Tirana

Albaniens Premier gibt Millionen für Kanye-Konzert aus

Der Musiker Kanye West und Ministerpräsident Edi Rama Foto: picture alliance / Anadolu / Ismail Kaplan / empics / Ian West

Ein für diesen Samstag geplantes Konzert des umstrittenen US-Rappers Kanye West in Albanien bringt dem Ministerpräsidenten des Adria-Landes, Edi Rama, heftige Kritik ein. Oppositionspolitiker und freie politische Aktivisten beanstandeten, dass Ramas Regierung speziell für Wests Konzert zur Vorbereitung eines Stadions am Rande der Hauptstadt Tirana eilig 4,2 Millionen Euro aus dem Notfall-Fonds des Staatshaushalts bereitgestellt habe. Das berichtete unter anderen Medien das Portal »balkaninsight.com«.

Die Jüdische Gemeinde des Landes hat den geplanten Auftritt laut Bericht bereits im Mai dieses Jahres wegen Wests früherer antisemitischer Äußerungen kritisiert.

Der Sozialdemokrat Rama verteidigte die Förderung des Konzerts mit dem Argument, dass dieses den Tourismus in seinem Land fördern würde. Es seien dafür bereits 25.000 Karten allein an Besucher aus dem Ausland verkauft worden, und zwar sogar aus 80 Ländern, schrieb Rama bei Facebook. Dort veröffentlichte Rama auch ein Video von seinem Besuch auf der Stadion-Baustelle.

Antisemitismus und Rassismus

Seine Kritiker bezeichnete Rama als »Krähen und Raben«, die Albaniens Entwicklung bremsen wollten. Kulturminister Blendi Gonxhja nannte West einen »großen Künstler«. 3500 Arbeiter würden Tag und Nacht arbeiten, um das Stadion für das Konzert rechtzeitig fertigzustellen.

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Kanye West zählt zu den einflussreichsten und zugleich am stärksten polarisierenden Künstlern der Musikindustrie. Immer wieder fiel der Ex-Mann von Kim Kardashian mit rassistischen und antisemitischen Aussagen auf. 2025 hatte er ein Lied mit dem Titel »Heil Hitler« veröffentlicht. In Form einer ganzseitigen Anzeige im »Wall Street Journal« bat er später um Entschuldigung.

Zuletzt war wegen seiner extremistischen Äußerungen ein Konzert im italienischen Reggio Emilia abgesagt worden, das dort am 18. Juli hätte stattfinden sollen. Davor kassierte West Absagen aus Polen und Indien, einen in Frankreich geplanten Auftritt sagte er wegen eines drohenden Verbots selbst ab.

West bekundete immer wieder auch Sympathien für US-Präsident Donald Trump. Dessen Schwiegersohn Jared Kushner plant eine Hotelanlage im Naturschutzgebiet Narta-Vjosa an der albanischen Adria, mit Unterstützung von Rama. Dagegen laufen in Tirana seit Wochen jeden Abend große Straßenproteste, bei denen auch der Rücktritt Ramas verlangt wird. dpa

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