Nahost

Baerbock fliegt abermals nach Israel

Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) Foto: picture alliance/dpa

Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) bricht an diesem Sonntag vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen in der Region zu einer Reise nach Israel und in die Palästinensergebiete auf. »Im Zentrum der Gespräche werden die dramatische humanitäre Lage in Gaza, die Situation im Westjordanland sowie die äußerst volatile Lage an der israelisch-libanesischen Grenze stehen«, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Freitag in Berlin mit.

Es solle zudem um die Bemühungen für eine Freilassung der von der Hamas nach Gaza verschleppten Geiseln sowie um eine künftige Zweistaatenlösung zwischen Israel und den Palästinensern gehen. Sämtliche Friedenspläne, die diese Lösung möglich gemacht hätten, wurden in den vergangenen Jahrzehnten von den Palästinensern abgelehnt, während Israel allen zustimmte.

Es ist die vierte Reise Baerbocks nach Israel und in die Region seit den Terrorattacken der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober. Zu Beginn der Nahostreise wird sie nach Angaben des Sprechers in Israel Präsident Isaac Herzog sowie ihren neuen Amtskollegen Israel Katz zu Gesprächen treffen.

Abbas und Al-Maliki

In den palästinensischen Gebieten wolle die Ministerin unter anderem mit dem Präsidenten der palästinensischen Behörde, Mahmud Abbas, sowie mit dem palästinensischen Außenminister Riad al-Maliki reden. In Ägypten sei anschließend unter anderem ein Treffen mit Außenminister Samih Schukri geplant. Außerdem sei ein Besuch im Libanon geplant.

Auslöser des Kriegs im Gazastreifen war das Massaker am 7. Oktober, das Terroristen der islamistischen Hamas und anderer Gruppen in Israel verübt hatten. Dabei wurden rund 1200 Menschen ermordet und 240 als Geiseln genommen.

Nach Angaben des Sprechers des deutschen Außenministeriums ist rund 700 Deutschen einschließlich ihrer Familienangehörigen die Ausreise ermöglicht worden. Man habe Kenntnis von einer zweistelligen Zahl an Deutschen, die sich noch im Gazastreifen aufhielten.

Hisbollah und Hamas

Auch die Lage an der israelischen Grenze zum Libanon hat sich seit Beginn des Krieges zugespitzt. Die Tötung eines Hamas-Anführers in Beirut am Dienstag, für die die pro-iranische Hisbollah-Miliz Israel verantwortlich macht, schürt die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts weiter. Die Hisbollah hat Verbindungen zur Hamas, gilt aber als einflussreicher und schlagkräftiger.

Vom Nahen Osten aus will Baerbock nach Südostasien reisen. Auf den Philippinen, in Malaysia und in Singapur wird sie nach Angaben des Sprechers ihre jeweiligen Amtskollegen treffen. Vor dem Hintergrund der zunehmend aggressiven Politik Chinas in der Region sollen dort unter anderem Themen wie die Freiheit der Seewege und der maritimen Sicherheit eine Rolle spielen.

Außerdem soll es um den Klimaschutz, die Energiewende, die wirtschaftliche Diversifizierung sowie die Zusammenarbeit im Fachkräftebereich gehen. dpa/ja

Medien

KI-Verstoß: »Tagesspiegel« nimmt Casdorff-Texte offline

Stephan-Andreas Casdorff verfasste auch für die Jüdische Allgemeine Kommentare. Die Redaktion prüft, ob auch diese Texte von einer KI statt von Casdorff selbst verfasst wurden

 12.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  12.06.2026 Aktualisiert

Debatte

Soll die Bevölkerung in der Schweiz auf 10 Millionen begrenzt werden?

Ein Pro & Contra

von Jessie Katz, Zsolt Balkanyi-Guery  12.06.2026

Berlin

Bundesrat für Verbot von Handel mit Dokumenten von NS-Opfern

»Wir dulden es nicht länger, dass aus dem Leid der NS-Opfer Profit geschlagen wird«, sagt NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne)

 12.06.2026

Ankara

Erdoğan vergleicht Netanjahu erneut mit Hitler

»Wer Hitlers Weg folgt, sollte nicht vergessen, dass sein Schicksal dem anderer Tyrannen in der Geschichte gleichen wird«, erklärt der türkische Präsident in Richtung des israelischen Regierungschefs

 12.06.2026

Debatte

Mario Voigt nutzte KI für Reden zum Holocaust-Gedenken

Ein Portal findet mit KI-Analyse-Werkzeugen Auffälligkeiten in Beiträgen von Thüringens Regierungschef. Wie viel KI darf in einer Rede zum Holocaust-Gedenktag stecken?

 12.06.2026

Berlin

Anne-Frank-Tag: Bildungsstätte sieht Antisemitismus-Flut im Internet

»Wir erleben aktuell, dass sowohl rechtsextreme als auch islamistische und linke Gruppen antisemitisch agieren, antisemitische Narrative aber zugleich in der Mitte der Gesellschaft fest verankert sind«, sagt Deborah Schnabel

 12.06.2026

Brüssel

Kallas vergleicht Israel mit Apartheids-Südafrika

Die EU-Außenbeauftragte wird für ihre Aussage von anderen EU-Diplomaten und -Beamten scharf kritisiert

 12.06.2026

Künstliche Intelligenz

Preiskrieg zwischen Giganten

Sam Altmans OpenAI will den aggressiv wachsende Rivalen Anthropic der Geschwister Daniela und Dario Amodei auf Distanz halten

 12.06.2026