München

Antisemitismuseklat im Nationalmuseum – Minister reagiert

Das Bayerische Nationalmuseum Foto: picture alliance/dpa

Wegen eines Antisemitismusvorwurfs hat das Bayerische Nationalmuseum ein Programmheft zurückgezogen. Wie der Deutschlandfunk berichtet, war auf dem Titel der Ausschnitt eines Altarbilds mit einer biblischen Szene zu sehen. Darauf nimmt Judas Iskariot einen Beutel mit Silberlingen zum Lohn dafür entgegen, dass er Jesus verraten hat.

Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume (CSU), sprach im Deutschlandfunk von einer »untragbaren« Bildauswahl, die das Museum eigenverantwortlich getroffen habe. »Die Verbreitung der Broschüre wurde daher unmittelbar nach Bekanntwerden des Covers gestoppt.« Blume: »Wir erwarten von allen staatlichen Einrichtungen klare Haltung und besondere Sensibilität.«

Verräterische Fackel

Der Jesus-Jünger Judas gilt in antisemitischen Kreisen als Personifizierung des jüdischen Volks, das als Ganzes für den Tod Jesu verantwortlich gemacht wird. Auf dem vom Museum gewählten Titelbild ist neben ihm eine Fackel zu sehen. Diese verweist auf den antisemitischen Brauch der sogenannten Judasfeuer, die es bis heute in Teilen Bayerns trotz regelmäßiger Kritik gibt. Dabei wird eine Judaspuppe symbolisch verbrannt.

Die Broschüre enthält das Programm des Museums im kommenden Vierteljahr ab April. In den nächsten Wochen werden die Nachfahren jüdischer Sammlerinnen und Sammler im Bayerischen Nationalmuseum erwartet. Sie sollen restituierte Kulturgüter aus dem einstigen Besitz des NS-Kriegsverbrechers Hermann Göring zurückerhalten. Darunter befinden sich dem Bericht zufolge auch Stücke aus Silber. kna

Potsdam

Forscher: Offenheit für AfD wächst trotz mehr Radikalität

Der Extremismusforscher Botsch erklärt, warum die Bereitschaft wächst, die zumindest in Teilen rechtsextremistische Partei zu wählen - ungeachtet ihrer Entwicklung

von Marc-Oliver von Riegen  18.05.2026

Berlin

Josef Schuster für Bestrafung der Leugnung von Israels Existenzrecht

Der Zentralratspräsident stellt sich hinter das Vorhaben aus Hessen. Derweil sind einige Strafrechtler skeptisch

 18.05.2026

Ramallah

Abbas will blockierte Gelder als Terror-Renten verwenden

In Zusammenhang mit Israels Entscheidung, Teile der Steuereinnahmen für die PSA einzubehalten, spricht der Palästinenserpräsident von einem Rechtsbruch, will aber weiterhin illegale Terror-Renten bezahlen

 18.05.2026

Pilsen

Wie es mit Marla Svenja Liebich weitergehen könnte

Nach monatelanger Fahndung wurde die Rechtsextremistin gefasst. Seit einigen Wochen sitzt sie in Tschechien in Haft. Ein Gericht dort will nun über eine Auslieferung entscheiden

 18.05.2026

Washington D.C.

Trump zu Iran: »Die Uhr tickt«

Die Angriffe gegen das iranische Regime, dessen Revolutionsgarden und Atomanlangen könnten diese Woche wiederaufgenommen werden

 18.05.2026

Interview

»Sonntagsreden reichen nicht«

Hessens Justizminister Christian Heinz will, dass Aufrufe zur Vernichtung Israels künftig unter Strafe stehen. Wie lässt sich ein solcher Eingriff in die Meinungsfreiheit begründen? Ein Gespräch über Staatsräson, den Schutz jüdischen Lebens und Mehrheiten im Bundesrat

von Joshua Schultheis  17.05.2026

Nahost

Stille Wende im Krieg: Emirate und Saudi-Arabien griffen Iran an

Nach Irans Angriffen wiederholten die Golfstaaten das Mantra vom Recht auf Selbstverteidigung. Jetzt wird bekannt, dass zwei von ihnen auch zurückschlugen - und eine wichtige Schwelle überschritten

von Johannes Sadek, Weedah Hamzah  17.05.2026

Wien

14 Aktivisten bei Anti-Israel-Demo festgenommen

Vor Beginn des ESC-Finales gab es mehrere Demonstrationen gegen Israels Teilnahme

 17.05.2026

Brandenburg

Brandanschlag: Jüdische Gemeinden stellen sich hinter Büttner

Im Fall des Brandanschlags auf das Anwesen des brandenburgischen Antisemitismusbeauftragten gibt es viele offene Fragen. Die örtliche jüdische Gemeinde solidarisiert sich mit Andreas Büttner

 15.05.2026