Bayreuth

Bayreuther Gedenkveranstaltung mit Michel Friedman soll nun doch stattfinden

Michel Friedman Foto: picture alliance / dts-Agentur

Nach scharfer Kritik an der Absage einer Gedenkveranstaltung für in der NS-Zeit verfolgte jüdische Musikerinnen und Musiker rudern die Bayreuther Festspiele zurück. Die Veranstaltung soll nun doch stattfinden, wie Festspielleiterin Katharina Wagner der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zuvor hatte die »Süddeutsche Zeitung« darüber berichtet.

Wie ursprünglich geplant, soll das Gedenkkonzert mit dem Titel »Verstummte Stimmen« am Vormittag des 26. Juli, vor der Premiere der Oper »Rienzi«, stattfinden, sagte Wagner der dpa.

Zuvor hatte die Geschäftsführung dem als Redner eingeladenen jüdischen Publizisten Michel Friedman mitgeteilt, die Veranstaltung müsse wegen »Sicherheitsbedenken« abgesagt werden. Der machte die Absage öffentlich und übte scharfe Kritik, in die weitere, wie Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, einstimmten.

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»Ich erwarte von der Festspielleitung, dass sie eine Lösung für die Veranstaltung findet und zeigt: Im Kampf gegen Antisemitismus stehen wir zusammen«, sagte Blume am Donnerstag. Der Umgang der Festspiele mit diesem Thema »war leider mehr als unglücklich in den letzten Tagen«.

Wie die »SZ« berichtete, entschuldigte Katharina Wagner sich bei Friedman für die Ausladung. Der Autor und Moderator hatte zuvor von einem »Offenbarungseid« und »Tod durch Selbstmord« gesprochen, Knobloch von einer »Bankrotterklärung«. Die Entschuldigung nannte Friedman nun in der Zeitung »ernsthaft und glaubwürdig«. Er sagte: »Wenn sich jemand bewegt, sollte man sich mitbewegen.«

Der Komponist Richard Wagner (1813-1883), Gründer der Bayreuther Festspiele, verfasste antisemitische Schriften und äußerte sich auch immer wieder klar antisemitisch. Später galten die Festspiele als eng verflochten mit nationalistisch-völkischem Gedankengut und schließlich mit dem Nationalsozialismus. Adolf Hitler war immer wieder Gast in Bayreuth. dpa

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