Sehen!

Yiddish Summer Weimar

Berlin ist zweifelsohne das Epizentrum der jüdischen Musikszene in Deutschland. Doch für das jiddische Lied und den Klezmer gilt das nicht. Das belegt einmal mehr der Blick auf das Programm des Festivals Yiddish Summer Weimar (YSW), das bis zum 9. August stattfindet. Dort trifft sich, wer in dieser Szene Rang und Namen hat. Neben einem hochkarätigen Konzertprogramm kann man in zahlreichen Workshops nahezu alles über Jiddischkeit lernen.

impulse Der YSW wollte von Anfang an kein Forum für Traditionalisten und Nostalgiker sein. Die untergegangene Welt der Jidden sollte neue Impulse für die jüdische Musik der Gegenwart geben. Das diesjährige Motto »Yiddishkayt Revisited« ist also kein Etikettenschwindel der Veranstalter.

Die anwesenden Musiker und Dozenten wissen aus langjähriger Berufserfahrung, wovon sie sprechen – allen voran Festivalchef Alan Bern, der an dieser Musik auch dann noch festgehalten hat, als man schon vom Ende des Klezmerhypes in Deutschland sprach. Allen Unkenrufen zum Trotz hat Bern ausgerechnet die Klassikmetropole Weimar zum Hotspot des Klezmer gemacht.

Allein die Liste der nach Weimar eingeladenen Dozenten ist hochkarätig besetzt. Wer jiddische Lieder lernen will, der kann das bei Koryphäen wie Deborah Strauss und Jeff Warschauer machen. Wer jiddisch tanzen möchte, der kann das unter der Anleitung von Zev Feldman tun. Und für traditionelle Klezmermusik stehen Schwergewichte wie Christian Dawid oder Joel Rubin parat.

Höhepunkte Impulsgeber für Neugierige sind einmal mehr die Konzerte, die vom 11. bis zum 16. August stattfinden. Dort gibt es zwar Genretypisches wie das Joel Rubin Klezmer Ensemble. Doch schon der Auftritt von DJ Socalled alias Josh Dolgin am 12. August sprengt den Rahmen dessen, wofür Klezmer und jiddisches Lied üblicherweise stehen. Socalleds jüngstes Album Peoplewatching hat jedenfalls nur noch marginal etwas mit der kleinen Welt der Jidden am Hut.

Ein absolutes Muss ist auch die polnische Gruppe Caci Vorba um die atemberaubende Geigerin Marija Natanson, die eher Roma- denn Klezmermusik spielt. Erst eine solche musikalische Vielfalt macht aus einem kleinen niedlichen Schtetlfest ein jüdisches Weltmusikfestival.

www.yiddishsummer.eu

Hollywood

Curtis zu Chalamets Opernspruch: Vermächtnis beschädigt

Oper und Ballett interessierten niemanden mehr: Mit solchen Äußerungen sorgt der Oscar-nominierte Timothée Chalamet weiter für Wirbel. Nun meldete sich auch Oscarpreisträgerin Jamie Lee Curtis zu Wort

 12.03.2026

Kolumne

Shkoyach!

Aus für einen Leuchtturm: Über die Schließung des ehemaligen HIAS-Büros in Wien

von Eugen El  12.03.2026

Kinderfilm

Mit dem Aufzug ins Jahr 1938

»Das geheime Stockwerk« zeigt die Zeitreise eines Jungen als Detektivgeschichte. Ein gelungener und mehrfach ausgezeichneter Kinderfilm

von Gabriele Hermani  12.03.2026

Solingen

100 Porträts jüdischer Künstlerinnen im Zentrum für verfolgte Künste

Die Ausstellung erzählt von künstlerischen Lebenswegen zwischen Krieg, Verfolgung und Neubeginn, wie das Museum ankündigte

 11.03.2026

Programm

Kakaniens Kinder, Jakobs Zelte und Israels Superfood: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 12. bis zum 19. März

 11.03.2026

Filmfestival von Cannes

Barbra Streisand erhält Ehrenpalme

Das jüdische Multitalent gewann zehn Grammy Awards, zwei Oscars und elf Golden Globes. Nun kommt eine weitere Ehrung hinzu

 11.03.2026

TV-Tipp

»Doctor Strange in the Multiverse of Madness« bei ProSieben

Fortsetzung des Superheldenfilms um den titelgebenden Magier

von Jan Lehr  11.03.2026

Lanz und Precht

»Irgendwie so bombt man sich das Ganze am Ende zurecht«

In ihrem wöchentlichen Podcast versuchen sich Talkmaster Markus Lanz und Philosoph Richard David Precht an einer Analyse der Hintergründe des Irankriegs – und scheitern gewaltig

von Michael Thaidigsmann  11.03.2026

Berlin-Neukölln

Wer ist dieser Mann?

Er lehrte arabische Schüler die Geschichte des Holocausts, organisierte einen Austausch mit Israelis und hielt Drohungen stand. Hudhaifa Al-Mashhadanis Geschichte faszinierte die Medien, begeisterte Politiker und schenkte ihm das Vertrauen jüdischer Organisationen. Aber ist alles daran wahr?

von Mascha Malburg  11.03.2026