Berlin

20-Jähriger mit Kippa antisemitisch beleidigt

Foto: dpa

In Berlin hat erneut ein Kippaträger einen Angriff angezeigt. Der 20-Jährige gab an, in der Nacht zum Montag von einem Unbekannten im Prenzlauer Berg antisemitisch beleidigt worden zu sein, wie die Polizei mitteilte.

Der Täter soll demnach auch versucht haben, den Kippaträger zu bespucken. Dieser konnte jedoch ausweichen. Nun hat der Staatsschutz die Ermittlungen zu dem Vorfall in der Greifswalder Straße übernommen.

STRAFTATEN Immer wieder kommt es in Berlin zu antisemitischen Vorfällen – laut Erhebungen signifikant mehr als in den übrigen Bundesländern. Jedes fünfte in Deutschland gemeldete antisemitische Vergehen geschieht in Berlin. Die Zahl judenfeindlicher Vorfälle ist hier im vergangenen Jahr um 14 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden 1083 antisemitische Vorfälle im Jahr 2018 in der Bundeshauptstadt erfasst, 132 mehr als im Vorjahr (951).

Berlin ist so stark mit antisemitischer Kriminalität belastet wie kein anderes Bundesland.

Damit ist Berlin so stark mit antisemitischer Kriminalität belastet wie kein anderes Bundesland. Dies ging Ende August des vergangenen Jahres aus Antworten der Bundesregierung auf quartalsweise Anfragen der Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau und der Linksfraktion hervor.

konzept Anfang März dieses Jahres hatte Berlin bekannt gegeben, mit einem neuen Konzept das jüdische Leben in der Hauptstadt besser zu schützen. Der Berliner Senat beschloss dafür als bundesweit erste Landesregierung ein Konzept zur Weiterentwicklung der Antisemitismus‐Prävention.

Vor Kurzem wurde zudem die Errichtung einer Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus beschlossen. Zuletzt hatte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, geraten, dass Juden ihre Kippa nicht überall in Deutschland tragen sollten, und damit erneut eine Debatte über die Sicherheit jüdischen Lebens ausgelöst. dpa/ja 

Berlin

Paul-Spiegel-Preis verliehen

Ausgezeichnet wurden TeBe Borussia und die Initiative »Omas gegen rechts«

 03.07.2022

Paul-Spiegel-Preis

Zentralrat der Juden ehrt Tennis Borussia

TeBe und die Initiative »Omas gegen Rechts« erhalten die Auszeichnung

 03.07.2022

Debatte

Melnyk nach Bandera-Aussagen unter Druck

Es ist eine seltene diplomatische Reaktion: Das ukrainische Außenministerium rüffelt den Botschafter des Landes in Deutschland. Israel und Polen sind empört über ihn. Und Melnyk selbst?

 03.07.2022

Geschichte

Israelische Botschaft kritisiert Melnyk wegen Verharmlosung der Schoa  

Ukraines Botschafter steht wegen Äußerungen über Stepan Bandera unter Druck

 01.07.2022

Debatte

Bundesregierung äußert sich erstmals zur Melnyk-Kontroverse

Melnyk selbst will die distanzierende Stellungnahme des Außenministeriums in Kiew nicht kommentieren

 01.07.2022

Auszeichnung

»Er würde sich riesig freuen«

Gert Rosenthal über den Paul-Spiegel-Preis für Tennis Borussia und die Fußballbegeisterung seines Vaters

von Helmut Kuhn  03.07.2022 Aktualisiert

Debatte

Kein Kommentar von Botschafter Melnyk zu Distanzierung aus Kiew

Das ukrainische Außenministerium hatte sich zuvor von Melnyk distanziert

 01.07.2022

Ukraine

Kiew geht auf Distanz zu Äußerungen von Botschafter Melnyk

In Polen, Deutschland und Israel waren die Worte des ukrainischen Botschafters in Berlin auf massive Kritik gestoßen

 01.07.2022

Andrij Melnyk

»Bandera war kein Massenmörder von Juden und Polen«

Ukraines Botschafter wirft israelischen Historikern Verfälschung der Rolle des Nationalistenführers Stepan Bandera vor

 30.06.2022