Ungarn/Iran

Schoa-Leugner Mahmud Ahmadinedschad hält Vortrag an Budapester Uni

Mahmoud Ahmadinejad (2013) Foto: picture alliance / AP Photo

Der unter anderem wegen seiner Äußerungen über den Holocaust weltweit geächtete iranische Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat an einer Universität in Budapest einen Vortrag gehalten. Ein Berater des früheren Politikers sagte der auf Wirtschaftsthemen spezialisierten iranischen Agentur Ilna, Ahmadinedschad sei am Montag auf Einladung der Budapester Universität für den Öffentlichen Dienst (NKE) in die ungarische Hauptstadt gereist, um einen Vortrag über Umweltthemen zu halten.

Auch andere iranische Medien berichteten über den Auftritt. Im Internet tauchte am Mittwoch ein Video auf, das Ahmadinedschad beim Verlassen der Hochschule zeigen soll.

Die Universität ließ mehrfache Medienanfragen dazu unbeantwortet. Im öffentlich zugänglichen Veranstaltungskalender der Hochschuleinrichtung fand sich weder ein Hinweis auf eine Konferenz zu Umweltthemen noch zu einem Vortrag des iranischen Ex-Präsidenten.

Botschaft verurteilt Auftritt

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hatte die NKE 2011 gegründet, um Kader-Nachwuchs für den Staats- und Sicherheitsapparat heranzuziehen. Die Uni bildet Beamte, Polizisten, Berufsmilitärs und Geheimdienstler aus.

Ahmadinedschad gilt als einer der kontroversesten iranischen Politiker der letzten Jahrzehnte, der insbesondere durch seine Aussagen zum Holocaust weltweit in der Kritik stand. Inzwischen hat sich der 67-Jährige im Iran von der Öffentlichkeit zurückgezogen. Der Ex-Präsident hatte in den vergangenen Jahren überraschend auch Kritik an der iranischen Regierung geäußert.

Die israelische Botschaft in Budapest verurteilte den Auftritt aufs Schärfste. »Die Einladung eines selbst ernannten Holocaust-Leugners (…) verletzt das Andenken an die Opfer«, teilte die diplomatische Vertretung dem ungarischen Ableger des TV-Senders Euronews mit, der als erster unter Berufung auf iranische Quellen über den Auftritt des Iraners berichtet hatte.

Ahmadinedschad habe während seiner Präsidentschaft von 2005 bis 2013 eine Politik betrieben, die »den Holocaust und seine Opfer verspotteten, herabminderten und infrage stellte«, so die israelische Botschaft. dpa

Diplomatie

Jens Spahn reist nach Israel

Der Unions-Fraktionschef wird am Mittwoch unter anderem Gespräche in der Knesset führen

 03.02.2026

Vorwurf

Büttner kritisiert linken Antisemitismus

Linke glaubten häufig, sie könnten keine Antisemiten sein, sagt Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter. Dieses Selbstbild werde jedoch von der Realität widerlegt

 03.02.2026

Wiesbaden

Letzte Geisel identifiziert - Hessen holt Israel-Flagge ein

Zur Klarheit über das Schicksal aller Verschleppter sagt Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU): »Wir hoffen, dass das ein weiterer Schritt zur Befriedung des Nahostkonflikts ist.«

 03.02.2026

Umwidmung

Kein Zeitplan für Yad-Vashem-Straße in Berlin

Nach der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem soll ein Straßenabschnitt im Herzen von Berlin benannt werden. Bislang ist unklar, wann dies erfolgt

 03.02.2026

USA

Trump will eine Milliarde Dollar von Elite-Uni Harvard

Der Präsident wirft der Fakultät antisemitisches Verhalten vor. Ein Bericht der »New York Times« bringt neuen Schwung in den Streit

 03.02.2026

Teheran

Regime fürchtet Eskalation: US-Schlag könnte Machtapparat ins Wanken bringen

Externer Druck könnte einen erneuten landesweiten Aufstand begünstigen, heißt es aus dem Umfeld hochrangiger Entscheidungsträger im Iran

 03.02.2026

USA

Massiver Anstieg antisemitischer Straftaten in New York

Im Vergleich zum Vorjahresmonat verdoppelt sich die Zahl der durch Judenhass motivierten Taten fast

 03.02.2026

Washington D.C./Teheran

Können Gespräche zwischen den USA und Iran eine Eskalation verhindern?

In den kommenden Tagen könnte es in Istanbul zu hochrangigen Gesprächen über das iranische Atomprogramm kommen. Regionalmächte vermitteln zwischen dem Teheraner Regime und den USA

 03.02.2026

Kommentar

Antisemitismus im »Safe Place«: Die Kunstakademie Düsseldorf macht’s möglich

Eine Kunstakademie sollte Räume für kritisches Denken öffnen - aber nicht für Ideologien, die Menschenfeindlichkeit salonfähig machen

von Nicole Dreyfus  02.02.2026