Sabine Brandes

Nahost-Plan: Auf die Details achten

Dass ein Frieden in Nahost überfällig ist, braucht keine weitere Erklärung. Dennoch hielten sich nach der Verkündung des »Deals des Jahrhunderts« von US-Präsident Donald Trump viele Staaten mit Kommentaren zurück. Man müsse den Plan aus den USA erst eingehend studieren, heißt es.

Verständlich, immerhin umfasst das Werk volle 80 Seiten. Zudem ist das Thema alles andere als einfach.

floskel »Frieden in Nahost« mag zwar für die meisten nach Jahrzehnten der Auseinandersetzung wie eine Floskel klingen. Für die Menschen in der Region jedoch ist die Feindschaft tägliche Realität, die sie oft mit ihrem Leben bezahlen.

Dutzende Vermittler aus verschiedensten Ländern sind gescheitert, eine Verständigung zwischen den beiden Seiten zu erreichen. Einige Male mag man nahe dran gewesen sein. Oder auch nicht.

Für die Menschen in der Region ist die Feindschaft tägliche Realität, die sie oft mit ihrem Leben bezahlen.

Dieser Plan nun scheint tatsächlich konkreter und ausgefeilter zu sein als andere Pläne vor ihm je zuvor. Ein Deal eben. So, wie Trump es mag. Nach seiner Fasson würde er jetzt seine Unterschrift daruntersetzen, ein Foto machen und sich auf die Fahnen schreiben, er habe den kompliziertesten Konflikt aller Zeiten beigelegt. So einfach aber wird es nicht sein.

milliarden Denn obwohl Trumps Vorhaben voller Details ist – viele davon gewagt –, ist ein Frieden zwischen Israels und Palästinensern vielleicht doch kein Deal, der aus der Ferne diktiert oder mit Milliarden gekauft werden kann.

Er ist vielmehr ein Werk, das mit Feingefühl für die komplexen Befindlichkeiten beider Völker genauestens ausgetüftelt werden müsste.
Denn nicht nur in Nahost – aber besonders da – steckt der Teufel oft im Detail.

Knesset

Netanjahu schließt türkische und katarische Truppen in Gaza aus

Der Ministerpräsident räumt ein, es habe mit Washington »eine gewisse Auseinandersetzung« über Gaza gegeben. Die Opposition wirft ihm Versagen vor

 20.01.2026

Jerusalem

Zwei Säuglinge sterben in illegaler ultraorthodoxer Krippe

Erschütternde Zustände in der überfüllten Einrichtung in dem ultraorthodoxen Stadtteil Romema kommen ans Licht

von Sabine Brandes  20.01.2026

Gazastreifen

Trump lädt Netanjahu und Putin in »Friedensrat« ein

Das Gremium soll den Wiederaufbau und die Verwaltung überwachen. Auch der israelische Premier soll dabei sein

von Sabine Brandes  19.01.2026

Hamas-Massaker

»Keine Ausreden mehr«

Vor und in der Knesset gibt es Proteste, als die Anhörungen zur politischen Untersuchung zu den Versäumnissen vor dem 7. Oktober beginnen

von Sabine Brandes  19.01.2026

Verhandlungen

Eltern der letzten Geisel fordern Ultimatum an Hamas

Die Angehörigen fürchten, dass Ran Gvili, der getötete israelische Polizist, in Phase zwei »in Gaza zurückgelassen« wird

von Sabine Brandes  18.01.2026

Trauer

»Verzeih, dass ich dich in eine grausame Welt brachte«

Kfir Bibas, das rothaarige Baby, das von palästinensischen Terroristen entführt und in Gaza ermordet wurde, wäre am Sonntag drei Jahre alt geworden

von Sabine Brandes  18.01.2026

Geiseln

»Die Liebe hat gesiegt«

Die Israelis wählen »Habaita« zum Wort des Jahres. Es enthält ein Versprechen: zurück »nach Hause«. Dort geht für die Entführten das Leben weiter. Zwei Paare, die der Terror trennte, haben sich nun verlobt

von Sabine Brandes  18.01.2026

Nahost

Israel verärgert wegen personeller Besetzung von Gaza-Gremium

Ranghoher US-Beamter reagiert auf Kritik Netanjahus: »Das ist unsere Show, nicht seine Show.«

 18.01.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Rachel Goldberg-Polin veröffentlicht Memoiren

Die Mutter der getöteten Hamas-Geisel Hersh Goldberg-Polin: »Ich setzte mich hin, um meinen Schmerz aufzuschreiben, und heraus strömten Verlust, Leid, Liebe, Trauer, Hingabe, Kummer, Verehrung und Zerrissenheit«

 16.01.2026