Brandenburg

Brandanschlag: Jüdische Gemeinden stellen sich hinter Büttner

Andreas Büttner, Antisemitismusbeauftragter des Landes Brandenburg, bei einer Demonstration im Juni 2025 Foto: picture alliance/dpa

Noch ist der Fall nicht aufgeklärt, und fast täglich gibt es neue Mutmaßungen dazu. Doch der Fall um den Anschlag auf das Haus des brandenburgischen Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner im Januar wirft viele Fragen auf.

Fakt ist: In der Nacht zum 4. Januar 2026 wurde ein Nebengebäude auf dem Privatgrundstück Büttners in Templin in Brand gesetzt. Obwohl der Hausherr und Mitglieder seiner Familie zu diesem Zeitpunkt zuhause waren, wurde niemand verletzt.

Auf die Hauswand war ein rotes Hamas-Dreieck gemalt. Zudem wurde ein Drohbrief gefunden, in dem Büttner als »Verräter« und »Zionsschwein« geschmäht und ihm mit dem Tod gedroht wurde. Beides deutete auf einen politischen Hintergrund der Tat hin, denn Büttner hatte sich in den Monaten zuvor immer wieder Israelsolidarisch geäußert.

Die Ermittler fanden aber noch in Tatnacht eine Spur, die sie zu zwei 25-jährigen Männern, Daniel R. und Lucas S., führte. Wie sich nun herausstellte, ist Büttner seit Jahren mit den beiden befreundet und besitzt mit ihnen ein gemeinsames Beratungsunternehmen, an dem er mit 12.750 Euro gut die Hälfte des Eigenkapitals hält. Büttners Angaben zufolge hat das Unternehmen aber nie nennenswerten Aktivitäten ausgeübt.

Darüber hinaus führen die beiden Tatverdächtigen, offenbar in Eigenregie, eine Initiative für politische Bildungs- und Gedenkarbeit. Bis vor Kurzem wurde Büttner auf der Homepage als »Schirmherr« genannt – ohne sein Wissen, wie er beteuert. Auf Betreiben seines Anwalts wurde der Eintrag nun entfernt; die Webseite ist mittlerweile offline. Zuvor waren dort unter anderem für Projekte für die Sanierung jüdischer Friedhöfe in Kremmen und Prenzlau beschrieben.

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Über die möglichen Motive und Hintergründe für den Brandanschlag auf Büttners Anwesen ist weiterhin nur wenig bekannt. Die Generalstaatsanwaltschaft Brandenburg, die die Ermittlungen führt, gab aber bekannt, dass sie Büttner weiterhin als Zeugen führt.

Der 52-Jährige, der vor zwei Jahren zum ersten Antisemitismusbeauftragten des östlichen Bundeslandes gewählt worden war, wies Medienspekulationen zurück, es habe sich um einen fingierten Anschlag gehandelt, von dem er vorab Kenntnis hatte. Auf Nachfrage der »Jüdischen Allgemeinen« teilte Büttner mit Verweis auf laufende Verfahren aber mit, dass er sich vorerst nicht mehr öffentlich dazu einlassen werde.

Von den jüdischen Gemeinden in Brandenburg hatte der ehemalige Landespolitiker, der sowohl für die FDP als auch zuletzt für die Linke im Landtag in Potsdam gesessen hatte und im März aus der Linkspartei ausgetreten war, bereits Ende April Rückendeckung bekommen. Man stehe »voll und ganz« hinter dem Antisemitismusbeauftragten, gaben der Landesverband und die Vorsitzenden der Gemeinden am 29. April per Pressemitteilung bekannt.

»Andreas Büttner ist seit seiner Berufung ein verlässlicher, mutiger und hochengagierter Partner im Kampf gegen Judenhass in all seinen Erscheinungsformen. Er benennt Antisemitismus klar und unmissverständlich – auch und gerade dann, wenn er aus dem linken oder islamistischen Spektrum kommt. Diese klare Haltung hat ihm Respekt, aber auch erbitterte Feinde eingebracht«.

Weiter heißt es in der Erklärung: »Wir, die Jüdischen Gemeinden in Brandenburg, wissen, wem wir vertrauen können. Andreas Büttner genießt unser uneingeschränktes Vertrauen und unsere volle Rückendeckung. Wir erwarten von der Landesregierung, dem Landtag und allen demokratischen Kräften, dass sie ihm ebenfalls den Rücken stärken und ihn in dieser herausfordernden Phase nicht allein lassen.« mth

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