Sabine Brandes

Nahost-Plan: Auf die Details achten

Dass ein Frieden in Nahost überfällig ist, braucht keine weitere Erklärung. Dennoch hielten sich nach der Verkündung des »Deals des Jahrhunderts« von US-Präsident Donald Trump viele Staaten mit Kommentaren zurück. Man müsse den Plan aus den USA erst eingehend studieren, heißt es.

Verständlich, immerhin umfasst das Werk volle 80 Seiten. Zudem ist das Thema alles andere als einfach.

floskel »Frieden in Nahost« mag zwar für die meisten nach Jahrzehnten der Auseinandersetzung wie eine Floskel klingen. Für die Menschen in der Region jedoch ist die Feindschaft tägliche Realität, die sie oft mit ihrem Leben bezahlen.

Dutzende Vermittler aus verschiedensten Ländern sind gescheitert, eine Verständigung zwischen den beiden Seiten zu erreichen. Einige Male mag man nahe dran gewesen sein. Oder auch nicht.

Für die Menschen in der Region ist die Feindschaft tägliche Realität, die sie oft mit ihrem Leben bezahlen.

Dieser Plan nun scheint tatsächlich konkreter und ausgefeilter zu sein als andere Pläne vor ihm je zuvor. Ein Deal eben. So, wie Trump es mag. Nach seiner Fasson würde er jetzt seine Unterschrift daruntersetzen, ein Foto machen und sich auf die Fahnen schreiben, er habe den kompliziertesten Konflikt aller Zeiten beigelegt. So einfach aber wird es nicht sein.

milliarden Denn obwohl Trumps Vorhaben voller Details ist – viele davon gewagt –, ist ein Frieden zwischen Israels und Palästinensern vielleicht doch kein Deal, der aus der Ferne diktiert oder mit Milliarden gekauft werden kann.

Er ist vielmehr ein Werk, das mit Feingefühl für die komplexen Befindlichkeiten beider Völker genauestens ausgetüftelt werden müsste.
Denn nicht nur in Nahost – aber besonders da – steckt der Teufel oft im Detail.

Wohltätigkeit

Gal Gadot ganz großzügig

Die Hollywood-Schauspielerin spendet Geld vom Genesis-Preis an Organisationen für die Rehabilitation psychisch Kranker

von Sabine Brandes  23.09.2026

Emmanuel Macron spricht vor der UN-Vollversammlung

Vereinte Nationen

Jerusalem nennt Macrons Behauptung zur Hamas »absurd«

Der französische Präsident behauptet vor der Vollversammlung, die Terrororganisation sei im Westjordanland nie aktiv gewesen. Tatsächlich verübt sie dort regelmäßig Anschläge

von Sabine Brandes  23.09.2026

Jerusalem

Israel startet Kampagne gegen Voreingenommenheit der UN

Ein Video zeigt Papageien bei der UNO-Vollversammlung, die »Beschuldigt Israel!« durch den Versammlungssaal schreien

 23.09.2026

Jerusalem

Lucien Lazare gestorben

Der Historiker und Pädagoge schloss sich während der deutschen Besatzung Frankreichs dem Widerstand an. In Israel gehörte er zur Kommission von Yad Vashem

 23.09.2026

Jerusalem

Israel droht mit Räumung Gazas im Falle neuer Entführung

Fast drei Jahre nach dem beispiellosen Hamas-Massaker am 7. Oktober droht Israels Verteidigungsminister mit drastischen Folgen, sollte erneut ein Israeli verschleppt werden

 23.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026