Wiesbaden

Ali B. nun auch wegen Vergewaltigung verurteilt

Sicherheitssaal des Landgerichts Foto: dpa

Der Mörder der jüdischen Schülerin Susanna, Ali B., ist erneut schuldig gesprochen worden. Wegen der Vergewaltigung und des schweren sexuellen Missbrauchs einer Elfjährigen hat das Landgericht Wiesbaden den 22-jährigen Iraker am Donnerstag zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Ali B. war im Sommer wegen des Mordes an Susanna (14) zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Er musste sich in dem neuen Wiesbadener Verfahren zusammen mit einem laut Staatsanwaltschaft mindestens 15-jährigen Afghanen verantworten. Dieser wurde zu vier Jahren und sechs Monaten Jugendstrafe verurteilt. Der Vergewaltigungsprozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, ebenso die Urteilsbegründung.

FLÜCHTLING Laut Anklage soll Ali B. das Kind Ende April 2018 in sein Zimmer in einer Wiesbadener Asylunterkunft gelockt und dort zum Sex gezwungen haben. Etwa einen Monat später sollen der irakische Flüchtling und der Mitangeklagte die damals Elfjährige nacheinander in der Nähe eines Supermarktes vergewaltigt haben.

Für Ali B. muss aus den Strafen im Fall Susanna und im Fall der Elfjährigen eine Gesamtstrafe gebildet werden.

Laut Staatsanwaltschaft soll der mitangeklagte Afghane die Elfjährige ein weiteres Mal im April oder Mai in einem Wald sexuell missbraucht haben. Bei diesem Übergriff sei auch ein Bruder von Ali B. dabei gewesen, der jedoch noch strafunmündig ist. Er soll das Mädchen ebenfalls vergewaltigt haben.

Das Gericht folgte in seinem Urteil den Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage. Für Ali B. muss aus den Strafen im Fall Susanna und im Fall der Elfjährigen – sollten sie rechtskräftig werden – eine Gesamtstrafe gebildet werden, wie es am Donnerstag in Wiesbaden hieß.

SCHULD Nach 15 Jahren werde geprüft, ob eine vorzeitige Haftentlassung bei Ali B. möglich sei. Da im Fall Susanna die besondere Schwere der Schuld festgestellt wurde, ist diese jedoch für den irakischen Flüchtling so gut wie ausgeschlossen. Zudem haben sich beide Kammern in ihren Urteilen mit Vorbehalt für eine Sicherungsverwahrung ausgesprochen.

Ihrer Mandantin gehe es sehr schlecht, berichtete Nebenklageanwältin Barbara Sauer-Kopic. Das Kind sei schwer traumatisiert, die Verteidiger hätten jedoch immer wieder ihre gutachterlich bestätigte Vernehmungsunfähigkeit angezweifelt. »Sie muss starke Medikamente nehmen, kann nicht schlafen und hat Angstzustände.«

Im Fall des Mordes an der Mainzer Schülerin Susanna war es der jetzt mit Ali B. verurteilte Afghane, der den Polizisten den entscheidenden Hinweis gab. Der damals 14-Jährige hatte sich bei der Polizei gemeldet und ausgesagt, dass Ali B. ihm von der Tat erzählt habe. Die Verteidigung des jungen Afghanen will gegen das Urteil vom Donnerstag Revision einlegen.  dpa

München

Steinwurf auf israelisches Generalkonsulat: Beschuldigter in U-Haft

Am Wochenende soll ein Mann Steine auf das israelische Generalkonsulat in München geworfen und mit einer Sprengstoff-Explosion gedroht haben. Die Staatsanwaltschaft hat nun einen Haftbefehl erwirkt

 12.03.2026

Türkei

Wadephul fordert diplomatisches Ende des Iran-Kriegs

Der deutsche Außenminister und sein türkischer Kollege sind sich einig: Der Krieg im Iran muss so bald wie möglich enden - nur wie?

 12.03.2026

Teheran

Irans neuer Oberster Führer fordert Rache für Kriegsopfer

Der neue Regime-Chef will Rache an Israel und formuliert weitere Forderungen

 12.03.2026

Teheran

Viele Bewohner Teherans harren in ihren Wohnungen aus

Seit Ende Februar führen Israel und die USA Krieg gegen den Iran. Die Lage in der Hauptstadt fühlt sich für viele Bewohner zunehmend unsicher an

 12.03.2026

Teheran

Ist Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad doch noch am Leben?

Zahlreiche Medien meldeten den Tod des Ex-Präsidenten. Doch »The Atlantic« zufolge, soll Ahmadinedschad untergetaucht sein

 12.03.2026

Tel Aviv

Israels Armee meldet Angriff auf iranische Nuklearanlage bei Teheran

An der Atomanlage Taleghan entstanden bei den Luftangriffen erhebliche Schäden

 12.03.2026

Teheran

Schweiz schließt Botschaft im Iran, die auch US-Interessen vertritt

Die Eidgenossenschaft vertritt als Schutzmacht der Vereinigten Staaten auch deren Interessen im Iran. Wegen anhaltender Angriffe bringt die Regierung in Bern ihre Mitarbeiter vorübergehend außer Landes

 12.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  12.03.2026

Nahost

Zahl verletzter US-Soldaten nach Drohnenangriff in Kuwait steigt

Nach dem Vorfall war von sechs getöteten amerikanischen Soldaten und fünf Verletzten die Rede gewesen. Nun stellt sich heraus: Es waren weitaus mehr

 12.03.2026