Mahnmal für Sinti und Roma

»Bleibende Verpflichtung«

Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma Foto: dpa

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, hat aus Anlass der Einweihung des Mahnmals für ermordete Sinti und Roma an die Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns und Vernichtungswillens erinnert. »Ihrer zu gedenken, ist für die gesamte Gesellschaft in Deutschland eine bleibende Verpflichtung, besonders aber für uns Juden. Haben wir doch nicht vergessen, dass Sinti und Roma in der Zeit des nationalsozialistischen Mordens unsere Schicksalsgenossen waren, für die wir immer Nähe und tiefe Freundschaft empfinden werden.«

Er freue sich für die Gemeinschaft der Sinti und Roma in Deutschland, so Graumann, dass das vor Jahren geplante Mahnmal endlich fertiggestellt ist und eingeweiht wird. »Es war auch höchste Zeit dafür.«

Vorurteile Graumann mahnte zugleich, den Blick auch auf die Gegenwart zu lenken. Bis heute werden Sinti und Roma diffamiert, ausgegrenzt und angegriffen. Noch immer grassieren furchtbare Vorurteile über Sinti und Roma. »Sie leben seit Hunderten von Jahren in Europa und sind dennoch europaweit noch immer so stark von Diskriminierung betroffen«, so der Zentralratspräsident.

Rassismus und Diskriminierung von Minderheiten sind und bleiben immer inakzeptabel. Die Europäische Union, gerade frisch ausgezeichnet mit dem Friedensnobelpreis, werde sich nun auch daran messen lassen müssen, wie energisch sie sich für die Rechte der Sinti und Roma einsetze. »Auch in Deutschland bleibt noch viel zu tun«, sagte Graumann. Mehr Aufklärung, vor allem in der Schule, über die Geschichte und Kultur der Sinti und Roma seien dringend erforderlich. »Dass Tausende von Menschen allein wegen ihrer Herkunft beleidigt, benachteiligt oder gar körperlich angegriffen werden, werden wir niemals hinnehmen.«

Einweihung Am Berliner Reichstag wurde am Mittwochvormittag das zentrale Mahnmal für die in der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma eingeweiht. Die Fertigstellung des seit über 20 Jahren geplanten Projekts hatte sich immer wieder verzögert. An der Eröffnung nahmen unter anderen Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Norbert Lammert teil.

Das Mahnmal besteht aus einem kreisrunden See auf einer zwölf Meter großen Granitplatte. Auf einem dreieckigen Stein in der Mitte soll auch im Winter immer eine frische Blume liegen. Die Gesamtkosten für das Denkmal beliefen sich zuletzt auf 2,8 Millionen Euro. ja/epd

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