Kulturstaatsministerium

Wolfram Weimer entlässt »Claudia Roths Gehirn«

Andreas Görgen, ehemaliger Amtschef bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Foto: picture alliance/dpa

Laut einem Bericht der Zeitungen »Bild« und »Welt« hat der neue Kulturstaatsminister, der konservative Verleger und Publizist Wolfram Weimer, als erste Amtshandlung den umstrittenen Amtschef Andreas Görgen entlassen.

»Ich möchte gleich an meinem ersten Tag ein Zeichen setzen, dass die in Schieflage geratene Beziehung vom BKM zur jüdischen Community wieder hergestellt wird und ein konfliktreiches Kapitel der deutschen Kulturpolitik ein Ende findet«, so Weimer zur Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Görgen, der als Ministerialdirektor beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien auch als »Claudia Roths Gehirn« bezeichnet wurde, ist wegen seiner Haltung zur Israel-Boykott-Bewegung BDS, insbesondere in Zusammenhang mit der wegen Antisemitismus-Vorfällen belasteten Kunstausstellung documenta 15, immer wieder in die Kritik geraten. Görgen wurde vorgeworfen, der »Mastermind« hinter einer Kulturpolitik zu sein, die sich von BDS-Befürwortern nicht ausreichend distanziert und das Problem verharmlost habe.

Lesen Sie auch

Wie »Bild«  weiter schrieb, hat Görgen ein Rückkehrrecht ins Außenministerium, das in der neuen Bundesregierung von Johann Wadepuhl (CDU) geleitet wird. Seine Verwendung dort sei jedoch unklar.

Görgens Nachfolger im Kulturstaatsministerium wird laut dpa Konrad Schmidt-Werthern, einst Kulturamtsleiter in Köln und später leitender Mitarbeiter von Berlins Kultursenator Joe Chialo (CDU). Schmidt-Werthern arbeitet seit Herbst 2024 im BKM-Stab mit etwa 450 Mitarbeitern.

»Mein erster Gast im Kanzleramt wird am Mittag Josef Schuster vom Zentralrat sein«, sagte Weimer der dpa am Mittwochmorgen weiter. »Ich möchte gleich an meinem ersten Tag ein Zeichen setzen, dass die in Schieflage geratene Beziehung vom BKM zur jüdischen Community wieder hergestellt wird und ein konfliktreiches Kapitel der deutschen Kulturpolitik ein Ende findet.«

Hintergrund ist die Kritik des Zentralrats an den antisemitischen Darstellungen auf der documenta in Kassel 2022 und an Äußerungen zum Gaza-Krieg während der Berlinale-Gala im vergangenen Jahr. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hatte klare Richtlinien für die Kultur gefordert. Denn die Erfahrungen der letzten Jahre hätten gezeigt, »dass Antisemitismus in Kunst und Kultur nicht nur fest verankert ist, sondern sich stetig bedrohlich weiterentwickelt«. ja/dpa

Gesprächsband

Jenseits der Dogmen

Daniel Cohn-Bendit, säkularer und linker Jude, blickt in »Erinnerungen eines Vaterlandslosen« auf ein spannendes Leben

von Marko Martin  01.08.2026

Rezension

Von Gottesmördern und »Genozid«

Renommierte Autoren wie Eva Illouz und Jeffrey Herf wenden sich in einem Sammelband gegen die Umdeutung des 7. Oktober

von Therese Klein  01.08.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Koschere Küsse und gebrochene Herzen: Jüdische RomCom mit Tiefgang

von Margalit Edelstein  01.08.2026

Medizin

Blutprobe ohne Nadel

In einer israelischen Studie analysiert Künstliche Intelligenz feinste Gefäße im Auge. Das Verfahren könnte Tests sogar ohne Labor ermöglichen

von Sabine Brandes  01.08.2026

Aufgegabelt

Süße Burekas

Rezepte und Leckeres

 01.08.2026

Sehen!

Warten auf »The Pitt«

Es könnte noch sechs Monate dauern, bis die dritte Staffel der Krankenhaus-Serie startet

von Katrin Richter  01.08.2026

New York

John Legend spielt Harry Belafonte in neuem Film

»The Road Home« bringt die Geschichte der Musiker Hugh Masekela, Miriam Makeba und Harry Belafonte auf die Leinwand. Die Soul-Größe John Legend sieht seine Rolle als Privileg

 31.07.2026

London

Nach Protesten gegen sein Lied über Israel: Boy George tritt nicht mehr im London Palladium auf

Die Hintergründe

 31.07.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  30.07.2026