsritual) im Dienste des menschlichen Glückes mit Stumpf und Stiel auszurotten, war ... der Stalinismus. Schon vergessen?

Wenigstens war der Stalinismus ehrlicher. Er hat die Taufbecken gleich mit zerschlagen wollen – aber damit kam er nicht durch. Dieses archaische Ritual, dessen Folgen laut kirchlichem Dogma übrigens ebenfalls irreversibel sind, hat auch der Stalinismus nicht abschaffen können. Es geht eben nicht gerecht zu in dieser Welt.

Krieg gegen Iran

Großbritannien verlegt Eurofighter nach Katar

Mit der anfänglichen Ablehnung des amerikanisch-israelischen Vorgehens gegen den Iran hatte Premier Keir Starmer den Zorn von US-Präsident Trump auf sich gezogen. Nun weicht er seine Position weiter auf

 05.03.2026

Pforzheim

Antisemitismus im Wahlkampf: »Schabbat schalom, jetzt gibt’s AfD«

In einem Video verkleidet sich der AfD-Lokalpolitiker als »orthodoxer Jude« und bückt sich nach Geld auf der Straße. Inzwischen ist sein Kanal mit mehr als 30.000 Followern gelöscht, die AfD hat ein Auschlussverfahren eingeleitet. Die Jüdische Allgemeine hat sich die Clips genau angesehen

 05.03.2026

Nahost

Iran greift Golfstaaten an

Mehr als 1.000 mutmaßlich iranische Drohnen wurden in den vergangenen Tagen allein von den Vereinigten Arabischen Emirate entdeckt. Auch im Irak gab es Einschläge. Ein Ende der Angriffe ist bisher nicht in Sicht

 05.03.2026

Erlebnisbericht

Und dann war Krieg

Aufgrund des Krieges saß die Aktivistin und FDP-Politikerin Karoline Preisler in Israel fest. »In Tel Aviv wurde jedes Telefonat, jede E-Mail, jede Dusche und jede Mahlzeit von Alarmen unterbrochen.«

von Karoline Preisler  05.03.2026

Iran

Schah-Sohn attackiert mögliche Ajatollah-Nachfolger

Der einflussreiche iranische Oppositionspolitiker Pahlavi erklärt die Suche nach einem neuen Religionsführer für aussichtslos. Der 65-Jährige bringt sich erneut als Übergangsfigur ins Spiel

 05.03.2026

Paris

Frankreich erlaubt USA beschränkte Nutzung von Militärbasen

Paris lässt zu, dass US-Flugzeuge zeitweise französische Stützpunkte nutzen. Es geht aber nicht etwa um Basen am Golf, sondern in Frankreich. Und es gibt klare Bedingungen

 05.03.2026

Brüssel

EU-Chefdiplomatin warnt: Iran-Krieg könnte Putin helfen

Füllen steigende Ölpreise Putins Kriegskasse? Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnt vor unerwünschten Nebenwirkungen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran

 05.03.2026

Teheran

Sicherheitsbedenken im Iran vor Beisetzung von Khamenei

Die iranische Führung zögert mit der Beisetzung von Religionsführer Chamenei. Grund ist ein hohes Sicherheitsrisiko

 05.03.2026

Bewaffnete Konflikte

Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf den Ukraine-Konflikt aus?

Der Krieg im Nahen Osten hat Implikationen für Russlands Invasion in der Ukraine. Moskau und Kiew bekommen dabei die Folgen auf unterschiedliche Weise zu spüren

von André Ballin, Andreas Stein  05.03.2026