Sabine Brandes

Nahost-Plan: Auf die Details achten

Dass ein Frieden in Nahost überfällig ist, braucht keine weitere Erklärung. Dennoch hielten sich nach der Verkündung des »Deals des Jahrhunderts« von US-Präsident Donald Trump viele Staaten mit Kommentaren zurück. Man müsse den Plan aus den USA erst eingehend studieren, heißt es.

Verständlich, immerhin umfasst das Werk volle 80 Seiten. Zudem ist das Thema alles andere als einfach.

floskel »Frieden in Nahost« mag zwar für die meisten nach Jahrzehnten der Auseinandersetzung wie eine Floskel klingen. Für die Menschen in der Region jedoch ist die Feindschaft tägliche Realität, die sie oft mit ihrem Leben bezahlen.

Dutzende Vermittler aus verschiedensten Ländern sind gescheitert, eine Verständigung zwischen den beiden Seiten zu erreichen. Einige Male mag man nahe dran gewesen sein. Oder auch nicht.

Für die Menschen in der Region ist die Feindschaft tägliche Realität, die sie oft mit ihrem Leben bezahlen.

Dieser Plan nun scheint tatsächlich konkreter und ausgefeilter zu sein als andere Pläne vor ihm je zuvor. Ein Deal eben. So, wie Trump es mag. Nach seiner Fasson würde er jetzt seine Unterschrift daruntersetzen, ein Foto machen und sich auf die Fahnen schreiben, er habe den kompliziertesten Konflikt aller Zeiten beigelegt. So einfach aber wird es nicht sein.

milliarden Denn obwohl Trumps Vorhaben voller Details ist – viele davon gewagt –, ist ein Frieden zwischen Israels und Palästinensern vielleicht doch kein Deal, der aus der Ferne diktiert oder mit Milliarden gekauft werden kann.

Er ist vielmehr ein Werk, das mit Feingefühl für die komplexen Befindlichkeiten beider Völker genauestens ausgetüftelt werden müsste.
Denn nicht nur in Nahost – aber besonders da – steckt der Teufel oft im Detail.

Jerusalem

Bildung: Israels Muslimas haben Vorsprung vor Männern

In der israelischen Arbeitswelt stellt sich die Situation anders dar

 27.05.2026

Meinung

Kein Boykott – nur Abscheu

Die irische Schriftstellerin Sally Rooney möchte ihren neuesten Roman doch auf Hebräisch übersetzen lassen. Zuvor sortiert sie aber Israelis aus - und das Mitgefühl gleich mit

von Sabine Brandes  27.05.2026

Jerusalem

Nach Kritik: Katz nimmt Kürzungen für Grenzorte am Gazastreifen zurück

Wegen Haushaltsproblemen hatte die Regierung mehrere Posten nicht länger finanzieren wollen

 27.05.2026

Jerusalem

Shin Bet zerschlägt Terrorzelle in Ost-Jerusalem

Im Zentrum der Ermittlungen steht Salah Hamouri, ein PFLP-Aktivist mit französischer Staatsbürgerschaft

 27.05.2026

Jerusalem

Israel bestätigt Tod des neuen Hamas-Führers in Gaza

»Mohammed Odeh gehörte zu den letzten Kommandeuren der Hamas, die an der Planung und Ausführung des Massakers vom 7. Oktober beteiligt waren«, teilen Armee und Schin Bet mit

 27.05.2026

Kommentar

Was hat Künstliche Intelligenz mit Antisemitismus zu tun?

Ein Zwischenruf von dem Holocaust-Überlebenden Roman Haller

von Roman Haller  27.05.2026

Gaza

Israel nach Angriff auf Top-Terroristen: »Wir werden sie alle früher oder später fassen«

Kürzlich tötete Israel den Militärchef der Hamas, Iss al-Din al-Haddad. Nun hat die Armee laut Ministerpräsident Netanjahu auch dessen Nachfolger ins Visier genommen

 26.05.2026

Debatte

Warum werden Israels Fehler laut, der mörderische Judenhass seiner Feinde aber allzu oft nur sehr leise benannt?

Ein Kommentar von Stephan-Andreas Casdorff

von Stephan-Andreas Casdorff  26.05.2026

Jerusalem

Medienreform oder Angriff auf die Pressefreiheit?

Israels Kommunikationsminister Shlomo Karhi verspricht mehr Wettbewerb. Kritiker warnen jedoch vor politischer Einflussnahme und der Schwächung unabhängiger Sender

von Sabine Brandes  26.05.2026