Kriminalität

Antisemitismus in Berlin und Ostdeutschland am stärksten

In Berlin werden bundesweit mit Abstand die meisten antisemitischen Straftaten in Relation zur Einwohnerzahl begangen. Von 2010 bis 2018 lag die Zahl antisemitisch motivierter Straftaten in der Bundeshauptstadt bei 1649, darunter waren 55 Gewalttaten, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsabgeordneten Linda Teuteberg hervorgeht.

Das waren 46,1 Delikte je 100.000 Einwohner. Bundesweit wurden seit 2010 laut der Kriminalpolizeilichen Meldestatistik insgesamt 11.786 judenfeindliche Straftaten begangen, davon 327 Gewalttaten. Das waren 14,6 Delikte je 100.000 Einwohner.

Durchschnitt Auch in anderen ostdeutschen Bundesländern lag die Zahl antisemitischer Straftaten in den Jahren 2010 bis 2018 deutlich über dem Bundesdurchschnitt. In Thüringen waren es im Durchschnitt 29,8 Delikte pro 100.000 Einwohner, in Brandenburg 28,7 und in Sachsen-Anhalt 23,8.

In Nordrhein-Westfalen wurden seit 2010 insgesamt 2272 Straftaten aus Judenhass begangen. Damit lag die Zahl der Delikte bezogen auf die Einwohnerzahl mit 12,7 unter dem Bundesdurchschnitt. Am niedrigsten war die Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner in süddeutschen Bundesländern: 9,4 in Bayern, 8,8 in Baden-Württemberg und 8,3 in Rheinland-Pfalz.

Über die Zahlen hatten zunächst die Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Mittwoch) berichtet. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sagte den Funke-Blättern, der Antisemitismus in Ostdeutschland sei besonders bedrohlich, »denn obwohl in vielen Regionen kaum Juden leben, ist der Hass gegen jüdisches Leben groß«.

Erinnerung Er wolle die Arbeit der ostdeutschen KZ-Gedenkstätten wie Buchenwald oder Sachsenhausen stärken, so Felix Klein weiter. Die Erinnerungsorte seien zwar sehr gut besucht, müssten aber noch stärker in Schulen und Jugendzentren präsent sein. »Besonders dort, wo die Jugend in Ostdeutschland lebt, muss der Kampf gegen Antisemitismus stärker aufgenommen werden.«

In diesem Jahr wurden den Angaben zufolge bis zum 31. Juli insgesamt 696 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund begangen. Seit 2010 lag die Zahl der judenfeindlichen Delikte in jedem Jahr über 1200. Die meisten Taten gab es im Jahr 2014 mit 1596, 2017 waren es 1504.

»Hass, Gewalt und Verbrechen, die sich gegen ihre Religion oder Geschichte richten, ist für Juden in Deutschland immer noch eine alltägliche Erfahrung«, beklagte die FDP-Innenpolitikerin Teuteberg. Die Bestellung eines Antisemitismusbeauftragten durch die Bundesregierung sei gut, könne aber nur der Anfang der Auseinandersetzung mit Judenhass in Deutschland sein. epd

Krieg

Iran lehnt Waffenstillstand ab mit Israel und den USA ab

Die Hintergründe

 06.04.2026

Krieg

»Crazy Bastards«: Trumps Ultimatum

Der amerikanische Präsident droht Teheran mit wüsten Worten und spricht ein vermeintlich letztes Ultimatum aus

 06.04.2026

Standpunkt

Die Militäroperation gegen das Mullah-Regime ist eine historische Chance

Ein Gastbeitrag von Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter (CDU) und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

von Roderich Kiesewetter  06.04.2026 Aktualisiert

Extremismus

Die Linke und der Judenhass

Der »taz«-Journalist Nicholas Potter hat ein Buch über die Zusammenhänge zwischen Antisemitismus und Autoritarismus bei Teilen der Linken geschrieben. Ein Auszug

von Nicholas Potter  05.04.2026

Krieg

Trump gibt iranischer Führung Zeit bis Dienstagabend

Der US-Präsident hat der iranischen Führung mit heftigen Angriffen gedroht, sollte sie nicht einlenken

 05.04.2026

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand

Debatte

»Das wäre enorm wichtig, gerade für die vielen Kinder mit muslimischem Migrationshintergrund«

Israels Botschafter Ron Prosor spricht sich für Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten aus

 05.04.2026

Krieg

Israel meldet Tötung eines weiteren Öl-Kommandeurs im Iran

Nach einem Angriff in Teheran spricht Israels Militär von einem »schweren Schlag gegen die wirtschaftlichen Grundlagen des iranischen Sicherheitsapparats«. Das steckt hinter dem Angriff

 05.04.2026

Krieg

Trump: Wir haben unseren Soldaten gerettet und in Sicherheit gebracht

Rettung wie in einem Hollywood-Film: US-Spezialeinheiten konnten den vermissten Offizier des abgeschossenen Kampfjets geborgen. Der US-Präsident schildert die riskante Mission mit dramatischen Worten

von Lars Nicolaysen  05.04.2026

Krieg

Bericht: USA greifen Suchort von vermisstem US-Soldaten an

Die Suche nach dem vermissten Besatzungsmitglied eines US-Kampfjets läuft auf Hochtouren. Jetzt werden aus dem Iran Luftangriffe in einer Gegend gemeldet, in dem sich der US-Soldat befinden soll

 05.04.2026